Analyse | Barça gewinnt gegen Elche dank Alternativen zu Plan A

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Bei Barcelonas Sieg über Elche ergänzte Xavi vielversprechende Muster mit neuen Komponenten. Sein Team reagierte auch gut auf Änderungen im Spiel der Franjiverdes, die eine Schwachstelle bei Barça ausmachten. Die Analyse zu Elche gegen Barcelona.

Elche 1:2 Barcelona: Neue Elemente ergänzen bestehende Muster

Das Spiel vom FC Barcelona beim FC Elche war noch keine Minute alt, da rieben sich wohl einige Anhänger des BVB, die eingeschaltet hatten, die Augen. Pierre-Emerick Aubameyang legte im Vorwärtsgang das Spielgerät auf den Flügel zu Ousmane Dembélé. Der Franzose beförderte den Ball postwendend per Flanke zurück in Richtung seines ehemaligen Mitspielers aus Dortmund-Zeiten. Auch wenn diese Hereingabe letztendlich zu lang geriet, zeigte sie die Absicht Xavis, das Duo im Angriffsdrittel wirbeln zu lassen.

Aus dem Zusammenspiel der beiden ergaben sich für Barça durchaus vielversprechende Abschlusspositionen. Die Summe und Qualität der Chancen erhöhte sich im zweiten Spielabschnitt drastisch. Aubameyang und Dembélé standen zwar noch auf dem Feld, doch mit der Hereinnahme von Ferran Torres konzentrierte sich das Angriffsspiel Barças im letzten Drittel nicht mehr nur auf Barças Nummer 7 und 25.

Chancenwucher gegen Elche: Torres und Memphis sorgen für knappen Barça-Sieg

Durch Torres‘ offensivere Positionierung und dem ausgeprägteren Tatendrang nach vorne im Vergleich zu Gavi konnte sich Elche nicht mehr sicher sein, von welchem Flügel aus Barça als nächstes Angreifen würde, während im ersten Durchgang die Blaugrana vor allem über rechts operierte.

Auch in Aktionen, in denen Barça in Halbzeit zwei über rechts kam, machte sich Torres mit seiner Strafraumbesetzung bemerkbar, indem er stets bei Dembélés Flankenläufen mit einlief. Gavis Präsenz in diesen Zonen brachte zuvor dem Spiel der Katalanen keinen Mehrwert. Die neuen Elemente, die Torres dem Spiel gab, sprach auch Xavi auf der Pressekonferenz nach dem Spiel an: „Wir haben Gavi nicht ausgewechselt, weil er schlecht gespielt hat, wir wollten das System verändern und zwei echte Flügelspieler haben“, so der Cheftrainer der Blaugrana.

Barça-Noten vs. Elche | Torres belebend, De Jong fahrlässig, Gavi blass

Muster aus dem ersten Durchgang wie Sprints zur Grundlinie von Ousmane Dembélé in Duellen mit Johan Mojica und der anschließenden Flanke mit rechts kombinierten sich ideal mit diesen von Xavi neuen gebrachten Attributen. Der Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich stellt dies unter Beweis. Dass der Sieg so noch höher hätte ausfallen können, zeigen die Expected Goals. Der Wert des FC Barcelona lag bei 4.09, der von Elche bei 0.85.

Elche lauert auf freie Räume hinter Busquets

Dass der FC Elche im heimischen Estadio Manuel Martínez Valero gegen Barça zur Halbzeit in Führung lag, hing vor allem mit dem Lauern auf eine der wenigen Schwächen in Barças taktischer Grundordnung zusammen. Die Franjiverdes beliefen bei eigenen Offensivvorstößen stets die Räume in Sergio Busquets‘ Rücken und jene seitlich von ihm. Auch wenn der erste Treffer der Partie mit ungewollter Beihilfe von Pedri daherkam, war dieser Ansatz auch hier zu sehen. Noch als der Ball sich nach Edgar Badías Abschlag in der Luft befand, erkannte Pere Milla, dass Busquets vorrückte, um zum Kopfball zu gehen. Infolgedessen stieß er sofort in den Raum hinter Barças Spielführer und provozierte trotz miserabler Ballannahme Pedris Fehler. Das Antizipieren lohnte sich.

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Dass die Truppe von Francisco trotz dem verfolgten Schema, in diese Zone hineinzuziehen, kaum zu Großchancen kam, lag auch daran, dass die Hintermannschaft der Katalanen jene Räume durch geringe Abstände zwischen Dani Alves und Ronald Araujo schlossen. Schließlich rückte in diesen Situationen stets einer der beiden in die Zone hinein, um Elches Empfänger eines dorthin gespielten Passes schon bei der Annahme zu stören. Somit erhielt zwar Mojica mehr Platz für seine Flankenläufe, die zu Beginn der Partie fast komplett ausblieben, doch die defensive Kompaktheit war bei Barça gegeben. Bezüglich Araujo attestierte Xavi nach dem Spiel: „Was das Verteidigen angeht, ist er einer der Besten bei uns.“

Barças Mittelfeld findet Antworten auf Elches Grundordnung

Bei eigenem Ballbesitz stand der FC Barcelona in verschiedenen Phasen der Partie vor neuen taktischen Ausrichtungen Elches. Xavis Team passte sich den neuen Situationen aber stets an, um schnell in das letzte Drittel zu kommen.

In der ersten Halbzeit nahmen sich Pere Milla und Lucas Boyé der Manndeckung von Sergio Busquets an, um Barças Dreh- und Angelpunkt im Spielaufbau aus dem Spiel zu nehmen. Bis der 33-Jährige sich von ihnen löste, indem er situativ von der Position des Rechtsverteidigers aus Zuspiele an die Mitspieler brachte, überspielten Ronald Araujo und Gerard Piqué das Mittelfeld mit Diagonalbällen. Damit fanden sie gleichzeitig eine Lösung gegen das kompakte Positionsspiel der Hintermannschaft der Gastgeber.

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Nach dem Seitenwechsel ließen sich Pedri und Frenkie de Jong häufiger fallen, um nicht erst im Angriffsdrittel, sondern schon rund um den Mittelkreis herum für Überzahlsituationen zu sorgen. Dass de Jongs Offensivdrang aus der ersten Hälfte dadurch zurückging, erschien nicht weiter verwunderlich und hatte durch Torres‘ Spielweise kaum negativen Einfluss auf Barças Offensivspiel.

Ganz im Gegenteil: Die Mittelfeldakteure der Franjiverdes ließen sich so vom Niederländer aus der Grundordnung ziehen. De Jong setzte sich anschließend mehrmals in den direkten Duellen durch. In den dadurch häufig entstandenen großen Platz zwischen Mittelfeld und Abwehrkette marschierte der Blondschopf in Diensten des FC Barcelona hinein, um einige Offensivaktionen einzuleiten. Aufgrund der Fähigkeit, auf verschiedene Ausgangslagen in einem Spiel unterschiedlich zu reagieren, ließ Barça vor allem im zweiten Durchgang kaum Zweifel aufkommen, die Partie gewinnen zu können. Auch wenn der Siegtreffer erst per Elfmeter in der Schlussphase zustande kam. „Es war klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis wir treffen“, merkte nach Abpfiff auch Xavi an.

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Benjamin König
Fútbol, Calcio, Fotball - in Spanien, Italien, Skandinavien. Redakteur bei Barçawelt, Podcaster bei Polarlichtspiel - dem skandinavischen Fußballpodcast

4 Kommentare

  1. Hey Leute, war gerade ein wenig auf Transfermarkt unterwegs und da ist mir dieser Declan Rice von West Ham ins Auge gefallen. Ein 23 jähriger Engländer, Marktwert 75 Mio, Position 6er und mit einem Vertrag bis 2024. Bei den Diskussionen wer wohl unser Busquets Nachfolger sein könnte, ist sein Name überhaupt nicht gefallen, obwohl sein Vertrag nur bis 2024 läuft. Das heisst, nächsten Sommer könnte der ein ernstes Thema werden.

    Ich muss zugeben dass ich nicht sonderlich viel über ihn weiss. Er ist mir auch nur ins Auge gefallen, weil er einen Marktwert von 75 Mio im Alter von nur 23 Jahren hat. Der muss also richtig stark sein. Weiss einer von euch mehr ? Busquets wird ja auch zur neuen Saison gesetzt sein. 2023 könnten wir somit einen Anlauf starten. Sofern er dann überhaupt zu haben ist. Gut möglich dass er bereits diesen Sommer für eine Mondsumme zu Chelsea oder so wechselt. Aber eine ernsthafte Überlegung wäre er wert.

    • Der ist in der Tat ein richtig guter Spieler. Denke aber er ist eher für die BPL gemacht, was seinen Stil angeht. Dazu glaub ich, dass er diese Saison wechselt. Die halbe Liga ist an ihm dran, weil er wirklich ein Unterschiedsspieler auf der 6 für den englischen Fußball ist. Denke United und Chelsea, vielleicht auch Arsenal (wenn er da hinwill) oder so könnten über 100 Millionen diesen Sommer bieten.

      Wenn wir nen 6er 2023 haben wollen, sollten wir Rodri holen. Gleiche Vertragssituation aber Spanier und wird, sollte Pep gehen, wahrscheinlich nach Spanien zurück wollen. Hoffe aber weiterhin, dass wir den 6er im eigenen Hause haben (Nico oder Frenkie). Eine Saison zum gucken haben wir ja noch.

      • Danke für deine Meinung.

        Dann wird Rice wohl in der Premier League bleiben. Gerade weil er ein Engländer ist, macht das auch absolut Sinn, als jetzt ins Ausland zu wechseln und eine neue Sprache lernen zu müssen (die Engländer haben es nicht so mit Fremdsprachen, genau wie die Amis ;) )

        Die Möglichkeit mit Rodri gefällt mir sehr. Wenn ich wählen müsste würde ich ohnehin sofort Rodri nehmen. Schon damals bei Villarreal gefiel er mir und erinnerte mich an Busquets. Wir hätten da zugreifen müssen, mehr als 20 Mio hat er nicht gekostet und für diese Summe hat ihn Atlético schliesslich geholt. Naja ist jetzt halt so gelaufen.

        Hoffentlich gewinnt City endlich diesen verflixten CL ! Damit Pep 2023 den Verein auch ganz sicher verlässt haha. Aber ich denke diese Saison dürfte es soweit sein. City steht deutlich über jeden top Gegner. Ist schon krass was für ein genialer Trainer Pep ist.

        • Hey :)

          Sehe Rice auch weiterhin der BPL – denk da wird sich vor allem ManU sehr ernsthaft um ihn bemühen.
          Halte Frenkie nach wie vor für einen überragenden Busquets Nachfolger und sehe die Zentrale bei uns generell nicht als das Problem.

          Habe heute gelesen, dass die Wolves an Puig dran sind. Denke für ihn wäre ein Wechsel der richtige Schritt, was meint ihr? Wobei… ob er dem körperlichen Fußball in England gewachsen ist?

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