Neymar und sein Zauberfußball: Japanische Neurologen kennen das Geheimnis

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Wann immer Neymar Jr. den Ball bekommt, erwarten die Zuschauer große Wundertaten von ihm. Der Brasilianer sei im Umgang mit dem Ball gesegnet und habe in dieser Hinsicht deutlich mehr in die Wiege gelegt bekommen als seine Mitstreiter. Doch was ist das Geheimnis des letzten Samba-Kickers auf unserem Planeten? Japanische Neurologen meinen, die Lösung zu kennen: Der Barça-Star verbrauche am Ball weniger neuronale Ressourcen und könne diese für anspruchsvollere Handlungen auf dem Platz fruchtbar machen.

Zehn Prozent ist die magische Zahl, die Neymar anderen Fußballern voraus habe. Er müsse zehn Prozent weniger Gehirnaktivität aufwenden, um die gleiche Bewegung mit seinem Fuß durchzuführen. Das gehe aus einem Beitrag im Fachblatt Frontiers in Human Neuroscience hervor, der eine Untersuchung zum Gegenstand hat, in der die Aktivität einer bestimmten Hirnregion während einer Fußbewegung gemessen worden war. Das Ziel bestand darin, die Auswirkungen von jahrelangem motorischem Training zu untersuchen. Als Referenzpunkte dienten Profifußballer, Profischwimmer sowie ein Amateurfußballer. Die Ergebnisse der Untersuchung im Einzelnen (übersetzt): 

Wie langfristiges motorisches Training (über mehrere Jahre) die interne motorische Konstitution beeinflusst, ist bislang kaum erforscht. Wir geben wertvolle Hinweise darauf, dass im Gehirn des Fußballers Neymar da Silva Santos Júnior (Brasilianischer Fußballer) während der Ausführung von Bewegungen mit dem Fuß nur sehr begrenzt neuronale Ressourcen beansprucht werden. Wir haben seine Gehirnaktivität mittels einer funktionellen Magnetresonanztomographie untersucht, während er seinen rechten Knöchel mit einer Frequenz von 1 Hertz gedreht hat. Ferner haben wir die Hirnaktivität von drei weiteren Profi-Fußballern, zwei Profi-Schwimmern und einem Amateurfußballer gemessen, als diese den identischen Vorgang durchgeführt haben. Wir haben einen Vergleich zwischen der Hirnaktivität von Neymar und jener von den anderen durchgeführt. Aktivitäten konnten bei allen Teilnehmern linksseitig in der medialen Wand in den Regionen für die Fußmotorik beobachtet werden. Intensität und Ausmaß der Aktivität in der medialen Wand waren bei den vier professionellen Fußballern allerdings kleiner als bei den anderen drei Teilnehmern, obwohl es in der Fußbewegung keinen Unterschied gab. Die geringe Aktivität der medialen Wand in den Regionen für die Fußmotorik wurde überraschenderweise bei Neymar sehr deutlich. Die Aktivität seiner medialen Wand war die geringste von allen Teilnehmern bei gleich bleibender Fußbewegung. Neymar kann wahrscheinlich kontrollierte Bewegungen mit dem Fuß ausführen und muss dabei nur begrenzt motorisch-kortikale neuronale Ressourcen nutzen. Wir diskutieren diese Möglichkeit im Hinblick auf jahrelanges motorisches Training, nutzungsabhängige Plastizität sowie effiziente motorische Kontrolle.

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