Drama in Dschidda: Barça verpasst Supercopa-Finale leichtfertig

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Der FC Barcelona ist im Halbfinale der Supercopa ausgeschieden. In einer insbesondere in der zweiten Halbzeit packenden Partie setzte sich Atlético Madrid mit 3:2 gegen die Katalanen durch. Barça drehte einen Rückstand, doch ein später Doppelschlag der Colchoneros verhinderte den Clásico am kommenden Sonntag. Dabei spielte der VAR zum Leidwesen der Blaugrana eine gewichtige Rolle. 

Im Vergleich zum 2:2 im Stadtderby bei Espanyol Barcelona änderte Ernesto Valverde seine Mannschaft auf zwei Positionen: Für Clement Lenglet und Ivan Rakitic starteten Samuel Umtiti und Arturo Vidal, Neto vertrat erneut den verletzten Marc-André ter ter Stegen im Tor.

Das Spiel entwickelte sich von Beginn an wie erwartet, Barça hatte viel Ballbesitz, Atleti konzentrierte sich aufs Verteidigen und erwartete Barça mit zwei Viererketten dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte. Thomas Partey hatte einen Abschluss aus der Distanz nach fünf Minuten – dies blieb für lange Zeit die einzige Offensivaktion der Hauptstädter. Barça benötigte über 20 Minuten, bis es das erste Mal gefährlich wurde: Nach Doppelpass mit Jordi Alba scheiterte Messi an Oblak (22.).

Atleti sehr defensiv

Atlético verteidigte sehr tief, Barça spielte im Stil einer Handballmannschaft um den Strafraum herum, doch wirklich gefährlich wurden die Katalanen mit Ausnahme der Chance von Messi nicht. Nach 32 Minuten hatte dann auch Atlético seine erste gefährliche Torchance, als Herrera einen Freistoß vom linken Strafraumeck direkt aufs Tor zog, doch Neto war auf dem Posten. Zwei Zeigerumdrehungen später hätte es dann beinahe auf der anderen Seite geklingelt, als Griezmann eine Messi-Ecke verlängerte, doch letztendlich fand sich kein Abnehmer und der Ball strich knapp am langen Pfosten vorbei.

Griezmann scheitert an Oblak

Kurz vor der Pause hätte Griezmann Barça in Führung bringen können, doch Oblak machte sich ganz lang und vereitelte den Lupferversuch des Franzosen (40.). Suárez hatte eine weitere Gelegenheit auf den Führungstreffer nach Vorlage Albas, doch wieder war Oblak zur Stelle (41.). Nach zweiminütiger Nachspielzeit hatte Atlético sein Ziel erreicht und nahm ein schmeichelhaftes 0:0 mit in die Kabine – eine gute erste Halbzeit der Katalanen, die aber ohne Ertrag blieb.

Kalte Dusche nach Wiederanpfiff – Messi antwortet

Zur zweiten Hälfte brachte Diego Simeone Koke für Herrera – dieser Wechsel sollte sich sofort bezahlt machen: Nach einer Kombination zwischen Felix und Correa war Koke freigespielt – dieser ließ sich nicht zweimal bitten und traf flach aus 15 Metern zum 1:0 für Atlético – 18 Sekunden nach Wiederanpfiff. Das Ergebnis spielte den Colchoneros natürlich total in die Karten, doch Barça antwortete umgehend. Eine Flanke von Vidal nahm Suárez mit der Brust an, Messi stocherte erfolgreich gegen Savic und Koke und traf trocken mit dem rechten Vollspann zum 1:1 (51.).

Die Katalanen blieben am Drücker und wollten sofort nachlegen – aber Messi traf den Ball nicht voll (55.). Eine Minute später versuchte Griezmann erneut per Lupfer zum Erfolg zu kommen, doch Oblak fischte den Ball mit der linken Hand.

Messi-Tor zählt nicht – Griezmann trifft

Nach einer Stunde jubelte die Blaugrana erneut, Barça hatte das Spiel vermeintlich gedreht. Messi nahm einen Ball am Sechzehner an, dabei sprang ihm die Kugel an den Oberarm. Anschließend traf der Argentinier flach ins linke Eck. Der Schiedsrichter gab den Treffer zunächst, doch der VAR griff ein und der Schiri verweigerte nach Ansicht der TV-Bilder dem Treffer die Anerkennung (60.). Doch der Jubel war nur aufgeschoben: Eine Flanke von Jordi Alba köpfte Suárez wuchtig aufs Tor, Oblak parierte erneut herausragend, doch den Abpraller köpfte Griezmann in die Maschen zum 2:1 (62.).

Barça ließ nicht locker und spielte weiter durckvoll nach vorne. Zunächst verfehlte Messi aus 20 Metern nur knapp den Torwinkel (65.), eine Minute später parierte Oblak erneut bärenstark einen harten Schuss von Suárez.

Auf ein Aufbäumen der Colchoneros wartete man in dieser Phase vergeblich, stattdessen wollte Barça die Entscheidung, doch wieder hatte der VAR etwas dagegen: Vidal grätschte eine Messi-Freistoßflanke vor das Tor, Piqué musste nur noch abstauben – doch Vidal soll bei La Pulgas Zuspiel knapp im Abseits gestanden haben (74.), wieder anullierte der Videoassistent-Referee das Tor.

Doppelschlag von Atlético bringt den K.o.

Barça schien sich nun seiner Sache sehr sicher zu sein – und das wurde von Atlético eiskalt bestraft: Die Katalanen waren ungeordnet und Vitolo tauchte frei vor Neto auf, der sein Tor verließ und den Eingewechselten foulte. Den fälligen Elfmeter versenkte Morata cool zum 2:2 (81.).

Doch als wäre der Ausgleich nicht schon (schmeichelhaft) genug, stellten die Colchoneros das Ergebnis dann völlig auf den Kopf. Nach einem Ballverlust schickte Morata Correa auf die Reise, allein vor Neto schloss er ab, der brasilianische Schlussmann kam noch an den Ball, der in hohem Bogen über Sergi Roberto hinweg den Weg ins Tor fand (86.) – das 3:2 für die Rojiblancos in einem nun völlig verrückten Spiel gegen ein verdutztes Barça.

In der Schlussphase warf Barça alles nach vorne, doch Atleti brachte das Ergebnis über die Zeit und trifft am Sonntag im Finale der Supercopa auf Real Madrid, das sich zuvor im ersten Halbfinale gegen Valencia mit 3:1 durchgesetzt hatte. Für den FC Barcelona endet der Dienstausflug nach Saudi-Arabien nun mit einer Enttäuschung. Erst in eineinhalb Wochen steht die nächste Partie in La Liga gegen Granada auf dem Plan.   

 

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