Vorschau | Derbi Barceloní mit zwei Debütanten

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Ein Derby zum Auftakt des neuen Jahres: Der FC Barcelona gastiert am 19. Spieltag in La Liga direkt beim Stadtnachbarn Espanyol, die mit dem bereits dritten Trainer ins derbi barceloní gehen – einem alten Bekannten des FC Barcelona: Ex-Barça-Verteidiger Abelardo soll die Pericos vor dem Abstieg retten.

Zum Jahresauftakt erwartet den FC Barcelona gleich ein heißer Tanz – denn der amtierende Meister muss am 4. Januar (21 Uhr) in La Liga direkt beim Nachbarn Espanyol zum derbi barceloní antreten. Die Stimmung im RCDE Stadion wird wie immer feindselig sein – womöglich treten die Pericos noch mehr mit den Messern zwischen den Zähnen auf als sonst, was der Tabellensituation geschuldet ist.

Denn Espanyol ist mit nur zehn mickrigen Pünktchen auf dem Konto Tabellenletzter und hat schon fünf Punkte Rückstand auf das rettene Ufer, benötigt also jeden Punkt. Barças Stadtnachbar hat in dieser misslichen Lage kurz nach Weihnachten schon zum zweiten Mal den Trainer gewechselt. In der Hoffnung, dass ein Ex-Barça-Verteidiger sie vor dem Abstieg rettet, haben die Pericos Abelardo Fernández als Nachfolger von Pablo Machín eingestellt – als Feuerwehrmann, der die Wellensittiche vor dem Abstieg retten soll, demzufolge hat der ehemalige Alavés-Trainer auch nur einen Vertrag bis zum Sommer erhalten.

Feuerwehrmann Abelardo soll Espanyol retten

Abelardo ist also bereits der dritte Espanyol-Coach in dieser Saison, nachdem Machín im Oktober David Gallego abgelöst hatte, wurde er quasi an Weihnachten wieder entlassen, weil Espanyol in der Liga einfach nicht in Tritt kam. Nur zehn Ligaspiele durfte Machín an der Seitenlinie stehen, ein einziger Sieg aus diesen Begegnungen war den Espanyol-Machern um Sportchef Rufete zu wenig. “Wir müssen nun hart arbeiten, um die Situation zu ändern und unser Ziel zu erreichen, da unten herauszukommen”, erklärte Rufete.

Nun debütiert Abelardo also just gegen den FC Barcelona, für den er zwischen 1994 und 2002 in 178 Partien auf dem Feld gestanden hatte. Abelardos Bilanz gegen Barça könnte aber schlechter nicht sein, in sechs Spielen kassierte er als Trainer von Sporting Gijon und Deportivo Alavés sechs Niederlagen. Seine Vergangenheit beim blauroten Stadtrivalen hat Abelardo längst hinter sich gelassen, wie er beim Amtsantritt erklärte: “Seitdem sie mich angerufen haben, bin ich der Nummer-1-Fan Espanyols.” 

Abelardo hatte sich zuvor bei seinen Stationen Gijon und Alavés mit guter Arbeit bei kleinen Klubs einen guten Namen gemacht, warum er sich den Abstiegskampf beim abgeschlagenen Tabellenletzten nun antut? “Ich mag diese Herausforderung, ich musste keine zweimal darüber nachdenken”, sagte Abelardo, “vielleicht bin ich ein klein wenig ein Masochist, aber ich liebe die Herausforderung.”

Messi und Co. zu stoppen wird tatsächlich eine Herausforderung werden, in den letzten zehn Jahren gab es in Liga und Copa 24 Stadtderbies, Espanyol konnte davon lediglich ein einziges gewinnen, im Viertelfinal-Hinspiel der Copa del Rey im Januar 2018. Dem gegenüber stehen 19 Siege Barcelonas, bei einem Torverhältnis von 60:7. Den letzten Liga-Sieg Espanyols gab es im Februar 2009. “Ein Derby ist etwas Besonderes, man braucht keine Extra-Motivation. Ich denke nur ans Gewinnen”, gibt sich derweil Espanyols Verteidiger David López angriffslustig.

Trainingsrückstand: Messi und Suárez auf der Bank?

Lopez und seine Pericos könnten dabei Glück haben, denn es ist gut möglich, dass Superstar Lionel Messi am Anfang auf der Bank Platz nehmen wird. Der Argentinier hatte über Weihnachten Sonderurlaub und stieg erst am 2. Januar wieder ins Mannschaftstraining ein, genauso wie sein Kumpel Luis Suárez wird er also lediglich zwei Trainingseinheiten absolviert und somit Trainingsrückstand haben. 

Geht Ernesto Valverde also das Risiko ein und lässt seine zwei Stammangreifer trotz Trainingsrückstand Seite an Seite stürmen, oder setzt er vielleicht auf Antoine Griezmann als Zentrumsstürmer, flankiert von Ansu Fati und Carles Pérez, die zuletzt wie immer alle Trainingseinheiten mit den Profis mitmachten? Allzu viele Optionen hat der Barça-Coach vorne nicht, da Ousmane Dembélé weiterhin aufgrund seiner Muskelverletzung fehlt.

Im Derby definitiv nicht mit dabei werden zudem Arthur (Leistenverletzung) und Marc-André ter Stegen (Kniebeschwerden) sein – sodass Ersatzkeeper Neto sein Ligadebüt geben wird. Der Brasilianer wird damit zum zweiten Mal in dieser Saison zwischen den Pfosten stehen, beim letzten Champions-League-Gruppenspiel bei Inter Mailand avancierte er nach starker Leistung direkt zum Barçawelt-Man of the Match.

Neto wird sich also sicherlich auf sein Debüt im Derby freuen, genauso wie Abelardo. Für welchen Debütanten das derbi barceloní das bessere Ende bereithält, wird sich Samstagabend herausstellen.

 

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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