Social-Media-Skandal: Beauftragte Barça eine Firma, um Meinungen zu beeinflussen?

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Der FC Barcelona sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, die Katalanen könnten in einen Social-Media-Skandal verwickelt sein: Der Radiosender SER Catalunya behauptet, Barça habe eine Firma beauftragt, auf Social Media Hetzkampagnen zu führen und Usermeinungen zu beeinflussen. Während Barça das bestreitet, droht Präsident Bartomeu ein Gerichtsverfahren.

Schwere Vorwürfe gegen den FC Barcelona, die klingen, als würden sie aus einem Film stammen: Hat der Klub ein Unternehmen beauftragt, um auf Social Media Hetzkampagnen gegen Kontrahenten des Vereins zu führen, den Ruf dieser zu beschädigen und so die öffentliche Meinung zu steuern und Follower zu beeinflussen?

Genau das wird in der Show Què t’hi jugues des Radiosenders Cadena SER Catalunya behauptet.

Demnach habe Barça die Firma I3 Ventures damit beauftragt, durch bestimmte Accounts beispielsweise auf Facebook Präsident Josep Maria Bartomeu in einem guten Licht darstellen zu lassen, gleichzeitig aber das Image von manchen „Gegnern“ Bartomeus und Barças in den Schmutz zu ziehen.

Diese Stimmungsmache auf Social Media soll von ganz oben iniitiert worden sein. Hierfür kreierte I3 Ventures zahlreiche Accounts auf den Plattformen, heißt es bei Què t’hi jugues. Bei den Accounts soll es sich beispielsweise um „Alter Sports“ und „Sport Leaks“ handeln, beide Seiten haben auf Facebook rund 20.000 Follower.

Opfer dieser Schmutzkampagnen seien beispielsweise die Präsidentschaftskandidaten Joan Laporta, Victor Font und Agustí Benedito, deren Reputation in ein schlechtes Licht gerückt wurde, aber auch ehemalige Spieler wie Xavi, Carles Puyol und Pep Guardiola. Selbst aktuelle Spieler wie Gerard Piqué und sogar Lionel Messis Frau Antonella bekamen durch hämische, verspottende oder verleumderische Posts ihr Fett weg.

So wurde Piqué beispielsweise für seine Organisation des Tennis Davis Cups kritisiert. Die Stimmungsmache auf den sozialen Kanälen ging in beide Richtungen, denn so wurde nicht nur Bartomeu in einem besseren Licht dargestellt, sondern beispielsweise auch Messi für seine Torrekorde gelobt.

ESPN berichtet ferner, der FC Barcelona habe im Jahre 2017 mit I3 Ventures einen Vertrag abgeschlossen, um verschiedene Online-Kampagnen zu leiten. Hierfür soll die argentinische Firma, die Büros in Barcelona und Madrid hat, etwa eine Million Euro erhalten haben.

Barça leugnet Schmutzkampagnen auf Social Media

Der FC Barcelona publizierte daraufhin eine Pressemitteilung und bestritt die Vorwürfe der Meinungsmache, gab jedoch gleichzeitig zu, mit der Firma zusammenzuarbeiten und nannte I3 Ventures „einen Dienstleister des Vereins“, der jedoch „in keiner Beziehung zu den genannten Accounts steht.“ Falls die Firma aber doch mit den Accounts in Verbindung gebracht werden sollte, „würde der Klub seine vertragliche Vereinbarung unverzüglich beenden und alle notwendigen rechtlichen Schritte zur Verteidigung seiner Interessen einleiten“, heißt es in der Mitteilung.

Und weiter: „Der FC Barcelona bestätigt daher, dass er Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Überwachung der sozialen Medien in Auftrag gegeben hat, um sowohl positive als auch negative Botschaften über die Organisation selbst zu analysieren.“ 

Ferner drohte Barça sogar rechtliche Schritte „gegen diejenigen einzuleiten, die den Klub weiterhin in solche Praktiken verwickeln.“ Bei SER Catalunya heißt es darauf nur kurz und knapp: „Wir haben Beweise.“

Benedito: Gerichtsverfahren gegen Bartomeu?

Rechtliche Schritte könnten auch auf den Verein zukommen – durch die Präsidentschaftskandidaten Font und Benedito. Letzterer hat bestätigt, ein Gerichtsverfahren gegen Bartomeu in Gang zu setzen, während Font in einem Statement verkündete: „Diese Verleumdungskampagne, die auf den Ergebnissen einer journalistischen Untersuchung basiert, beschmutzt Barça, beschämt uns Vereinsmitglieder und macht die Situation des Klubs noch schlimmer, da neben der heiklen sportlichen und wirtschaftlichen Situation auch der moralische Bankrott hinzugekommen ist

.“

Weiter heißt es in der Mitteilung des Präsidentschaftsanwärters, der 2021 mit seinem Projekt ‚Si al futur‘ den Verein reformieren will: „Das bedeutet, dass der Vorstand mit dem Geld des Klubs seine eigenen Mitglieder, die Spieler der ersten Mannschaft, die katalanischen sozialen Einrichtungen und die Medien ins Visier genommen hat.“

Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre das ein beispielloser Vorfall in einer von Skandalen nicht gerade armen Historie des FC Barcelona.

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