Fitnesstrainer erklären: So trainieren Barças Spieler während der Corona-Zeit

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La Liga pausiert, dennoch halten sich die Spieler des FC Barcelona fit, müssen dies aufgrund der in Spanien verhängten Ausgangssperre jedoch von zu Hause aus tun. Wie das funktioniert, haben Barças Fitnesstrainer Antonio Gómez und Andrés Martín erklärt und einen Einblick in das Individualtraining gewährt.

Aufgrund der Corona-Pandemie stehen momentan zahlreiche Fragen im Raum, auf die es nur wenige Antworten gibt. Verantwortliche haben in dieser ungewissen Zeit mit den Auswirkungen des Virus auf unterschiedlichste Bereiche zu kämpfen.

Zuletzt sah sich La Liga gezwungen, die erst auf zwei Wochen festgelegte Pause auf unbestimmte Zeit zu verlängern und sich an die Vorgaben der Regierung zu halten. Für die Vereine geht es primär darum, die Krise in finanzieller Hinsicht zu überstehen. So meldete der FC Barcelona jüngst Kurzarbeit an

, wodurch Spielern und Mitarbeitern das Gehalt gekürzt wird. 

Barças Spieler haben individuelle Trainingspläne

Dennoch muss man sich auf eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorbereiten – trotz der in Spanien verhängten Ausgangssperre. Barcelonas Spieler haben alle einen personalisierten Trainingsplan erhalten, müssen sich während der Corona-Pause natürlich trotzdem bestmöglich fit halten. Nun gewährt Barça Einblicke in die Arbeit der Akteure im „Home Office“.

„Das Ziel ist es, ein Training zu gestalten, das dem gewohnten Training ähnelt, damit die Athleten sich bei der Wiederaufnahme des Wettbewerbs im optimalen Zustand befinden“, schreibt der Verein auf der offiziellen Homepage des von Barça 2017 ins Leben gerufenen „Innovation Hub“. Ein Projekt, das Wissenschaft und Sport eng miteinander verknüpft und die wenigen Extra-Prozente für den Erfolg herausholen soll.

Belastungssteuerung: Spieler simulieren Spielbetrieb

Für das Training in den eigenen vier Wänden wurden auf die Spieler individuell abgestimmte Pläne erstellt, die sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining beinhalten. Antonio Gómez, Fitnesstrainer der ersten Mannschaft, beschreibt: „Die Belastung ist sehr ähnlich zu unserem regulären Prozess. Wir haben unsere Wochen mit zwei Spielen und einem Ruhetag simuliert.“

Die Mannschaft und das Trainerteam befinden sich im täglichen Austausch – auch um mögliche Veränderungen an der Arbeit vorzunehmen. „Sie [die Spieler] absolvieren Ausdauertraining auf dem stationären Fahrrad oder dem Laufband. Die Spieler haben das Ziel, beim Intervalltraining die Geschwindigkeiten und Herzfrequenzen zu erreichen, die dem Wettbewerb gleichen“, erklärt Andrés Martín, Barcelonas U19-Fitnesstrainer.

Weil das Trainerteam aufgrund der Umstände nicht mit GPS-Daten arbeiten kann, schicken die Spieler nach jeder Einheit die absolvierte Distanz mit dem dazugehörigen Tempo an das Trainerteam, aber auch eine Einschätzung zum Belastungsempfinden, das auf einer Skala von 1-10 angegeben wird. Diese Einschätzung der Spieler sei in der Zwischenzeit von durchschnittlich 5,5 auf 7 bis 8 gestiegen – wie die beiden Fitnesstrainer erklären, dürfte diese Angabe an der Wärme und dem Stress beim Training in den eigenen vier Wänden liegen. 

Training zu Hause bedeutet mehr Stress

„Die Sitzungen werden innen durchgeführt und der Körper ist nicht in der Lage, die Wärme mit derselben Effizienz abzuleiten wie im Freien“, erläutern Martín und Gómez, zudem hänge es zusammen „mit der mechanischen Belastung, die durch die Übungen erzeugt wird, die die Spieler nicht gewohnt sind. Und auch mit der emotionalen Belastung, die dadurch entsteht, dass man nicht aus dem Haus gehen kann.“ Jeder Hobbysportler kennt das: Im Freien joggen macht einfach mehr Spaß als auf dem Laufband.

Ein weiterer relevanter Aspekt während dieser Isolationszeit ist die Reduzierung des Energieverbrauchs der Spieler, den der Verein und samt den Fitnesscoaches im Blick haben muss. Deshalb wird auch das Gewicht überwacht, um einen Anstieg des Fettanteils zu verhindern.

Diese außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Maßnahmen, um neue Formeln zu finden, die Fitness und Motivation der Spieler in einem so schwierigen Umfeld zu erhalten. Eben an solchen Dingen arbeitet das „Innovation Hub“ des FC Barcelona aktuell während der COVID-19-Pandemie.

„Innovation Hub“ verbindet Wissenschaft und Sport

2017 hat der FC Barcelona das „Innovation Hub“ gestartet. Es soll die Wissenschaft und den Sport verbinden, durch technische Errungenschaften wollen sich die Katalanen einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Wie Präsident Josep Maria Bartomeu bei der Vorstellung damals erklärte, soll es Barças Anspruch sein, Wissen und Innovation zu einem Kernelement der Vereinsidentität zu formen.

Darüber hinaus beschrieb Dr. Jordi Monés: „Wir sind ein sehr spezieller Klub, wir können sagen, dass wir einzigartig sind, weil wir lokal und global sind. Wir sehen unsere Werte als Pflicht und alle unsere Vereinsmitglieder haben hohe Erwartungen, deswegen haben wir immer das Ziel, in einer gewinnenden Position zu sein, wir müssen immer die Ersten sein, und dafür müssen wir uns immer wieder neu erfinden, was Wissen und Innovation bedeutet, und das ist der Grund, weshalb wir das Projekt wollen und brauchen.“

Im vergangenen Jahr hielt Albert Mundet, Leiter des Innovation Hub, auf der renommierten Sportbusiness-Konferenz SPOBIS einen Vortrag über das Projekt und ging näher darauf ein, wie der Verein im Fußball ein innovativer Vorreiter werden will. Eben jene innovativen Ideen sind gerade während der Coronavirus-Quarantäne wichtiger denn je.

 

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