Der FC Barcelona blickt auf ein spannendes Transferfenster zurück. Mit sieben brandneuen Spielern soll in der neuen Saison der langersehnte sechste Champions-League-Titel nach Katalonien geholt werden.
Keine Mega-Summe für Julián Alvarez
Am Ende wurde es Gabriel Jesús. Doch eigentlich sollte der neue Mittelstürmer von Atlético Madrid kommen und Julián Alvarez heißen. Die Hauptstädter weigerten sich aber stets partout, einen Deal mit dem FC Barcelona einzugehen, womit der Argentinier weiterhin in Madrid bleibt. Und das könnte für die Katalanen zum Segen werden. Statt 120 bis 150 Millionen Euro für einen einzigen Spieler zu bezahlen, wiederholte Barças Führung die Fehler vergangener Tage nicht.
Denn ohne eine Mega-Ablöse für Alvarez entstand keine Ausgangslage, in der ein Transfer wie bei den Barça-Flops Ousmane Dembélé, Philippe Coutinho oder Antoine Griezmann hätte enden können. Stattdessen schlug Sportdirektor Deco einen anderen Kurs ein: mehrere variable Spieler für die Offensive und ein teurer Königstransfer für das Herz der Mannschaft. Mit Anthony Gordon, Jesús und Karim Adeyemi von Borussia Dortmund kamen gleich drei flexible Angreifer, die sowohl auf dem Flügel als auch in der Sturmmitte eingesetzt werden können.
Für Gordon flossen mindestens 70 Millionen Euro fix auf das Konto von Newcastle United, während Adeyemi und Arsenal-Abgänger Jesús ohne Boni zusammen „nur“ 32 Millionen Euro kosteten. Für weitere zehn Millionen Euro verstärken zudem Jesse Bisiwu aus der U23 des FC Brügge und Hamza Abdelkarim vom ägyptischen Rekordmeister Al Ahly SC die Offensive der Blaugrana.
Deco mit Transfer-Masterclass? Neun Spieler für 184 Millionen €
Mit Dominik Livaković kommt zudem die nominelle Nummer zwei im Tor von Fenerbahçe Istanbul. Der 31-Jährige kostet zwei Millionen Euro und soll Stammkeeper Joan García durch gelegentliche Einsätze entlasten.
João Cancelo kehrt außerdem ablösefrei von Al-Hilal zurück, nachdem Barça ihn bereits in der Rückrunde ausgeliehen hatte. Mit Xavi Espart steigt zudem das nächste Eigengewächs in den Profikader auf. Der 19-Jährige unterschreibt einen Vertrag bis Sommer 2028. Letztlich wurde auch Mittelfeldakteur Brian Fariñas hochgezogen.
Decos größter Coup dürfte aber zweifelsohne die Verpflichtung von Spaniens Weltmeisterkapitän Rodri sein. Der 30-jährige Mittelfeldspieler kommt für 60 Millionen Euro von Manchester City. Damit hat Barcelona zusätzlich zu den ablösefreien Akteuren insgesamt 174 Millionen Euro für sieben Spieler ausgegeben. Im Schnitt also etwas mehr als 26 Millionen Euro pro Ablöse.
Alle Barça-Zugänge im Sommer 2026
- Anthony Gordon (Newcastle United/England) für 70 Millionen € (Vertrag bis Juni 2031)
- Rodri (Manchester City/England) für 60 Millionen € (Vertrag bis Juni 2030)
- Karim Adeyemi (Borussia Dortmund/Deutschland) für 22 Millionen € (Vertrag bis Juni 2031)
- Gabriel Jesús (FC Arsenal/England) für 10 Millionen € (Vertrag bis Juni 2029)
- Jesse Bisiwu (U-23 des FC Brügge/Belgien) für 8,5 Millionen € (Vertrag bis Juni 2031)
- Dominik Livaković (Fenerbahçe Istanbul/Türkei) für 2 Millionen € (Vertrag bis Juni 2030)
- Hamza Abdelkarim (Al Ahly SC/Ägypten) für 1,5 Millionen € (Vertrag bis Juni 2029)
- João Cancelo (Al-Hilal/Saudi-Arabien) ablösefrei (Vertrag bis Juni 2029)
- Xavi Espart (Barça Atlètic) als Profi registriert (Vertrag bis Juni 2028)
- Brian Fariñas (Barça Atlètic) als Profi registriert (Vertrag bis Juni 2028)
Messis Albtraum und Nachfolger verlassen das Camp Nou
Ferran Torres erzielte im WM-Finale 2026 das entscheidende Siegtor gegen Argentinien und wurde damit nicht nur zum Weltmeistermacher, sondern auch zum Albtraum von Argentinien und Lionel Messi. Und ausgerechnet am Gipfel seiner Karriere verlässt Torres den FC Barcelona und wechselt für 48,5 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain.
Fati hingegen galt einst als Messis designierter Nachfolger, konnte die hohen Erwartungen aber nie dauerhaft erfüllen und schließt sich für elf Millionen Euro der AS Monaco an. Ebenfalls elf Millionen Euro bringt der Verkauf von Tommy Marqués an den SC Braga ein. Iñaki Peña wechselt für drei Millionen Euro zu Panathinaikos Athen, Héctor Fort für 8,5 Millionen Euro zu Real Sociedad.
Ohne Ablöse gehen hingegen Robert Lewandowski zu Chicago Fire und Jofre Torrents zu Ajax Amsterdam. Marc-André ter Stegen schließt sich Ajax zudem auf Leihbasis an, während Ronald Araújo zum FC Liverpool, Áron Yaakobishvili zur UD Almería und Diego Kochen zu Lyngby BK verliehen werden. Bei Marcus Rashford endet schließlich die Leihe, sodass der Engländer zu Manchester United zurückkehrt.
Alle Barça-Verkäufe im Sommer 2026
- Ferran Torres (Paris Saint-Germain/Frankreich) für 48,5 Millionen €
- Ansu Fati (AS Monaco/Frankreich) für 11 Millionen €
- Tommy Marqués (SC Braga/Portugal) für 11 Millionen €
- Héctor Fort (Real Sociedad/Spanien) für 8,5 Millionen €
- Iñaki Peña (Panathinaikos Athen/Griechenland) für 3 Millionen €
- Guille Fernández (RCD Mallorca/Spanien) für 4 Millionen €
- Álvaro Cortés (Royal Antwerpen/Belgien) für 3,5 Millionen €
Abgänge ohne Ablösesumme
- Robert Lewandowski (Chicago Fire/USA) ablösefrei
- Jofre Torrents (Ajax Amsterdam/Niederlande) ablösefrei
- Marc-André ter Stegen (Ajax Amsterdam/Niederlande) verliehen
- Ronald Araújo (FC Liverpool/England) verliehen
- Áron Yaakobishvili (UD Almería/Spanien) verliehen
- Diego Kochen (Lyngby BK/Dänemark) verliehen
- Marc Casadó (Deportivo de A Coruna/Spanien) verliehen
- Toni Fernández (Venezia FC/Italien) verliehen
- Marcus Rashford (Manchester United/England) Leih-Ende
Liverpool mit größtem Minus, nur PSG mit Transferplus
Ein Blick auf die Transferbilanz der europäischen Top-Klubs zeigt, dass der FC Barcelona trotz seiner sieben Neuzugänge keineswegs am meisten investiert hat. Mit einem Minus von 94,5 Millionen Euro liegt Barça auf Rang vier innerhalb der Top Ten des UEFA-Klubrankings. Vor den Katalanen liegen der FC Liverpool (-238,4 Millionen Euro), Manchester City (-189,18 Millionen Euro) und Real Madrid (-166,5 Millionen Euro). Barcelona nahm 89,5 Millionen Euro ein und gab 184 Millionen Euro für neue Spieler aus.
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Blick auf die übrigen Topklubs: Der FC Arsenal (-91,95 Millionen Euro), Inter Mailand (-67,5 Millionen Euro), Atlético Madrid (-64 Millionen Euro), der FC Bayern München (-55,2 Millionen Euro) und Borussia Dortmund (-22,7 Millionen Euro) weisen allesamt ein geringeres Defizit auf.
Paris Saint-Germain kommt mit einem Transferüberschuss von 182,3 Millionen Euro sogar deutlich ins Plus. Damit beendet Barça sein Transferfenster mit einem vergleichsweise hohen, aber keineswegs außergewöhnlichen Minus – und setzt dennoch große Hoffnungen in seine sieben Neuzugänge und den sechsten Titel in der Königsklasse.
Transferbilanz der europäischen Top-Clubs
- FC Liverpool: -238,4 Millionen € (Einnahmen: 31,2 Millionen €, Ausgaben: 269,6 Millionen €)
- Manchester City: -189,18 Millionen € (Einnahmen: 337,02 Millionen €, Ausgaben: 526,2 Millionen €)
- Real Madrid: -166,5 Millionen € (Einnahmen: 58,5 Millionen €, Ausgaben: 225 Millionen €)
- FC Barcelona: -94,5 Millionen € (Einnahmen: 89,5 Millionen €, Ausgaben: 184 Millionen €)
- FC Arsenal: -91,95 Millionen € (Einnahmen: 135,15 Millionen €, Ausgaben: 227,1 Millionen €)
- Inter Mailand: -67,5 Millionen € (Einnahmen: 33,5 Millionen €, Ausgaben: 101 Millionen €)
- Atlético Madrid: -64 Millionen € (Einnahmen: 59 Millionen €, Ausgaben: 123 Millionen €)
- FC Bayern München: -55,2 Millionen € (Einnahmen: 51,75 Millionen €, Ausgaben: 106,95 Millionen €)
- Borussia Dortmund: -22,7 Millionen € (Einnahmen: 77 Millionen €, Ausgaben: 99,7 Millionen €)
- Paris Saint-Germain: +182,3 Millionen € (Einnahmen: 334,3 Millionen €, Ausgaben: 182,3 Millionen €)

ich habe das schon Mal gesagt, ich finde es toll wie wir unser Kader verbessert haben.
eine 9 von 10 Gott sei Dank haben wir nicht Alvarez für +120 M. gekauft. Einen guten Verteidiger hätte ich mir gewünscht.
PS. ich bin froh das auch Torres weg ist wünsche niemanden etwas schlechtes aber der wird uns vermissen