UD Levante gegen FC Barcelona – Spielanalyse

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Zum Start der Rückrunde gastierte der FC Barcelona bei UD Levante. Anders als noch im Hinspiel, in dem die Katalanen locker mit 7-0 gewannen, hielt Levante diesmal gut dagegen und rang dem Spitzenreiter zwei Punkte ab.

 Tata Martino setzte auf folgende Startelf:

Levantes pragmatische Defensivtaktik

Levante spielte so, wie man die Teams von Caparros kennt: defensiv. Die Gastgeber agierten in einem 4-4-2, dass aber vor allem darauf ausgelegt war, die Räume zuzumachen und keine Chancen zuzulassen. Dass Levante ohne einen echten gelernten Stürmer startete, zeigt auch, wo ihr Hauptaugenmerk lag. Die beiden nominellen Stürmer versuchten Barça einigermaßen im Spielaufbau zu stören, was die Katalanen aber vor keine Probleme stellte. Die Viererkette im Mittelfeld wies einige Besonderheiten auf. So war es nicht dauerhaft eine klare Viererkette. Oft rückten einige Spieler hinaus, um Messi und auch Xavi zu verfolgen, wenn diese sich weit nach hinten zogen. Man wollte so verhindern, dass Barcelona aus der Tiefe heraus durch ihre Kreativspieler Gefahr erzeugen kann. Dieses Verfolgen konnte Levante aber nur bis zu einem gewissen Grad vollziehen, da man immer auch aufpassen musste, dass nicht zu viel Freiraum für andere Spieler entsteht.
Insgesamt gelang es Levante sehr gut, Barcelona vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Katalanen hatten zwar fast die ganze Zeit den Ball, erspielten sich aber nur wenige klare Chancen. Dass sie diese nicht nutzen konnten, lag einerseits an der mangelnden Chancenverwertung, andererseits aber auch an einem sehr starken Keylor Navas im Levante-Tor. In der Mitte der zweiten Halbzeit gab es eine Phase, in der Levante zu unkonzentriert agierte. Sie spielten nicht mehr diszipliniert genug und verließen zu oft ihre Positionen. Dadurch trat das eben angesprochene Problem ein, die aufrückenden Barça-Aktuere fanden relativ viel Freiraum vor. Diesen konnten sie aber nur sehr unzureichend nutzen, weshalb diese Unachtsamkeiten von Levante am Ende nicht bestraft wurden.

Probleme bekam Levante dann, wenn Barça schnell und direkt spielte, was nicht allzu oft vorkam. Wenn sie es taten, entstand viel Bewegung – und genau das machte Levante das Leben sehr schwer. Gingen sie in einen Zweikampf und verloren diesen, entstand Freiraum, den ein weiterer Gegner nutzte. Dies führte zu einer kleinen Kettenreaktion, die so aber nur möglich war, wenn Barça entschlossen nach vorne spielte und die Spieler die nötige Lauffreudigkeit an den Tag legten, die Freiräume auch auszunutzen.

In diesem Spiel fällt Levantes Offensivtaktik mit der Defensivtaktik zusammen, da es lange Zeit eigentlich keine Offensive bei den Gastgebern gab. Nach dem frühen 1-0 nach einer Ecke stand Levante nur noch hinten drin und versuchte teilweise auch gar nicht gezielt nach vorne zu spielen. Erst mit zunehmender Spieldauer, als Barça immer mehr Risiko ging und sich Freiräume ergaben, versuchte Levante produktiv zu spielen. Sie schafften es, sich noch ein paar gute Chancen herauszuspielen, jedoch war Víctor Valdés stets auf seinem Posten.

Barça und die mangelnden Optionen

Barcelona tat sich gegen ein sehr defensives Levante relativ schwer. Es gab Chancen und gute Momente, aber insgesamt zu wenig. Die Katalanen agierten lange geduldig, was prinzipiell gut ist, jedoch muss man irgendwann auch mal das Risiko und den Druck noch einmal erhöhen. Das Problem hierbei ist, dass Barcelona momentan keine Spieler auf der Bank hat, die wirklich frischen Wind hineinbringen können. Cristian Tello hat eigentlich die Anlagen dafür, ist aber insgesamt zu ausrechenbar und braucht zu lange, um seine Aktionen abzuschließen. Daran ändert auch sein guter Schuss nichts, den Navas gerade so noch parieren konnte. Auch Sergi Roberto ist kein Spieler, der das Spiel herumreißen kann. Er bemüht sich zwar und sucht auch oft den Weg in den Strafraum, aber das bleibt zumeist erfolglos. Dongou war taktisch eine gute Option, die aber vielleicht etwas zu spät gebracht wurde.
Da Messi sich sehr weit fallen ließ, war das Zentrum meist verwaist, wodurch es auch für die Außenstürmer sehr schwer war, gefährliche Situationen zu kreieren. Dongou als echter Neuner hätte dafür sorgen können, dass die beiden Innenverteidiger beschäftigt sind. Somit hätte man Messi mehr Platz verschafft, was ihm nur guttun kann; und zudem hätte man im Zentrum eine Anspielstation gehabt, die sowohl abschließen als auch den Ball halten und verteilen kann. Jedoch hätte man diese Umstellung auch schon früher mit Alexis Sánchez durchführen können. Gegen defensive Teams tut sich Sánchez fast immer sehr schwer auf dem Flügel. Er hält den Ball zwar in der Regel gut, aber Gefahr entsteht aus seinen Aktionen praktisch nie. Im Zentrum könnte er dem Team viel mehr helfen, während Messi außen wirkungsvoller wäre als Sánchez. Messi hätte Platz, um nach innen zu ziehen und dazu noch eine Anspielstation vorne drin. Dass Sánchez diese Position spielen kann, hat er schon gezeigt. Und wenn Tata Martino auf diese Variante gesetzt hätte, wäre die Gefahr vor dem gegnerischen Kasten womöglich höher.

Man sollte nicht zu viel in dieses Spiel hineininterpretieren, aber Barças Kader kann Verletzungen wie jene von Neymar oder Iniesta nicht so auffangen, wie man sich das wünscht. Die weiteren Alternativen sind einfach nicht dazu geeignet, eine Wende in einem Spiel herbeizubringen. Barça hat einige Kaderspieler wie Song oder Sergi Roberto, aber eigentlich keine ernsthafte Option auf der Bank, mit der Martino schlagkräftig nachrüsten kann. Zumindest nicht, solange Neymar und Iniesta verletzt sind. Im Sommer muss auf jeden Fall in den Kader investiert werden, um ihm mehr Breite und Schlagkraft zu geben.

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