Gerardo ‚Tata‘ Martino: „Meine Zeit beim FC Barcelona war ein voller Misserfolg“

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Der ehemalige Trainer vom FC Barcelona und momentaner Trainer Argentiniens Gerardo Martino blickte in einem Interview mit der spanischen Zeitung ’Panenka’ auf seine Zeit bei den Katalanen zurück. Auch stellte er einen Vergleich zwischen seinen beiden Landsmännern und Legenden Diego Maradona sowie Lionel Messi an, mit welchem er immer noch zusammenarbeitet. Dabei stellte er neben den häufig genannten Gemeinsamkeiten auch die Unterschiede heraus.

Die Saison 2013/14 – eine erfolglose Saison, an die nicht allzu gerne und wahrscheinlich auch nicht allzu oft zurückgedacht wird. Keinen einzigen großen Titelgewinn konnte der FC Barcelona feiern. Die momentane Saison wird hoffentlich noch mit zwei Titeln und somit erfolgreich beendet. Eine Gemeinsamkeit zwischen der jetzigen Saison und der aus 2013/14 wird aber bleiben: Im Viertelfinale der Champions League flog man jeweils nach einer Niederlage gegen Atlético Madrid raus. Wahrscheinlich nur ungern, aber erst kürzlich dachte Martino an seine Saison mit dem Verein zurück.

Martino über seine Zeit bei Barça

Seine Sicht auf die damalige Saison: „Meine Zeit bei Barça war ein voller Misserfolg. Das bedeutet in der Regel, dass man nichts gewinnt, aber ich sehe das noch etwas anders. Selbst wenn wir nichts gewonnen haben – hätte Barça anders gespielt, wäre es kein Misserfolg gewesen.

Wir aber haben weder gewonnen noch haben wir gut gespielt. Selbst der Liga-Sieg wäre da kein echter Erfolg gewesen.“ 

Ferner stand laut Martino auch sein Abgang mehrere Monate vor Saison-Abschluss fest: „Meine Entscheidung hätte sich auch später [nach einem Titelgewinn] nicht geändert. Es war nicht notwendig, etwas fortzuführen, was schon seit geraumer Zeit tot war.“ 

Der Sprung in die Trainerrolle bei Barça sei für ihn zu überfordernd gewesen: „Wenn du nichts gewinnst und dazu auch noch aus dem Ausland kommst, kannst du nur auf dein Glück hoffen, nicht kritisiert zu werden. Besonders dann, wenn du keine gemeinsame Vergangenheit mit dem Verein hast. Ich hätte mir zuerst einen Trainerjob bei einer anderen europäischen Mannschaft suchen sollen. Wenn ein anderer Trainer in derselben Situation mich jetzt um Rat fragte, würde ich ihm raten, zuerst Erfahrung bei anderen Vereinen zu sammeln.“

Martino über Messi und Maradona

Über Messi denkt Tata Folgendes: „Messi ist der Beste der Welt, weil er alles instinktiv macht, sowohl im Spiel als auch beim Training. Das gilt für damals beim FC Barcelona und auch jetzt bei Argentinien. Bei Barça war er derselbe – ein ruhiger Typ, der nur sprach, wenn es notwendig war. Aber wenn er sprach, dann hat man das gemerkt.“ 

Den Vergleich von Messi mit Maradona sieht er so: „Ihre Stärken liegen im Dribbling, aber auch in der Übersicht und bei den tödlichen Pässen. Als Kapitän hatte Maradona wohl die größere Rolle in der Umkleidekabine von den beiden. Nicht, dass Messi diese Fähigkeit nicht hat, nur interessiert es ihn einfach nicht. Er will einfach bloß Fußball spielen.“ 

Fußball spielen muss Messi demnächst auch für Argentinien, welches sich in der WM-Qualifikation auf Platz 3 in der südamerikanischen Gruppe befindet. Martino dazu: „Wenn wir uns nicht qualifizieren würden, müsste ich Selbstmord begehen. Es wäre ein großes Scheitern, und wir müssen endlich einen Titel gewinnen.“ 

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