Radiostation liefert Beweise: FC Barcelona kündigt Social-Media-Firma

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Der Skandal um den Online-Dienstleister I3 Ventures weitet sich aus: Die Firma hat auf Social Media Hetzkampagnen geführt – angeblich im Auftrag des FC Barcelona. Eine Radiostation hat nun Beweise vorgelegt. Während Präsident Josep Maria Bartomeu die gezielte Rufschädigung dementiert, löste Barça den Vertrag mit dem Unternehmen auf. 

Der Social-Media-Skandal weitet sich aus, die Beweislast wird immer erdrückender: Die vom FC Barcelona beauftragte Firma I3 Ventures machte auf Social Media unter anderem durch Accounts auf Facebook Stimmung gegen ‚Gegner‘ des FC Barcelona, um das Image dieser zu beschädigen und gleichzeitig User zu beeinflussen.

Der Radiosender SER Catalunya hatte dies am Montag offengelegt

, der FC Barcelona in der Folge in einer Pressemitteilung eine Zusammenarbeit mit I3 Ventures zwar bestätigt, gleichzeitig aber dementiert, dass der Online-Dienstleister in Zusammenhang mit den Hetzkampagnen-Accounts stehe.

Doch Cadena SER legte nach und präsentierte ein 36-seitiges Dokument, dass die Verbindung von I3 Ventures zu den besagten Accounts darlegte und die argentinische Firma mit Sitz in Barcelona und Madrid als Betreiber einiger Accounts offenbarte.

Am Dienstag trat Präsident Josep Maria Bartomeu vor die Presse und erklärte, der FC Barcelona habe den Vertrag mit der Firma aufgrund der neuesten Enthüllungen nun gekündigt. Bartomeu sagte bei der Veranstaltung ‚Vázquez Montalbán International Journalism Awards‘: „Heute morgen haben wir die Anweisung gegeben, den Vertrag mit dem Unternehmen aufzulösen.“

Dann fügte der Barça-Präsident hinzu, dass die Firma im Jahr 2017 vom Verein damit beauftragt worden war, Social-Media-Aktivitäten zu überprüfen und auszuwerten, nicht aber um Hetzkampagnen mit anonymen Accounts zu führen. „Ja, wir haben die Firma beauftragt, Social Media zu beobachten – das machen viele große Unternehmen so. Wir können bestätigen, dass ein Account [auf Facebook, Anm. d. Red.] dieser Firma negative Kommentare abgesetzt hat. Daher haben wir heute morgen den Vertrag mit dieser Firma aufgelöst“, so Bartomeu.

Dann bestritt er aber, dass Barça hinter der Kampagne stehen würde: „Ich möchte klarstellen: Barça hat nie ein Unternehmen engagiert, um den Ruf eines Spielers, eines ehemaligen Spielers, eines Politikers, eines Präsidenten oder Ex-Präsidenten zu schädigen. Das ist falsch. Wir werden uns gegen die Leute, die uns beschuldigen, verteidigen, wenn es nötig ist. Denn die Behauptungen sind falsch. Barcelona hat nie jemanden angeheuert, um den Ruf von jemandem zu schädigen“, so Bartomeu.

Doch schon kommen die nächsten heftigen Vorwürfe auf. So berichtet Onda Cero, dass das Unternehmen auch einen Plan ausgearbeitet hatte, um Präsidentschaftskandidat Victor Font systematisch zu diskreditieren. Font will bei den Wahlen 2021 antreten, um neuer Präsident des FC Barcelona zu werden.

Schwere Vorwürfe gegen den Verein und natürlich Bartomeu. Der Vereinsboss hat sich zu diesen belastenden Enthüllungen noch nicht geäußert. Auch vom FC Barcelona gibt es noch keine offizielle Stellungnahme.

 

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