La Liga steht still: Fünf mögliche Szenarien

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Die spanische Meisterschaft ist aufgrund des Coronavirus unterbrochen – doch wie geht es weiter? Der Fußball hat Terminprobleme, allen voran aufgrund der Europameisterschaft im Sommer. Wie es nun weitergehen soll, ist derzeit unklar, darüber wird eine Kommission beraten. Grundsätzlich gibt es fünf Möglichkeiten für den Abschluss der La-Liga-Saison.

Die spanische Liga pausiert aufgrund des grassierenden Coronavirus. In der am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung hieß es, die Aussetzung des Spielbetriebs sei zunächst nur auf zwei Spieltage beschränkt worden.

Sollte es also den Behörden gelingen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, besteht noch die Möglichkeit, dass die Meisterschaft innerhalb kürzester Zeit fortgesetzt wird. Die Wahrscheinlichkeit auf einen schnellen Erfolg gegen das Virus – basierend auf den Erfahrungen in China, wie lange es wirklich dauert, die Epidemie in den Griff zu bekommen – ist jedoch gering. Daher denken schon die Parteien – La Liga und der spanische Verband RFEF – darüber nach, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen. 

Laut der spanischen Zeitung AS stehen zurzeit fünf Szenarien zur Diskussion.

1. Die Saison wird nach der Pause normal weitergespielt

Damit diese Variante überhaupt ins Spiel kommen kann, muss die Epidemie in Europa schnell bewältigt und unter Kontrolle gebracht werden. Angesichts des jetzigen Verlaufs des Virus und der zunehmenden Anzahl an Infizierten scheint eine sofortige Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der zweiwöchigen Unterbrechung schwer vorstellbar zu sein.

Auch hängt diese Variante – wie jede andere auch – vom Terminkalender und den anderen Wettbewerben, hauptsächlich der Europameisterschaft im Sommer, ab. Über einer Verschiebung dieser berät die UEFA kommenden Dienstag. Sollte die EM verschoben werden, hätte man bis in den Sommer Zeit, die Liga normal zu Ende zu bringen. 

2. Eine Meisterschaft ohne Meister – die annulierte Saison

Sollte sich die Situation komplizierter gestalten und die Aussetzung der Meisterschaft vorerst verlängert werden sowie die Wiederaufnahme aller Spiele terminlich nicht möglich sein, könnten der Verband und die Liga beschließen, dass die Saison annulliert wird.

In diesem Fall gäbe es keinen Meister 2019/20 und auch keine Ab- und Aufsteiger oder Europapokalteilnehmer. Die komplette Saison 2019/20 würde schlicht für nichtig erklärt werden, es gelten die Platzierungen der Saison 2018/19. Alles würde in der nächsten Saison (wann immer diese beginnen mag) so an den Start gehen, wie es vor dieser Spielzeit der Fall war – der FC Barcelona geht also als amtierender Meister ins Rennen, Valencia ist der Pokalsieger, und so weiter.

3. Platzierung wird nach dem aktuellen Tabellenstand festgelegt

27 Spieltage wurden bisher absolviert, in Szenario drei wird die Saison an dieser Wegmarke offiziell beendet, wodurch die aktuelle Tabelle auch die Endtabelle darstellen würde. Die aktuellen Platzierungen sind somit die Endplatzierungen. Demnach wäre der FC Barcelona spanischer Meister 2019/20, Real Madrid, der FC Sevilla und Real Sociedad zögen in die Champions League ein, Getafe und Atlético in die Europa League, Mallorca, Leganés und Espanyol steigen ab.

Ein Makel bei diesem Szenario: Es wurde keine gerade und somit faire Anzahl von Spielen absolviert, es hat nicht jeder gegen jeden zweimal antreten können. Manche Teams spielten zweimal gegen den FC Barcelona oder Real Madrid, hatten so (aus ihrer Sicht) einen Wettbewerbsnachteil. Etwas fairer wäre daher Szenario vier: 

4. Endplatzierung wird anhand der Hinrundentabelle ermittelt

Wie könnte also die Homogenität des Wettbewerbs besser gewährleistet werden? Dadurch, dass die Saison nach der Hinrunde offiziell beendet wird. So hätte in dieser verkürzten Saison jeder gegen jeden nur einmal gespielt, die Tabelle nach 19 Spieltagen stellt demnach die Endtabelle dar.

Bei dieser Variante wird ebenfalls Barça zum Meister gekrönt. Obwohl sowohl die Katalanen als auch Real Madrid nach der Hinrunde 40 Punkte hatten, würde die Tordifferenz das Zünglein an der Waage für den katalanischen Verein ausmachen, da Barça eine um zwei Tore bessere Tordifferenz hatte.

Atlético und Sevilla erreichen demnach die Champions League, Real Sociedad und Valencia die Europa League, die Absteiger würden auch hier Mallorca, Leganés und Espanyol lauten.

Die „halbe“ Saison wäre eine fairere Bemessungsgrundlage, auch wenn auch diese einen kleineren Wettbewerbsnachteil für diverse Teams zur Folge hätte, beispielsweise für Vizemeister Real Madrid, der das letztlich entscheidende Spiel um den Titel gegen Barça (welches 0:0 endete) im Camp Nou austragen musste.

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Auch gäbe es eine fünfte Untervariante, die auf Szenario drei oder vier zusätzlich angewendet werden könnte: Playoffs.

Sollte nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung stehen, um einige Partien auszutragen, könnten anhand der Hinrundentabelle oder der Tabelle nach dem 27. Spieltag im Playoff-Modus die Entscheidungen um Titel und Endplatzierungen ermittelt werden. So gäbe es doch noch einen sportlichen und fairen Wettbewerb – und La Liga und die Vereine könnten zumindest noch ein paar Einnahmen generieren.

Was die genaue Vorgehensweise in Zeiten der unsicheren Coronavirus-Krise anbelangt, wird bald ein Aussschuss gebildet, der zu einer Entscheidung kommen sollte. Die erwartbare Verschiebung der Europameisterschaft in den Winter 2020 oder den Sommer 2021 gäbe den Verbänden zumindest mehr Spielraum. Dann muss auch jeder Ligaverband für sich entscheiden, wie er mit der Situation umgeht und wie die Meisterschaft gewertet wird. In Spanien wird eine Kommission beraten, schließlich hat aber – sollte es zu Uneinigkeiten kommen – gemäß spanischen Medienberichten RFEF-Präsident Luis Rubiales das letzte Wort.

 

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