• Geburtsdatum: 21.08.1989
  • Geburtsort: Valls, Spanien
  • Nationalmannschaft: Spanien
  • Größe: 176 cm
  • Position: Abwehr
  • Bildquelle: Alex Caparros/Getty Images

Karriere

VereinZeitraum
Espanyol Barcelona B 2008-2009
Panthrakikos (Leihe) 2008-2009
Gimnàstic de Tarragona 2009-2010
Pobla de Mafumet 2009-2010
RCD Mallorca B 2010-2011
UD Almería B 2011
UD Almería 2011-2014
FC Sevilla 2014-2015
FC Barcelona 2015-2018
FC Sevilla seit 2018

Am 8. Juni 2015 wurde Aleix Vidal offiziell als neuer Spieler des FC Barcelona präsentiert. In den Jahren zuvor durchlebte der Katalane eine beeindruckende Entwicklung, die ihn schließlich wieder zurück nach Katalonien führte. So kometenhaft sein Aufstieg, so vielseitig auch sein Einsatzgebiet auf dem grünen Rasen: ob als offensiver Flügelspieler oder Außenverteidiger - Aleix Vidal herrscht über sämtliche Außenbahnen. Neben seiner Vielseitigkeit machen ihn insbesondere seine Explosivität, sein unbändiger Wille und eine ungemeine Laufkraft zu einem äußerst wertvollen Spieler.

Über viele Umwege zurück zum FC Barcelona

Der Lebenslauf von Aleix Vidal liest sich beinahe wie eine Einkaufsliste; sowohl in seiner Jugend als auch im Profibereich wechselte der Katalane seine Mannschaften beinahe wie Socken. Seit dem Jahr 2001 - als Vidal gerade einmal 11 Jahre alt war - vollzog er sage und schreibe 14 Ortswechsel. Der erste verschlug ihn sogleich von seinem Heimatklub UE Valls zum großen FC Barcelona, für dessen Jugend er 2001/02 agierte. Somit kann der Außenspieler aus heutiger Sicht als Rückkehrer bezeichnet werden, auch wenn sein damaliger Aufenthalt in Barcelona nur von kurzer Dauer war.

Danach ging es über zwei weitere Stationen innerhalb Kataloniens ausgerechnet in die Jugendabteilung von Real Madrid, in der er für seine bisherige Karriere unüblich gar zwei ganze Spielzeiten verweilte (2004-2006). Nach einer weiteren Zwischenstation Reus Deportiu verschlug es ihn zur Saison 2007/08 zu RCD Espanyol Barcelona, die ihn prompt zu CF Damm verliehen. Es sollte sein letztes Jahr als Jugendspieler sein; zur Saison 2008/09 kehrte er zu Espanyol zurück, um seinen ersten Profivertrag für die B-Mannschaft der Periquitos zu unterschreiben. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache einer erneuten Leihe - diesmal nach Griechenland zu Panthrakikos.

Wenig überraschend zog es Aleix Vidal nach diesem Gastspiel in Griechenland wiederum zu einem anderen Verein. Das bedeutet schlussendlich einen Wechsel von RCD Espanyol zu Gimnàstic de Tarragona, bei denen der Spanier in der Saison 2009/10 hauptsächlich im Farmteam (Hauptaufgabe solch eines Teams ist die Ausbildung und Entwicklung junger Spieler) in der vierten spanischen Liga zum Einsatz kam. Zur Saison 2010/11 schloss er sich schließlich dem RCD Mallorca an, um für dessen B-Mannschaft in der dritten spanischen Liga zu agieren.

Danach folgte der bis dahin wichtigste und nachhaltigste Wechsel für den damals 21-jährigen Vidal. Sein Wechsel zur UD Almería - diese spielte damals in der Segunda División - bedeutete schlussendlich den endgültigen Durchbruch in seiner Karriere. Ursprünglich für die zweite Mannschaft der Andalusier verpflichtet, wurde er postwendend fester Bestandteil des Profikaders und prompt auch Stammspieler. In seiner ersten Saison kam er so auf 41 Einsätze und fünf Treffer. In der Spielzeit 2012/13 gelang dann sogar der Aufstieg in die Primera División. Nach einem dritten Platz in der abgelaufenen Saison half Aleix Vidal mit zwei Treffern in den Playoff-Spielen gegen UD Las Palmas sowie FC Girona dabei tatkräftig mit.

Auch nach dem Aufstieg Almerías zur Saison 2013/14 war Vidal nach wie vor fester Bestandteil der Stammelf. Er kam in allen 38 Ligaspielen zum Einsatz, wobei er sechs Tore erzielen konnte und den Klassenerhalt mit seinem Team erreichte. Der aufstrebende Katalane weckte somit erstmals das Interesse größerer Klubs und packte die Gelegenheit beim Schopf, um zur Saison 2014/15 für rund drei Millionen Euro zum FC Sevilla zu wechseln.

Auch für Sevilla spielte Aleix Vidal anschließend fast durchgehend - 31 Einsätze in der spanischen Liga und elf in der Europa League sprechen Bände. Wiederum gelangen dem Katalanen wettbewerbsübergreifend sechs Tore - zwei davon in der Europa League, die schlussendlich auch gewonnen wurde. Unai Emery - sein Trainer beim FC Sevilla - setzte Aleix Vidal gegen Ende dieser Spielzeit vermehrt auch auf der Position des rechten Außenverteidigers ein; zuvor war sein Metier deutlich offensiver.

Wohl auch aus diesem Grund entschied sich der FC Barcelona, den vielseitigen Katalanen wieder zurück an seine einstige Wirkungsstätte zu lotsen. Für kolportierte 18 Millionen Euro fand er sich somit ab dem 8. Juni 2015 im Kader von Barça wieder. Doch damit nicht genug: Nur drei Tage danach, es war der 11. Juni, feierte Vidal bei einem 2:1-Testspielsieg gegen Costa Rica sein Debüt für die spanische Nationalauswahl.

Spielweise: Physische Stärke und Vielseitigkeit

Wenn man über den Spielstil von Aleix Vidal sinniert, denkt man zuerst an seine physische Präsenz und Vielseitigkeit. Das ist es, was den Katalanen am meisten auszeichnet. Prinzipiell kann er auf der gesamten rechten Außenbahn eingesetzt werden - ob in der Verteidigung, im Mittelfeld oder im Angriff. Als offensiver Flügelspieler kann er jedoch ebenso auf der linken Seite agieren. Wenn Not am Mann herrscht, stellt es Vidal sicherlich auch nicht vor große Hürden, wenn er die Position des Linksverteidigers übernehmen muss.

Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass der Spanier erst gegen Ende der Saison 2014/15 beim FC Sevilla als Außenverteidiger eingesetzt wurde. Somit gilt es hier noch einige taktische Defizite auszumerzen, was Vidal bei seiner Ankunft in Barcelona auch anmerkte. Seine Stärken, insbesondere im physischen Bereich, bieten jedoch zahlreiche interessante Optionen. So ist er ob seiner enormen Explosivität und Schnelligkeit eine enorme Waffe im Konterspiel - eine seiner großen Stärken. Kommt Aleix Vidal an den Ball und sieht die Gelegenheit für einen schnellen Gegenstoß, kann er in Windeseile viel Raum überbrücken und zahlreiche Gegner hinter sich lassen.

Darüber hinaus dient ihm seine Pferdelunge dazu, nach Vorstößen schnell wieder den Weg in die Defensive anzutreten - und das über die volle Spieldauer hinweg. Überhaupt ist seine defensive Arbeitsrate in all seinen Einsatzgefilden positiv hervorzuheben. Aleix Vidal gibt keinen Ball verloren und hilft seinem Team, wo es gerade am meisten vonnöten ist. Konkreter gesagt ist er sich auch nicht für die häufig zitierte „Drecksarbeit“ zu schade. Wenn er als Verteidiger agiert, muss er jedoch noch an seiner direkten Zweikampfführung arbeiten, was angesichts seiner jungen Vergangenheit auf dieser Position nicht weiter verwundert.

Doch wer denkt, mit seinen physischen Vorzügen sei es bereits getan, hat weit gefehlt. Der Katalane beweist auch ungemeines Geschick im Dribbling. Vordergründig bedient er sich auch hier wieder seiner ungeheuren Explosivität, um Gegenspieler zu überwinden. Darüber hinaus weiß Aleix Vidal natürlich seine langjährige Erfahrung als offensiver Flügelspieler auch in Tore und Assists umzumünzen.

Allgemein ist der Katalane ein Spieler, der vor allem seine Stärken mit viel Raum vor sich ausspielen kann und gerne bis zur Grundlinie durchmarschiert, um dann für gefährliche Hereingaben zu sorgen oder höchstpersönlich mit viel Tempo in den Strafraum marschiert. Das ist wohl sein größtes Charakteristikum im Offensivspiel.

„Vidal passt perfekt zu Barça“

Mit Linksverteidiger Jordi Alba teilte sich Vidal in seiner Jugendzeit eine Saison lang die Umkleidekabine. Nach seinem Transfer meinte er: „Vidal ist ein Spieler in fantastischer physischer Verfassung, der perfekt zu Barça passen wird. Er hat sich stark weiterentwickelt.”

Aleix Vidal: „Das war einst schon mein Zuhause“

Seine erste Pressekonferenz bei der Blaugrana begann Aleix Vidal mit folgenden Worten: „Nach der Geburt meiner Tochter ist das hier wahrscheinlich der wichtigste Tag in meinem Leben. Ich bin wieder hier - das war einst schon mein Zuhause. Und wenn es der Start einer Erfolgsserie wird, dann wäre das nur umso besser.”

Der über das Engagement erfreute Katalane hat mit Barça aber auch einiges vor, wichtig ist ihm, dass er immer 100 Prozent aus sich herausholt: „All meine Trainer, die ich in der Vergangenheit schon hatte, wussten, dass ich immer versuche, mein Bestes zu geben, egal, auf welcher Position ich jetzt spiele. Dieses Jahr habe ich in ungefähr acht oder neun Spielen als Außenverteidiger agiert und wir haben keines dieser Spiele verloren; das Europa-League-Halbfinale gegen Fiorentina, in dem ich auch ein Tor geschossen habe, mit eingeschlossen. Es ist also nur eine Frage von viel Arbeit und das zu tun, wozu man aufgefordert ist. [...] Ich glaube, viele wissen, wozu ich auf dem Feld imstande bin. Ich glaube, es wäre enorm schwer für mich, im Mittelfeld zu spielen, da hier drei der Weltbesten die Positionen besetzen. Wie ich schon gesagt habe, bin ich hier, um meinen Weg in das Team zu finden und einen Platz zu erhalten. Ich glaube die viermonatige Auszeit könnte gut für mich sein, um bestimmte Elemente für diese Position, die für mich relativ neu ist, zu verbessern. Ich habe meine ersten Partien als Rechtsverteidiger erst letzte Saison bestritten. Aber es wird schlussendlich sowieso beim Trainer liegen, auf welcher Position er mich spielen sehen will. Und ich werde hart daran arbeiten, um seinen Anforderungen gerecht zu werden.”