Kommentar | Plan- und mittelloses Barça: Transfermarkt-Aktionen sprechen Bände

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Dem FC Barcelona waren aufgrund finanzieller Schwierigkeiten auf dem Transfermarkt die Hände gebunden, Ronald Koeman hat seine Wunschspieler Memphis Depay, Giorgio Wijnaldum und Eric Garcia daher nicht bekommen. Das ist aber nicht unbedingt schlecht. Ein Kommentar.

Der FC Barcelona hat seinen Wunschspieler Memphis Depay nicht bekommen. Auch Eric Garcia und Georginio Wijnaldum kamen nicht. Das lag aber hauptsächlich am fehlenden Geld, nicht am Wunsch Ronald Koemans. Die Doppelsechs Frenkie de Jong/ Sergio Busquets scheint mehr eine Not- als Dauerlösung, ein Box-to-Box-Mittelfeldspieler der Marke Wijnaldum an der Seite von de Jong entspricht mehr der Idealvorstellung des Holländers. Ronald Koeman soll sehr enttäuscht ob Barças Scheiterns auf dem Transfermarkt gewesen sein, berichten spanische Medien.

Doch hätten all diese Verpflichtungen wirklich Sinn gemacht? Depay ist ein guter Spieler. Genauso wie Wijnaldum. Das haben sie nicht nur im Klub, sondern insbesondere auch im Nationalteam unter dem neuen Coach Ronald Koeman nachgewiesen. Aber sind sie jene Spieler, die den FC Barcelona auf eine neue Ebene und damit zurück in die Beletage des europäischen Spitzenfußballs heben? Eher nein.

Kommen Depay & Garcia im Winter?

Jene Art von Transfers offenbaren vielmehr genau jene Planlosigkeit, die Lionel Messi in seinem vielbeachteten aber schlussendlich ohne Konsequenz bleibenden Interview angeführt hat. Nun hat Sportdirektor Ramon Planes als Nachfolger von Eric Abidal aktuell weder Depay noch Wijnaldum unter Vertrag nehmen können, eine Verpflichtung der beiden erscheint aber nach wie vor in der Zukunft möglich – beide Akteure sind nächsten Sommer ablösefrei, das erleichtert die Verhandlungen mit ihren Klubs im Winter erheblich, oder man holt sie eben ohne Ablöse im kommenden Sommer. Verpflichtungen anhand der Barça-DNA wären beide aber nicht, vielmehr würden sie genau jene Spieler blockieren, die für die Zukunft der Blaugrana stehen: Ansu Fati und Riqui Puig.

 

Fati gehört die Gegenwart

Der 17-jährige Fati hat gerade erst mit seinem famosen Auftritt zum Saisonauftakt gezeigt, dass ihm nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart gehört. Und dazu braucht er Spielzeit – doch diese schrumpft, sobald die Barça-Verantwortlichen eine Offensivverpflichtung tätigen.

Alleine, dass man in diesem Mannschaftsteil nachrüsten wollte und will, zeigt, dass auch Abidal-Nachfolger Ramon Planes nicht in der Lage ist, die Rolle des Sportdirektors nur annährend auszufüllen. Mit Messi, Griezmann, Dembélé, Coutinho, Braithwaite, Trincão, Pedri und eben Fati ist man ausreichend gut besetzt, hat für alle drei (oder vier) Positionen im Angriff genügend Optionen und jeder Spieler kann auf seiner Idealposition spielen. Neben den arrivierten Stars, wo beispielsweise ein Coutinho im zweiten Anlauf durchstarten könnte, macht die junge Garde um Fati Druck – ein Idealszenario für Trainer Koeman.

Viele Varianten im Mittelfeld

Ähnlich sieht es im Mittelfeld aus, wo Koeman mit Wijnaldum die Doppelsechs aus dem Nationalteam nachbauen wollte. Mit Roberto, Pjanic, de Jong, Busquets, Aleña und eben Riqui Puiq hat man auch hier eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und nachrückenden Hoffnungsträgern.

Aber einem Aleña oder Puig, genauso wie in weiterer Folge in Zukunft einem Illaix Moriba, muss man Spielzeit geben. Nur dann können sie das Potential, das sie zweifellos haben, auch langfristig für den FC Barcelona auf den Platz bringen. Mit Coutinho und Pedri hat man weitere Spieler, die eine offensive Mittelfeldrolle einnehmen können. Im Gegensatz zum Angriff, wo man auch nominell ausreichend gut besetzt ist, kann ein weiterer Mittelfeldspieler aber dennoch durchaus Sinn machen. Ein perfekt zu Barça passender Spieler war im Sommer sogar auf dem Markt – wurde aber nicht verpflichtet. Die Rede ist von Thiago Alcantara.

Thiago hätte die Lösung sein müssen

Es würde ins Bild passen, wenn Thiago bei Liverpool Wijnaldum aus der Mannschaft verdrängt, sodass dieser dann zum FC Barcelona wechselt. Und genau diese Spielerrochade würde uns schonungslos vor Augen führen, was aktuell bei den Katalanen schiefläuft – nämlich dass, wie Messi schon sagte, nur Löcher gestopft werden und kein langfristiger Plan vorhanden ist. Denn der perfekte Spieler für die Koeman’sche Doppelsechs sowie für Barças traditionelles System mit drei Mittelfeldspielern, er hätte Thiago Alcantara geheißen.

 

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