FC Bayern München gegen FC Barcelona: Spielanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Es war ein harter Abend für den FC Barcelona. Mit 0-4 unterlag man dem FC Bayern in der Allianz Arena und das auch durchaus verdient, wenngleich nicht in dieser Höhe.

 Tito Vilanova begann mit der erwarteten Aufstellung

Einwechslungen

82. Villa für Pedro

Das Spiel der Bayern

Bayern spielte insgesamt eine sehr gute und taktisch disziplinierte Partie. Sie standen defensiv sicher und schafften es immer wieder sich auch offensiv in Szene zu setzen. Die Chancen, die die Gastgeber hatten, nutzten sie auch zum Großteil, wobei die ersten drei Treffer irregulär waren, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass die Münchner hochverdient gewannen und eventuell auch einen Handelfmeter hätten bekommen müssen. Defensiv ließen Dante und Co. fast nichts zu. Ironischerweise kam Barcelona durch zwei Standardsituationen zu ihren beiden besten Chancen, während die Bayern zu zwei Toren nach Standards kamen.

Sein Spiel durchbringen oder sich Barça anpassen?

Es war eine der großen Fragen vor dem Spiel. Werden die Bayern ihrem Stil treu bleiben und so offensiv wie gewohnt agieren oder passen sie sich Barcelona an und achten zuerst einmal auf eine sichere Defensive? Es war letztlich etwas von beidem. Bayern wollte nicht ins offene Messer laufen und versuchte auch nicht selbst mehr vom Ball zu haben, da das gegen Barcelona in der Regel schiefgeht. Stattdessen verteidigte Bayern durch ein starkes Offensivpressing, wobei die Höhe des Pressings je nach Spielsituation variierte. Gegen den Ball war der deutsche Meister einfach bärenstark. Martínez, Schweinsteiger, Müller, Ribery und selbst Robben arbeiteten gut nach hinten mit und eroberten einige Bälle. Durch diese gute mannschaftliche Defensivarbeit nahm man Barcelona praktisch überall den Raum, weswegen die Katalanen es auch nicht schafften aus dem Ballbesitz etwas wirklich gefährliches zu erzwingen.

Bayern ist eine Mannschaft, die sich teilweise mit Barcelona vergleichen lässt, aber sie brauchen nicht so viel Ballbesitz wie Vilanovas Mannen und können, wie auch schon zuvor gegen Arsenal gezeigt, aus wenig mehr machen. Die Heimmannschaft agierte mit viel mehr Zug zum Tor als die Gäste, was natürlich auch daran lag, dass Bayern mehr Platz bei seinen Angriffen hatte als Barcelona auf der anderen Seite. Diesen Platz nutzten die Münchner aber auch sehr gut. Sie befreiten sich oft spielerisch aus gefährlichen Situationen und waren dann sehr variabel im Angriff. Während dem gesamten Spiel schaffte es das Team von Jupp Heynckes, sich sehr viele Ecken zu erspielen. Dass Barcelona hier verwundbar ist, ist bekannt, so verwundert es nicht, dass die Bayern auch zu zwei Toren nach Ecken kamen. Die beiden anderen Tore entstanden über Angriffe über die Außen, was typisch für die Bayern ist und auch ein Unterschied in der Spielweise zu Barcelona, die wiederum Angriffe durch das Zentrum bevorzugen.

Das Spiel von Barcelona

Barcelona spielte insgesamt noch eine ordentliche erste Halbzeit, um dann in der zweiten Halbzeit einzubrechen. Bayern hatte neben dem Treffer zum 1-0 nur eine Chance durch Robben, dazu zwei Szenen, in denen die Gastgeber einen Handelfmeter haben wollten. Ansonsten stand Barcelona defensiv relativ ordentlich. Offensiv kam hingegen gar nichts von den Katalanen. Lediglich eine Hereingabe in den Münchner Strafraum sorgte für Gefahr und wurde in höchster Not von Dante geklärt. Im zweiten Durchgang wurde Barcelona defensiv immer schwächer, auch weil sie mit der Zeit immer mehr aufmachten und etwas riskierten. Offensiv hatten die Gäste zwei wirklich gute Chancen, beide nach Standards und beide durch den Innenverteidiger Marc Bartra.

Ist Bartra bereit für ein solches Spiel?

Darüber wurde vor dem Spiel sehr viel geredet in den spanischen Medien und der 22-jährige lieferte eine klare Antwort: Ja! Bartra agierte überwiegend sehr abgeklärt und souverän. Er machte seine Sache sehr konzentriert und gewann viele, auch sehr wichtige Zweikämpfe. Auch sein Passspiel konnte sich sehen lassen. Lediglich bei einem unangenehm gespielten Ball von Piqué spielte er einen schlimmen Fehlpass, der aber keine Folgen hatte. 

Zugegeben, vor dem 4-0 ging er zu ungestüm in einen Zweikampf und wurde leicht stehen gelassen, aber so etwas passiert einem so jungen Spieler einfach mal. Zudem muss man bedenken, wie selten er diese Saison gespielt hat und in Anbetracht dessen war es eine wirklich gute Leistung vom jungen Katalanen, der sich für weitere Einsätze in Zukunft durchaus empfehlen konnte.

Auch offensiv trat Bartra zweimal in Erscheinung und hatte die beiden besten Chancen für Barcelona, was schon viel über das Offensivspiel aussagt. Beide Male gingen den Chancen Standards voraus, aber beide Male konnte er seine Möglichkeiten nicht nutzen. Einmal schoss er aus spitzem Winkel und einmal geriet er in Rücklage nach einer vielleicht etwas zu hektischen Drehung.

Was fehlte defensiv?

Es war ein komisches Spiel. Die Abwehr spielte an sich gar nicht so schlecht und gewann viele wichtige Zweikämpfe. In Eins-gegen-eins-Situationen gegen Ende sah die Abwehr nicht immer gut aus, aber ansonsten war es nicht die Abwehr, die die vier Tore verschuldete. Das erste Tor entstand nach einer großen Unordnung nach einer Ecke, was bei so einem Hin-und Her schon mal passieren kann. Beim 2-0 stimmte einfach die Zuordnung bei einem Münchner Eckball nicht. 

Die beiden anderen Tore zeigten das, was an diesem Abend vor allem schief lief: Das Gegenpressing. Die beiden Außenstürmer Pedro und Sánchez arbeiteten wie gewohnt gut mit nach hinten mit, auch Iniesta und Xavi gaben ihr bestes, nur: es klappte nicht. Die Katalanen pressten zu langsam und nicht mit der richtigen Balance. Messi war nur ganz vorne am Pressing beteiligt, weiter hinten hielt er sich eher zurück. Teilweise gingen zu viele Barcelona-Spieler schon auf die Innenverteidiger und Manuel Neuer drauf, wodurch sie weiter hinten fehlten.

Durch dieses “übermotivierte” Vorgehen klaffte im Zentrum oft eine Lücke, die dann meist Sergio Busquets zu schließen versuchte. Jedoch ist es für einen einzelnen Spieler nicht möglich eine anrollende Bayern-Lawine alleine zu stoppen. Ging Busquets dorthin wo er gebraucht wurde, war der Ball dann schon wieder woanders. Es war zum Verzweifeln für Barcelonas Nummer 16, der viel versuchte, aber von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde.

Wieso offensiv so harmlos?

Kurzum: Barcelona spielte zu langsam, zu einfallslos und zu eindimensional. Auch in den Phasen, in denen man den Ball gut halten konnte, schaffte man es nicht die Bayern unter Druck zu setzen. Pedro und Sánchez versuchten zwar viel, wenn sie am Ball waren, blieben aber glücklos und rieben sich mehr in der Defensive auf. Messi war sichtlich noch nicht fit und verlor sehr viele Bälle und war darüber hinaus fast kein Faktor. Xavi agierte ballsicher, aber ohne die große Dominanz ausstrahlen zu können, die Barcelona gebraucht hätte. Auch Iniesta versuchte viel, aber etwas wirklich Zwingendes kam auch von ihm nicht. Ebenso waren Alba und Alves, welche auch vor allem defensiv gefordert waren, offensiv eher selten zu sehen, bis sie am Ende mit nach vorne gehen mussten.

Man kann diese offensive Harmlosigkeit nicht an einem einzelnen Spieler festmachen, es lag einfach an allen und an Bayerns starker Defensive. Die Spieler zeigten nicht, was sie können und standen einfach einem sehr starken Gegner gegenüber, dem man nur zu einem hochverdienten, wenn auch zu hoch ausgefallenen Sieg gratulieren kann.

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