Iniesta: „Würde Rakitic nicht abgeben – er ist für mich ein Top-Spieler“

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Andrés Iniesta sprach in einem Interview über sein Leben in Japan, seine Zeit beim FC Barcelona, die derzeitige Lage bei Barça, seinen Wunsch Trainer zu werden sowie über Ansu Fati, Frenkie de Jong und Ivan Rakitic.

Andrés Iniesta fühlt sich in Japan wohl. Der Ex-Barça-Star, dessen Vertrag bei Vissel Kobe 2021 ausläuft, könnte sich sogar vorstellen, noch etwas länger zu spielen, derzeit fühlt sich der 35-Jährige motiviert. In einem Interview mit der Marca sprach Iniesta über sein Leben in Japan, den FC Barcelona, Barças Mittelfeldspieler sowie sein Ziel, einmal Trainer zu werden. 

Frage: Wie lebt es sich 1.000 Kilometer entfernt von Zuhause?

Andrés Iniesta: „Ich bin jetzt seit über einem Jahr in Japan, in der Zeit konnte ich mich anpassen. So eine Veränderung umfasst viele Dinge, aber wir haben uns jetzt akklimatisiert.“

Wie sieht ihr Tagesablauf aus?

„Gar nicht groß anders als in Barcelona. Morgens Training, dann essen auf dem Trainingsgelände oder Zuhause, die Kinder gehen morgens in die Schule, und am Nachmittag führen wir Zuhause ein normales Familienleben. Wir führen ein ruhiges Leben: Sport und Familie.“

Ihr Vertrag läuft 2021 aus, werden Sie ihn verlängern?

„Man weiß nie. Derzeit fühle ich mich motiviert und voller Tatendrang, das ist das Wichtigste. Ich genieße das Training und die Spiele sehr. Mal sehen, was die Zeit bringt, aber vielleicht kann man den Vertrag am Ende der Laufzeit noch ein wenig verlängern.“

Sie hatten verschiedene Angebote in der Vergangenheit, welche wichtigen Offerten haben sie denn ausgeschlagen?

„Als ich verkündet hatte, nicht mehr bei Barça weiterzumachen, gab es viele Interessenten, zu denen ich hätte gehen können – aber es war für mich klar, dass ich nicht in Europa weitermachen würde. Es gab Angebote von Vereinen wie den Boca Juniors oder aus China. Doch Japan hat mich am meisten angezogen. Sie haben mir ein gutes Gefühl gegeben, deshalb habe ich mich dafür entschieden. Heute kann ich sagen, dass das die richtige Entscheidung war.“ 

Wie würden sie ihre Zeit bei Barça definieren?

„Magisch. Magisch und besonders, es war die beste Zeit. Ich habe meinen Traum verwirklicht, den ich mit zwölf Jahren, als ich [in Barcelona] ankam, hatte. Ich habe unendlich viele Spiele absolviert, wir haben viele Titel gewonnen. Es war ein brutaler Lohn für sehr viel Arbeit. Wenn ich die Zeit mit nur einem Wort zusammenfassen müsste, wäre es: magisch.“

Ist Barças Stil immer noch der gleiche?

Der Stil ist immer da, doch es gibt Zeiten, in denen es mal besser und mal schlechter läuft. Es gibt verschiedene Spieler, aber das heißt nicht, dass es besser oder schlechter ist. Das Wichtigste ist, dass Barça immer die gleiche Spielidee haben wird.“

Barça hat keinen Xavi und Iniesta mehr im Kontrollzentrum – sind de Jong und Arthur die Nachfahren?

„Ich denke, es sind zwei außergewöhnliche Spieler, sie haben sehr viel Bedeutung auf dem Platz. Sie besitzen die Spielidee: Sie kontrollieren den Ball, das Spielgeschehen, die Situation… Ich bin mir sicher, sie haben sehr viel Gewicht innerhalb der Mannschaft. Der Schlüsselpunkt ist, dass alle Zahnräder ineinandergreifen – mit Busquets, Rakitic und all den anderen Mittelfeldspielern im Zentrum.“

Es sieht danach aus, als könnte Rakitic den Verein im Winter verlassen. Würden Sie ihn gehen lassen?

„Nein, würde ich nicht. Für mich ist er ein Top-Spieler. Seine Leistungen waren die ganze Zeit über großartig. Diese Saison hat er nicht diese Hauptrolle, die er zuvor inne hatte, aber das bedeutet nicht, dass er kein Top-Spieler ist.“

 

Was denken sie über Ansu Fati?

„Sehr positiv, denn es bedeutet etwas. Er ist ein Spieler aus der Jugendschmiede, jung, er kann noch weitere Chancen bekommen. Das Wichtigste ist, dass er seine Chancen nutzt. In der ersten Mannschaft zu sein ist sehr schwierig, wenn er also Einsatzminuten bekommt, muss er das Beste daraus machen.“

Da wir über junge Talente sprechen, Pedri bewundert Sie, schafft er es bei Barça?

„Das vorauszusagen ist sehr schwierig, aber klar, mit seinem Ehrgeiz und seinen Qualitäten, die anders sind, kann er sicherlich einmal ein wichtiger Akteur werden. Ich weiß weder, wo das sein wird noch wann, aber mit Wille und Ehrgeiz kann er große Dinge erreichen. Wenn ein junger Spieler einmal in der ersten Liga spielen will, muss er ein ‚Protagonist‘ sein, das ist wichtig. Alles andere wird die Zeit zeigen.“

Sie haben vor kurzem gesagt, dass Sie sich vorstellen könnten künftig Trainer zu werden?

„Ich habe mir noch keine allzu großen Gedanken gemacht. Ich könnte Ihnen sagen, dass ich mal Trainer werden will, aber es ist wie mit allerlei Dingen: Uns können viele Sachen gefallen, aber am Ende macht man es nicht oder es klappt nicht. Momentan denke ich nur an das Spielen, daran, dass ich meinen Ehrzeiz und Antrieb aufrecht erhalte. Aber danach muss man sehen, ich könnte es mir auf jeden Fall vorstellen.“

Wie würde der Trainer Iniesta spielen lassen?

„Ich habe während meiner Karriere viele Dinge von den verschiedenen Trainern, die mich geprägt haben, gelernt – aber über allem steht die Spielidee, das hat mich am meisten geprägt. In die Richtung wird es gehen. Doch der Fußball verändert sich ständig, man muss sich an alle Situationen anpassen können. Alle Trainer, die ich bei Barça hatte, waren vom gleichen Muster geprägt: Sie wollten dominieren, kombinieren, das Spiel von hinten aufbauen, überlegen sein… das sind die Dinge, mit denen ich erzogen wurde und die ich als Weg einschlagen werde.“

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