Vorschau | Messis Clásico-Flaute und Barças Luxusproblem mit de Jong

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Am Samstagabend gastiert der FC Barcelona bei Real Madrid, um den Clásico auszutragen. In einem Spiel, das möglicherweise den neuen Tabellenführer in LaLiga ermittelt, stehen vor allem Frenkie de Jong und Lionel Messi im Fokus. Bei Madrid fehlen derweil zwei wichtige Stammspieler. Die Vorschau zum Clásico.

Der FC Barcelona reist mit ordentlich Rückenwind aus den letzten Liga-Partien zum Clásico in die Hauptstadt, der wegweisend für den sich zuspitzenden Meisterschaftskampf sein könnte. Wenn Atlético Madrid am Sonntagabend gegen Real Betis patzen sollte, könnte die Begegnung zwischen der Blaugrana und den Blancos (21 Uhr, live im Ticker auf Barçawelt.de) einen neuen Tabellenführer in La Liga hervorbringen. Ein Clásico, bei dem es um so viel mehr geht als um drei Punkte und einen Derbysieg. 

Dabei kann Ronald Koeman erstmals seit einem Monat wieder auf Gerard Piqué zählen, der pünktlich zum Clásico fit geworden ist, wenngleich er Berichten zufolge immer noch ein Unwohlsein im Knie verspürt. Ebenfalls wieder einsatzbereit ist Sergi Roberto, der seit Anfang Februar mit einer Muskelverletzung ausfiel. Ob die beiden am Samstag auch zum Einsatz kommen werden, steht unterdes noch in den Sternen.

Wohin mit Frenkie de Jong?

Wenn ein Spieler – außer Lionel Messi – beim FC Barcelona im Clásico seine Form der letzten Monate bestätigen möchte, wird dies wohl Frenkie de Jong sein. Der 23-jährige Niederländer ist nach Startschwierigkeiten in der Mittelmeermetropole zu einer elementaren Stütze der Mannschaft geworden und wird häufig mit dem Begriff “variabel” beschrieben. Das liegt vor allem daran, dass er in dieser Spielzeit in der taktischen Aufstellung auf nahezu jeder zentralen Position eingesetzt wurde. Ob Innenverteidiger, Sechser, Achter oder Libero – Koeman weiß, was er von de Jong bekommt.

Nun hat der ehemalige Bondscoach aber die Qual der Wahl: Wo hilft sein Schützling den Katalanen im Duell mit Real Madrid am meisten? “Er gibt der Mannschaft auf beiden Positionen sehr viel” erklärte Ronald Koeman auf der Pressekonferenz vor dem Clásico am Freitag: “Als Trainer kann man seine Position variieren.”

Stellt Koeman seinen Landsmann als Innenverteidiger im 3-4-3 auf, würde das Offensivspiel der Blaugrana mit Jordi Alba und Sergiño Dest als offensiv ausgerichtete Wingbacks bereichert werden, da diese durch die Dreierkette besser abgesichert sind. 

Ein Einsatz de Jongs in der Abwehrkette wird Barça enorme Pass- und Ballsicherheit im Aufbauspiel geben – gleichzeitig fehlt er der Blaugrana dann aber als unermüdlicher Box-to-Box-Akteur im zentralen Mittelfeld. Denn im 3-4-3 ist für de Jong kein Platz in der Mittelfeld-Schaltzentrale, hier würde er der Blaugrana also abgehen. Ein Dilemma und Luxusproblem, über das sich Ronald Koeman Gedanken machen muss. In der Abwehr stünde nämlich auch Ronald Araujo für die Dreier- oder Viererkette bereit – natürlich neben Rückkehrer Gerard Piqué, bei dem ein Einsatz aber ein beträchtliches Risiko darstellt. Schwere Aufstellungs-Entscheidungen, die Koeman abwägen muss.

 

Real Madrid ohne Ramos und Varane 

Deutlich weniger Auswahlmöglichkeiten für die taktische Aufstellung dürfte Zinedine Zidane haben – zumindest was die Defensive angeht. Der Übungsleiter der Merengues muss im Clásico auf seinen Kapitän Sergio Ramos (Muskelverletzung in der linken Wade) und dessen Partner in der Innenverteidigung, Raphael Varane (positiv auf Coronavirus getestet), verzichten. Auch Daniel Carvajal hat’s nicht ins Aufgebot Real Madrids geschafft. Damit fallen bei den Gastgebern drei enorm wichtige Defensivkräfte aus.

Vertreten werden diese wohl – wie schon in der Champions League gegen den FC Liverpool – von Nacho Fernandez und Éder Militão. Letzterer wird vermutlich einen Großteil der Spieleröffnung bei den Blancos übernehmen. Dass er sich auch gegen Teams, die sich über das Pressing definieren, kaum aus der Ruhe bringen lässt, zeigte er am Dienstagabend bereits auf beeindruckende Art und Weise. Dementsprechend gilt es für die Gäste aus Katalonien, mögliche Anspielstationen geschickt zuzustellen; sowohl Ousmane Dembélé als auch Antoine Griezmann haben diese Fähigkeit schon gegen andere Teams aus La Liga unter Beweis gestellt.

Auch ein anderer Offensivspieler Barças ist zweifelsohne in der Lage, die Verteidigung der Gastgeber aus der Hauptstadt Spaniens vor große Probleme zu stellen und ist zudem darauf aus, eine persönliche Flaute gegen die Königlichen zu beenden: Lionel Messi. 

Benzema in Torlaune – beendet Messi seine Real-Flaute?

El Clásico muss mittlerweile seit sechs Spielen auf einen Treffer von Lionel Messi warten. Mit 26 Toren gegen Real Madrid darf sich La Pulga trotzdem immer noch Rekordtorschütze dieser Ansetzung nennen. Das Selbstbewusstsein des Argentiniers dürfte darüber hinaus zurzeit keineswegs angekratzt sein, schließlich war Messi seit dem 19. Dezember in jedem Ligaspiel, das er absolvierte, an einem Treffer direkt beteiligt gewesen. Am vergangenen Wochenende riss diese Serie gegen Real Valladolid zwar, die Torgefährlichkeit des sechsmaligen Weltfußballers bleibt jedoch unbestritten.

Dass der FC Barcelona dringend jemanden braucht, der für Clásico-Tore sorgen kann, lässt sich auch an einem Blick auf die letzten Torschützen dieser Derbys ablesen. Mit Ansu Fati, Ivan Rakitic, Malcom, Arturo Vidal, Philippe Coutinho und fünf Treffern von Luis Suárez steht kein einziger Spieler im Kader, der einen der letzten elf Bälle Barcelonas im Netz zappeln ließ (ein Treffer kam durch ein Eigentor von Raphael Varane zustande). 

Bei den Blancos zeigte sich Stürmer Karim Benzema zuletzt zielsicher. Im Ligabetrieb markierte der Franzose in den letzten sechs von ihm bestrittenen Spielen acht Treffer; gegen Barça gelang dem für das Offensivspiel der Gastgeber so wichtigen Zielspieler in den letzten neun Begegnungen jedoch kein Torerfolg mehr.

Real Madrid und FC Barcelona vor beachtlicher Serie 

Geht der Klub aus der Hauptstadt mit einem Sieg aus der Partie, wäre er aufgrund des direkten Vergleiches mit Stadtrivale Atlético Madrid über Nacht erstmal Tabellenführer in Spaniens höchster Spielklasse. Gleichzeitig würde man mit drei in Folge gewonnenen Partien gegen Barça eine Serie hinlegen, die es zuletzt 1978 gab. Nachdem das Team von Zinedine Zidane schon die Begegnung im Oktober für sich entschied, würde man zudem bei einem Erfolg über den FC Barcelona das erste Mal seit der Saison 2007/08 beide Clásicos im Ligabetrieb für sich entscheiden. 2008 kassierte Barça zudem zuletzt zwei Auswärtsniederlagen in Folge bei den Madrilenen, auch diese Bilanz soll – sofern es nach den Culés geht – möglichst nicht wiederholt werden. 

Doch all das sind Zahlen der Vergangenheit und Rechenspiele, die die Chancen auf einen Clásico-Sieg der Blaugrana keineswegs mindern. Mit breiter Brust und Sondertrikot fahren die Katalanen nach Madrid, um auf zehn Auswärtssiege in LaLiga in Folge zu kommen und zumindest mal über Nacht an die Tabellenspitze zu gelangen, wo sich im Moment das kriselnde Atlético mit einem Punkt Vorsprung befindet. Lassen die Rojiblancos dann noch gegen Real Betis Federn, könnte der FC Barcelona gleich beiden Konkurrenten aus der Hauptstadt die Woche vermiesen. 


El Clásico im Podcast, die große Vorschau zum Duell Real Madrid vs. FC Barcelona – inklusive Special Guest: TIKA TAKA hat DAZN- und Clásico-Kommentator Uli Hebel zu Gast: 

 

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