Thierry Henry macht Schluss: Rückblick auf einen wunderbaren Fußballer

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Er hat alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt, er ist einer der größten Spieler Frankreichs und hat mit dem FC Barcelona Geschichte geschrieben. Mit 37 Jahren beendet Thierry Henry seine professionelle Karriere als Fußballspieler. Wir blicken zurück auf ‘Titis’ drei wundervolle Jahre in der katalanischen Hauptstadt.

Zäher Beginn

Für 24 Millionen Euro wechselte Thierry Henry 2007 vom FC Arsenal zum FC Barcelona. Dort wollte er sich endlich seinen großen Traum vom Champions-Leagu-Titel erfüllen, den er im Jahr zuvor nur knapp verpasste, ausgerechnet durch eine Finalniederlage gegen Barcelona. Seine erste Saison war eine sehr schwierige. Barça spielte sehr unkonstant und schwach, was letztlich zu einer titellosen Saison und einem Trainerwechsel führte. Henry selbst wurde oft für sein erstes Jahr in Katalonien kritisiert, obgleich er bei Weitem nicht so schlecht war, wie es die Öffentlichkeit immer wieder behauptete. In 30 Ligaspielen erzielte der Franzose 19 Tore und war damit der beste Torschütze des Vereins. Dennoch merkte man ihm an, dass er noch nicht so richtig bei Barça angekommen war, was auch daran lag, dass es im Team selbst nicht mehr hundertprozentig stimmte.

Grandioser Triplegewinn

Zur Saison 2008/09 wurde Pep Guardiola neuer Cheftrainer beim FC Barcelona und ersetzte Frank Rijkaard. Unter dem Katalanen blühte Henry auf und spielte eine fantastische Saison, die mit dem Triple-Gewinn endete. Er hatte es also endlich geschafft: Thierry Henry gewann die Champions League. In insgesamt 42 Spielen traf Barças ‘Nummer 14’ 26 Mal und war einer der Leistungsträger im Team. Unvergessen für alle Culés werden Henrys zwei Tore beim 6-2 Sieg im Santiago Bernabéu bleiben. Es waren nicht nur zwei sehr schöne Tore, sie waren beide auch extrem wichtig. Zunächst glich Henry die frühe Führung der Madrilenen aus, und dann verhinderte er ihre Aufholjagd, als er kurz nach dem Anschlusstreffer zum 3-2 das 4-2 erzielte. Henry selbst erinnert sich gerne an das Spiel und vor allem an die Rückkehr nach Barcelona: „Die Reaktion der Fans, als wir wieder in Barcelona ankamen, war unglaublich, etwas, das ich nie zuvor erlebt habe… und das, bevor wir überhaupt die Liga gewonnen hatten.”

Stiller Abschied

In der darauffolgenden Saison komplettierten die Katalanen das Sextuple. Es war das erste Mal, dass dies einer Fußballmannschaft gelang. Thierry Henry hatte in dieser Saison mit einigen Problemen an der Achillesferse zu kämpfen, was dazu führte, dass er nur noch selten zu seiner Topform finden konnte. Über die Saison hinweg verlor er seinen Stammplatz und wurde vom jungen Pedro Rodríguez ersetzt. Vier Tore in 32 Spielen waren eine sehr magere Ausbeute für einen Spieler von Henrys Format. Dennoch zeigte er auch einige starke Auftritte und fungierte im Camp Nou hin und wieder als starker Vorlagengeber. Was man Henry in der Saison 2009/10 ganz besonders hoch anrechnen muss, ist sein Verhalten. Ein Spieler, der Welt- und Europameister war, einer der größten Spieler in der Geschichte des FC Arsenal und schon alles gewonnen hatte, saß oft nur noch auf der Bank. Doch Henry beschwerte sich nicht einmal und stellte sich vollkommen in den Dienst der Mannschaft. Er stellte sein Ego komplett hinten an und tat alles für den Erfolg der Mannschaft, auch wenn er nicht spielte. Die Mannschaft kommt vor dem Einzelnen und Henry wusste das nicht nur, er lebte es vor.

Nach der gewonnen Meisterschaft wechselte der Franzose zu Red Bull New York, wo er bis zu diesem Jahr spielte und bewies, dass Form zwar temporär, Klasse aber von Dauer ist. In seinen drei Jahren beim FC Barcelona erzielte Thierry Henry 49 Tore in 121 Spielen. Darunter waren zwei Hattricks gegen Levante und Valencia. Er gewann zwei Meisterschaften sowie jeweils einmal den Pokal, die Champions League, den spanischen Supercup, den europäischen Supercup und die Klub-WM.

Spielweise

Schon beim FC Arsenal war Henry keine gewöhnliche ‘Nummer 9’, die sich nur im Zentrum aufhielt. Er hatte immer eine Tendenz, sich etwas nach links zu orientieren und dann in den Strafraum zu ziehen. Beim FC Barcelona spielte er dann überwiegend auf dem linken Flügel, wobei ihm seine gewohnte Spielweise half, sich an diese Position zu gewöhnen. Obwohl er nun nominell weiter vom Tor entfernt agierte, war er immer noch unglaublich gefährlich und sorgte für viel Gefahr. Wie schon erwähnt, war er auch zu seiner Zeit bei den Katalanen sehr torgefährlich und darüber hinaus zeigte er auch ein gutes Auge für den Nebenmann. Alleine in der Triple-Saison gab er elf Vorlagen, was zusammen mit seinen 26 Toren eine fantastische Bilanz darstellte.

Sehr hilfreich für die Außenposition war auch Henrys Schnelligkeit sowie seine technische Finesse. Somit war er in der Lage, sich sehr schnell in Richtung Tor zu begeben, auch wenn sich ihm Gegner in den Weg stellten. Thierry Henry war ein kompletter Stürmer, der nicht nur Tore erzielte, sondern auch spielerisch sehr stark war. Er hatte eine gute Übersicht, war technisch sehr beschlagen und war auch ein starker Dribbler. Diese Kombination an Fähigkeiten sowie seine Einstellung, sich komplett in den Dienst der Mannschaft zu stellen, sorgten für eine phänomenale Karriere, deren individuellen Höhepunkt wir zu seiner Zeit beim FC Arsenal erleben durften. Den größten Erfolg feierte er allerdings beim FC Barcelona – und darauf darf man als Culé durchaus stolz sein.

Immer noch ein Culé?

Henry ist eine absolute Symbolfigur des FC Arsenal und er beteuerte mehr als einmal seine Liebe zu diesem Verein. Es wäre also vermessen nun zu behaupten, dass er Barça mehr lieben könnte. Dennoch merkt man dem Franzosen an, dass er auch den katalanischen Verein in sein Herz geschlossen hat und auch seine Werte versteht: „Was ich glaube, ist Folgendes: Katalonien ist nicht Spanien, es ist etwas anderes und du musst es fühlen.” Drei Jahre in Barcelona haben Henry gereicht, um die Bedeutung des Vereins für die Leute und auch deren Einstellung und Lebensgefühl zu verstehen. Als er einmal gefragt wurde, was er an Barça am meisten vermisst, antwortete er: „Den Klub, das Training, die Fans, jeden, der im Klub arbeitet, den Fußball, mein Lieblingsrestaurant De Greco, eigentlich alles.”
Drei Jahre, 121 Spiele, sieben Titel und unglaublich viele schöne Erinnerungen. Sowohl alle Culés als auch Thierry Henry selbst werden seine Zeit beim FC Barcelona nie vergessen, denn es war einfach eine geile Zeit. „Wir haben Geschichte geschrieben und das nicht nur, weil wir sechs Titel in einem Jahr gewonnen haben, sondern weil wir auf die richtige Weise Fußball gespielt haben, auf die Barça-Weise. Dieses Barça-Team wird für immer in Erinnerung bleiben als eines der besten Teams in der Geschichte.”

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