Einsparungen in der Corona-Krise: Barça erwägt Gehaltskürzungen

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Der FC Barcelona prüft, wie der Verein in Zeiten der Coronavirus-Krise die finanziellen Verluste auffangen kann. Gemäß katalanischen Medienberichten wird auch eine Gehaltskürzung der Profis diskutiert. Diese würde aber nicht nur die Fußballprofis betreffen.

Da La Liga auf unbestimmte Zeit pausiert

, entgehen dem FC Barcelona aktuell Einnahmen in Millionenhöhe, schließlich entfallen signifikante Einkünfte etwa durch TV-Übertragungen, Eintrittsgelder, Sponsoren, Merchandising-Verkäufe oder VIP-Areas. Daher prüft der FC Barcelona dieser Tage, ob er die finanziellen Verluste durch Gehaltskürzungen der Profis auffangen kann.

„Es ist klar, dass diese Krise sehr negative Auswirkungen auf die gesamte Fussballindustrie und den Sport im Allgemeinen hat, und der Verein ist verpflichtet, auf alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein“, hieß es in einer veröffentlichten Presseerklärung des FC Barcelona vor kurzem, „deshalb hat der Vorstand die Situation analysiert und verschiedene Szenarien und mögliche Maßnahmen durchgespielt, die mit dem Ziel, alle wirtschaftlichen Schäden zu minimieren, ergriffen werden können.“

 

 

Gerade bei den Spielergehältern ist der FC Barcelona der Krösus, die monatlichen Ausgaben sind gewaltig. Das Gehaltsvolumen des Profiteams soll gut 60 Prozent aller Ausgaben des Vereins betragen, der höchste Wert aller europäischen Profiklubs, heißt es. Durch diese exorbitante Gehaltsstruktur ist Barça finanziell angeschlagen, der Klub könnte, je länger die Coronavirus-bedingte Spielpause anhält, in eine finanzielle Schieflage geraten, die Auswirkungen auf Sommertransfers hat. 

Gehaltskürzungen würden alle Abteilungen treffen

Eine Reduzierung der Spielergehälter wäre der erste und offensichtliche Schritt, um dringend notwendige Einsparungen in Millionenhöhe vornehmen zu können. Die Spieler würden demnach für die Dauer der Coronavirus-Pause eine Gehaltskürzung in Kauf nehmen müssen – allerdings würde das nicht nur die Fußballer der ersten Mannschaft betreffen, sondern alle Profiteams des katalanischen Klubs: Also auch die Basketballer, Handballer, Rollerhockey-Spieler und die Frauenmannschaft. Wie die Mundo Deportivo berichtet, seien sogar die Spieler Barça Bs und die A-Jugend davon betroffen, sollte der Verein sich für Gehaltseinsparungen entscheiden.

Demnach habe sich Präsident Josep Maria Bartomeu auch schon mit den Kapitänen und Direktoren der einzelnen Profisektoren zusammengetan, um etwaige Gehaltskürzungen zu besprechen und den Vorschlag flächendeckend zu unterbreiten.

Andere Vereine haben die Gehaltskürzungen bereits durchgeführt, beispielsweise der FC Bayern München, bei dem die Mannschaft und die Verantwortlichen auf 20 Prozent ihrer Gehälter verzichten. Über die Höhe des prozentualen Gehaltsverzichts beim FC Barcelona wurde bisher nichts bekannt. Ein erster Vorschlag zum Gehaltsverzicht sei von der Mannschaft derweil abgelehnt worden, heißt es in der SPORT und der Marca.

In der Zwischenzeit berichten die lokalen Medien, dass Barça vorübergehend auch Mitarbeiter freistellen könnte, die ihre Arbeit derzeit nicht ausführen können. Dazu gehören Museums- und Ladenpersonal, Physiotherapeuten, Reinigungspersonal und Sicherheitsbeamte. Dies ist im Rahmen des „ERTE“-Programms der spanischen Regierung für Notfälle zulässig. Dieses umstrittene Gesetz beinhaltet keine Garantie, dass die Beschäftigten an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren können, selbst wenn die Normalität wieder hergestellt wird.

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt
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