Antrag auf Misstrauensvotum: Organisatoren sammeln über 20.000 Stimmen

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Der Misstrauensantrag gegen den Vorstand des FC Barcelona ist beendet. Die Organisatoren haben die erforderliche Anzahl an Unterschriften sogar weit übertroffen – denn der FC Barcelona hat den Eingang von 20.687 Signaturen bestätigt. Bevor das Misstrauensvotum anberaumt werden kann, wird noch einmal nachgezählt.

Der Antrag auf das Misstrauensvotum gegen den Vorstand des FC Barcelona ist abgeschlossen. Bis zum Donnerstagabend um 18 Uhr hatten die Organisatoren Zeit, die erforderliche Anzahl von rund 16.500 Unterschriften – was 15 Prozent der Wahlberechtigten Vereinsmitglieder entspricht  zu sammeln, damit das Misstrauensvotum offiziell beantragt werden kann.

Prozedere mit Hindernissen

In Barcelona sowie über die Stadtgrenzen hinaus wurden zum Sammeln der Unterschriften mehrere Büros eingerichtet, in denen Mitglieder ihre Signatur abgeben und den Antrag unterstützen konnten. Die Organisatoren hatten dabei einige Hindernisse und Probleme zu überstehen, schließlich erschwert alleine die Corona-Situation jegliches Prozedere. Zudem gab es keine Spiele im Camp Nou, Zuschauer wären sowieso keine zugelassen gewesen üblicherweise geht man beim Unterfangen Misstrauensantrag rund um die Heimspiele auf tausendfachen Stimmenfang unter den ins Stadion pilgernden Zuschauern.

Präsidentschaftskandidat Víctor Font teilte via Twitter seine Ansichten zum Ablauf des Misstrauensantrags mit: „Es ist tatsächlich ein sehr komplexes Unterfangen. Der Prozess (ohne elektronische Unterschriften, mit Fotokopien der Personalausweise…) ist ein Prozess aus dem 20. Jahrhundert, welcher nicht Teil einer solch modernen Institution wie dem FC Barcelona sein sollte. Er ist so konzipiert, dass ein Misstrauensvotum beinahe unmöglich ist.“

Was das Ganze zudem sicherlich erheblich erschwert, wenn nicht gar behindert hat: Die Tageszeitungen SPORT und Mundo Deportivo schwiegen das Thema mehr oder minder tot, rückten die Mocio de Censura gegen den Vorstand des FC Barcelona um Präsident Josep Maria Bartomeu kaum in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Auf den Covern suchte man sämtliche Nachrichten über das geplante Misstrauensvotum zwei Wochen lang vergeblich.

Mehr als 20.000 Unterschriften

All diesen Widerständen zum Trotz scheint das Unterfangen der Organisatoren um die Präsidentschaftsanwärter Jordi Farré und Víctor Font erstaunlicherweise trotzdem gelungen zu sein, ihr Antrag Erfolg gehabt zu haben. Wie mehrere katalanische Medien berichten, wurde die notwendige Anzahl an Unterschriften just am letzten Tag erreicht – und sogar übertroffen. Die Organisatoren des Antrags berichteten am Donnerstagabend von insgesamt 20.731 gezählten Unterschriften – ein Wert, der deutlich über den benötigten 16.500 liegt.

Der FC Barcelona bestätigte am Abend den ordnungsgemäßen Eingang von 20.687 unterschriebenen Anträgen. Nun muss der Klub die Stimmen auszählen und den Antrag auf das Misstrauensvotum „validieren“, wie es in einer Mitteilung Barças offiziell heißt.

 

Votum benötigt Zweidrittelmehrheit

Innerhalb der nächsten zehn Werktage wird nun ein Komitee benannt, welches aus fünf Personen besteht. Diese Gruppe wird den weiteren Ablauf kontrollieren. Mitglieder dieses Komitees sind die ersten beiden Personen, die den Misstrauensantrag unterschrieben haben, zwei aktuelle Vorstandsmitglieder sowie ein Delegierter des katalanischen Fußballverbandes.

Anschließend müssen alle gesammelten Unterschriften verifiziert werden. Auch dieser Schritt kann noch einmal bis zu zehn Werktage in Anspruch nehmen. Sollten danach mehr als 16.521 gültige Unterschriften übrig bleiben, war der Antrag erfolgreich. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird der Antrag für zulässig erklärt und der Klubvorstand muss eine Abstimmung einberufen, die innerhalb einer Frist von nicht weniger als zehn und nicht mehr als zwanzig Arbeitstagen stattfinden muss.

Hier wird offiziell über die Abwahl des Vorstands des FC Barcelona abgestimmt. Nötig hierfür ist eine Zweidrittelmehrheit. Damit die Abstimmung gültig ist, müssen jedoch mindestens 10 Prozent aller wahlberechtigten Mitglieder ihre Stimme abgeben.

Sollte das Misstrauensvotum erfolgreich verlaufen, würde der derzeitige Vorstand automatisch von seinen Pflichten entbunden werden. Die Wahlen für einen neuen Präsidenten würden dann innerhalb von drei Monaten stattfinden.

 

Bastian Quednau
Schreibt über spanischen Fußball, leidet mit dem FC Schalke 04 und den Jacksonville Jaguars.
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