Noten | Torjäger Piqué übernimmt Luuk de Jongs Job

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Gerard Piqué wahrte dem FC Barcelona gegen Dynamo Kiew in Torjäger-Manier die Möglichkeit aufs Weiterkommen in der Champions League. Luuk de Jong dagegen nutzte seine Chance(n) nicht, während Sergio Busquets und Jordi Alba überzeugen konnten. Die Spielerkritik und Noten.

 Marc-André ter Stegen

Marc-André ter Stegen erlebte gegen Dynamo Kiew einen seiner ruhigsten Abende der Saison und sicherlich der letzten Monate. Die Gäste brachten keinen Abschluss auf sein Tor zustande, sodass sich der Keeper in seiner Kernkompetenz nicht auszeichnen durfte – dies dürfte ter Stegen bei einem Spiel ohne Gegentor allerdings eher egal sein. Da sich die Ukrainer überwiegend weit zurückzogen, wurde er auch im Aufbauspiel vor keine Herausforderung gestellt. Barçawelt-Punkte: 6

 Oscar Mingueza

Oscar Mingueza wurde als Rechtsverteidiger auf seiner Seite vor keinerlei Probleme gestellt, derart defensiv agierten die Gäste aus Kiew im ersten Durchgang. Im Spiel nach vorne konnte der La-Masia-Zögling allerdings kaum etwas beitragen, weshalb er nach unauffälligen 45 Minuten bereits in der Kabine gelassen und durch Philippe Coutinho ersetzt wurde – wodurch der offensivere Sergiño Dest die Position hinten rechts übernahm. Barçawelt-Punkte: 5

 Gerard Piqué

Der Abwehrchef hatte gegen den größtenteils harmlosen Gegner in der Defensive nahezu keine Probleme. Nachdem er in Folge einer Ecke vorne blieb, verwertete Piqué eine Flanke Jordi Albas kurz vor der Pause in Mittelstürmer-Manier zum einzigen Tor des Tages. Ansonsten war Piqué stets Herr der Lage und räumte alles ab, was in seine Nähe kam. Dazu blockte er drei Schussversuche des Gegners. Mit satten 119 Ballkontakten hatte der Katalane zudem die meisten aller Akteure und organisierte so das Aufbauspiel der Blaugrana exzellent. Barçawelt-Punkte: 8, MOTM

 Clément Lenglet

Clément Lenglet bekam gegen Kiew einen seiner selten gewordenen Startelfeinsätze. Der Franzose agierte an der Seite Piqués nicht weniger sicher, auch wenn er dabei nicht ganz die Präsenz seines Nebenmannes erreichen konnte. Mit 98 angekommenen Pässen (93,3 Prozent) zeigte sich Lenglet zudem souverän mit dem Ball am Fuß – eine Leistung, auf die der Innenverteidiger aufbauen kann, obwohl der Gegner es ihm auch nicht allzu schwer machte. Barçawelt-Punkte: 7

 Jordi Alba

Jordi Alba interpretierte seine Rolle auf der linken Abwehrseite gewohnt offensiv und bereitete mit einer guten Flanke prompt die erste Großchance der Partie durch Dest vor. Wenn es im ersten Durchgang bei Barça gefährlich wurde, dann häufig durch Hereingaben des Flügelflitzers – so auch beim 1:0, als Alba Piqué am langen Pfosten mustergültig bediente. Immer wieder rückte der 32-Jährige ins Angriffsdrittel vor, er hätte gut und gerne auch mehr Assists verbuchen können (drei wichtige Pässe, zwei Großchancen herausgespielt). Defensiv war Alba – wie seine Kollegen – kaum gefordert – ein insgesamt ansprechender Auftritt. Barçawelt-Punkte: 8

 Sergio Busquets

Der Kapitän erstickte einige Angriffsversuche der Gäste früh im Keim und ließ die Ukrainer so gar nicht erst in gefährliche Kontersituationen kommen. Zwar konnte Busquets im Spiel nach vorne wenige seiner typischen Schnittstellenpässe zeigen und hatte insgesamt wenig Einfluss, dennoch war seine Präsenz im katalanischen Mittelfeld spürbar und wichtig. Hielt das müde Mittelfeld der Blaugrana zusammen und war der mit Abstand beste Akteur im Herzen des Spielfeldes. Barçawelt-Punkte: 8

 Frenkie de Jong

Frenkie de Jong zeigte gegen Kiew keinen sonderlich glanzvollen Auftritt – wie allerdings auch ein Großteil seiner Kollegen in der Offensive. Der Niederländer war stets bemüht, ging viele Wege und schloss Lücken, konnte der Partie aber nie seinen Stempel aufdrücken. Sah zudem kurz vor Schluss die Gelbe Karte. Barçawelt-Punkte: 4

 Gavi

Startelf-Debüt in der Champions League, mit gerade einmal 17 Jahren! Gavi machte bei seinem ersten Auftritt von Anfang an in Europas höchster Spielklasse allerdings nicht den besten Eindruck im Vergleich zu seinen Darbietungen in den letzten Wochen (auch bei Spaniens Nationalteam). Gegen den tief stehenden Gegner konnte das Supertalent keine Akzente im Spiel nach vorne setzen, immerhin zeigte sich der Youngster äußerst ballsicher und engagiert im Pressing. Ein insgesamt unauffälliger und ertragloser Abend endete für Gavi in der 69. Minute, als er von Sergi Roberto abgelöst wurde. Barçawelt-Punkte: 5

 Sergiño Dest

Der US-Amerikaner durfte erneut als rechter Flügelspieler beginnen. Dass ihm diese offensive Position noch etwas unvertraut ist, sah man bereits früh im Spiel, als Dest eine Kopfballchance frei aus fünf Metern vergab. Mit dem Leder am Fuß fehlte es ihm etwas an Durchschlagskraft und manchmal auf Ruhe, dafür tauchte Dest häufig in gefährlichen Positionen für Hereingaben von der anderen Seite auf – vergab so kurz vor der Pause eine Großchance allein vor Bushchan. Nach Minguezas Auswechslung rückte er wieder in die Abwehrreihe und hatte von dort nur noch wenig Einfluss auf das Spiel – präsentierte sich aber defensiv dafür hellwach. Barçawelt-Punkte: 7

 Memphis Depay

Barças prominentester Sommer-Neuzugang war gegen die Ukrainer bemüht, in der Offensive das Heft in die Hand zu nehmen. Auch wenn auf der Anzeigetafel nichts Zählbares für Memphis herauskam, zeigte sich der 27-Jährige häufig anspielbereit und war häufig der Dreh- und Angelpunkt in der katalanischen Offensive, dabei wirkte er aber nicht immer glücklich. Ab und verhedderte sich Memphis, torgefährlich wurde er selbst nicht. Immerhin starke fünf wichtige Pässe konnte Memphis verbuchen, zudem bereitete er zwei Großchancen vor. Eine Viertelstunde vor dem Ende verließ er für Sergio Agüero den Platz. Barçawelt-Punkte: 6

 Luuk de Jong

Luuk de Jong gab an diesem Abend den Stoßstürmer im Strafraum. Mitte der ersten Hälfte kam er nach einem Memphis-Freistoß aus zehn Metern frei zum Kopfball, brachte die Kugel jedoch nicht einmal aufs Tor – genau diese Chancen muss er nutzen, dafür wurde er schließlich geholt. Wenig später prüfte er Bushchan mit einem guten Schlenzer von der Strafraumgrenze. Kurz vor dem Pausenpfiff vergab der Niederländer nach einer Ecke die nächste große Kopfballchance. Nach dem Seitenwechsel blieb er in der Kabine und wurde durch Ansu Fati ersetzt – in seinen 45 Einsatzminuten konnte der Niederländer keine Eigenwerbung betreiben. Barçawelt-Punkte: 2

 Philippe Coutinho (ab Minute 46)

Der Brasilianer ordnete sich in Halbzeit zwei überwiegend auf der 10er-Position ein. Ein Abschluss mit dem schwachen Fuß rauschte aus dem Rückraum nur knapp am Gehäuse vorbei. Ansonsten hatte Coutinho wenig Einfluss, geschweige denn Glanzmomente. Vor allem seine Passquote (65,6 Prozent bei 44 Ballaktionen) ist durchaus ausbaufähig. Barçawelt-Punkte: 4

 Ansu Fati (ab Minute 46)

Der auserkorene Hoffnungsträger der Blaugrana – der nach Spielschluss seinen Vertrag bis 2027 verlängerte – kam mit Beginn der zweiten Hälfte in die Partie und stand direkt im Rampenlicht: Zunächst lief er Bushchan aggressiv an und erzwang so den Ballverlust, wollte dann aber mit dem Rücken zum Tor zu artistisch abschließen, anstatt auf den einschussbereiten Busquets oder Coutinho abzulegen. Verlor ungewohnt häufig den Ball und auch so ziemlich alle Zweikämpfe. Ansus vielleicht schwächstes Spiel für Barça, was aber nach zehn Monaten Verletzungspause natürlich normal ist. Barçawelt-Punkte: 3

 Sergi Roberto (ab Minute 69)

Sergi Roberto übernahm Gavis Rolle im Mittelfeld, konnte der Blaugrana aber nur wenig Stabilität oder sonstige Tugenden verleihen – mit ihm wurde das Spiel eher fahrig und chaotisch, anstatt die Führung souverän nach Hause zu bringen oder sie sogar noch auszubauen. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Sergio Agüero (ab Minute 75)

Eine Viertelstunde vor Schluss kam Sergio Agüero zu seinen ersten Champions-League-Minuten im Barça-Dress. ‚Kun‘ war bemüht und suchte stets den Weg zum Tor. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Luft aus dem Spiel bereits ein wenig raus, sodass auch der Argentinier keine großen Akzente mehr setzen konnte. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Trainer Ronald Koeman

Ronald Koeman überraschte mit Luuk der Jong in der Startelf, der Mittelstürmer erwies sich aber eher als Chancentod und wurde folgerichtig zur Pause runtergenommen – aufgrund der etwas dünnen Personaldecke stellte sich der Rest der Mannschaft nahezu von selbst auf. Bei der vorher als Pflichtsieg betitelten Begegnung zeigte seine Truppe allerdings über weite Strecken einen biederen Auftritt: Da sich der Gegner weit zurückzog und die Mitte dicht machte, blieb der Blaugrana nur der Weg über außen mit vielen Flanken. Diese wurden aber von beispielweise Luuk de Jong oder Dest nicht verwertet, und so machten sich die Katalanen das Leben unnötig schwer. Koeman verpasste es im zweiten Durchgang, der Mannschaft nochmal neue Impulse zu geben, seine Einwechslungen zeigten kaum Wirkung. Es ist zum Großteil den harmlosen und fast schon ängstlichen Gästen zu verdanken, dass der FC Barcelona die drei Punkte einfahren und eine Chance aufs Weiterkommen wahren konnte. In den nächsten Spielen muss eine Leistungssteigerung her, auch vom Coach. Barçawelt-Punkte: 5

 Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

1:0 gegen Dynamo Kiew: Wer war euer Man of the Match?

6 Kommentare

  1. Ganz gut getroffene Noten muss ich sagen, außer Depay kommt mMn etwas zu gut weg, denn das ist viel brotlose Kunst aber endlich mal einer der auch Frenkie de Jong, nach einem schwachen Spiel, dann dementsprechend so benotet.

    Die ganze Saison über hat er mir bislang nicht wirklich gefallen, er hat immer mal wieder seine guten Momente aber oft auch nicht so gute.

    Der läuft teilweise ziemlich planlos durch die Gegend, verpennt dann den richtigen Moment oder lasst seinen Gegenspieler aus den Augen. Auch fällt der mir immer wieder auf wie er einfach nur Gegenspieler unnötig anrempelt und dann so erstaunt guckt, wenn der Schiedsrichter das appfeift.

    De Jong ist auch so ein Galactico-Transfer gewesen und wenn man es nüchtern betrachtet, hat er in 2.5 Jahren vielleicht 6-7 Monate gut gespielt. Er hat das Glück, dass man ihn sehr mag und er von der Kritik verschont geblieben ist.

    Ich finde es aber sehr schade, dass Spielern ein Stammplatz geschenkt wird. Es ist nicht nur de Jong, sondern viele weitere. Barca sollte immer noch den Anspruch haben, dass die Plätze jeden Tag aufs neue erkämpft werden.

    Wenigstens dass sollte Koeman auf die Reihe bekommen, um die Spieler wenigstens zu Höchstleistungen anzutreiben. Koeman’s Lieblinge brauchen sich doch überhaupt keine Gedanken zu machen, wie sie performen, weil sie eh wieder spielen werden.

    Dann stellt er sich vor die Kamera und erzählt was von, wie haben um unser Leben gespielt. Ich hätte mich vor Lachen an Koeman’s Stelle nicht mehr halten können, weil ich selbst nicht glauben würde, was ich da sage.

    Mannschaftstaktisch wird das nichts mehr, da braucht man sich keine Hoffnungen zu machen. Gestern war wieder ein Paradebeispiel dafür. Die linke Hand weiß nicht was die rechte macht. Das hat auch nichts damit zu tun, dass die Spieler sich noch besser kennenlernen müssen. Wenn man sieht wie sie sich bewegen, positionieren etc dass hat viel Bolzplatz Charakter. Das einzige worauf Koeman hoffen kann ist, dass er mehr individuelle Klasse auf dem Platz hat als der Gegner aber das hilft auch nur bis zu einer gewissen Qualität des Gegners.

    An dieser Stelle möchte ich nochmal meine Begeisterung für Ten Hag kundtun und damit zeigen was für Amateure beim FC Barcelona arbeiten. Wie kann man diesen Mann all die Jahre nicht ins Auge fassen. Jetzt nachdem Ajax international wieder für Furore sorgt, werden natürlich die Stimmen lauter. Spätestens seit 18/19 sollte man wissen, was für ein Genie dort arbeitet. Was hat er da mit dem BVB angestellt? Dieser BVB würde uns wahrscheinlich schwindelig spielen.

    Man sollte auch nochmal bedenken, wieviele Spieler aus seiner Mannschaft von 18/19 nicht dabei gewesen sind. Onana, de Light, Tagliafico, Schöne, de Jong, von de Beek, Ziyech, Neres. 8 Spieler von seiner 1. Elf von damals und sie spielen so, als wäre da nie etwas gewesen. Und dann wird bei uns allen ernstes über den Kader gemeckert?!

  2. Seit Beginn der Saison bauen wir in der zweiten Halbzeit jedes Mal ohne Ausnahme ab! Wirklich, ich kann mich an kein Spiel erinnern, wo wir stärker aus der Kabine kamen! Wenn Koeman dieses Problem bis hierhin nicht lösen konnte, wird er es nie lösen! Für mich eindeutig ein Anzeichen, dass er manche Spieler kaum erreicht.
    Wir hatten das Spiel gegen dieses schwache und ängstliches Kiew in der zweiten Halbzeit zu keiner Sekunde unter Kontrolle!

    Es werden oft viele Dinge in der ersten Halbzeit gut gemacht, aber in der zweiten Halbzeit geht alles den Bach runter. Gegen Benfica als Beispiel, war die erste Halbzeit nicht schlecht. Auch die Reaktion nach dem frühen Gegentreffer war stark. Wir hatten das Spiel unter Kontrolle und hatten sogar unsere Chancen. Dann ging es in die Kabine und in der zweiten Halbzeit war nichts mehr davon zu sehen. Ganz klar schlechtes Coaching von Koeman. Es zeigt auch, dass er ein miserabler Trainer ist!

  3. Na ja. Mit allem Respekt vor Memphis. Aber wenn ein Spieler, so wie in den letzten Spielen auch, nur mit dem Kopf durch die Wand will, sich nur verzettelt, fast immer ins Eins-gegen-Eins geht und gefühlt nie als Sieger daraus hervorgeht … Na ja, das ist für mich doch weit unterdurchschnittlich. Wie gestern der gesamte Sturm. Die hätten auch gegen einbeinige Verteidiger kein Tor geschossen. Ich vermisse bei dieser Mannschaft einfach irgendeine Idee. Das Spiel ist völlig fantasielos. Das war es aber schon lange. Nur gab es da Messi, der ab und zu den Sack zugemacht hat. Aber so uninspiriert wie gestern wieder. Das ist schon beinhart.

  4. Finde die Noten generell zu gut für ein 1:0 gegen Kiew. Finde Gavi extrem gut und ist sicher unsere Zukunft, kann aber nicht verstehen warum man einen 17 jährigen jedes Spiel 60-90 Minuten machen lässt. Wenn Pedri verletzt ist kann man auch Puig mal bringen vorallem gegen so einen Gegener. Außerdem finde ich es komisch das Demir gar keine Chance mehr bekommt. Er muss nicht starten aber in für die letzten 20-30 Minuten zu bringen würde ihn gut tun und ihm mehr Selbstvertrauen geben. Habe aber schon Angst vor dem Spiel am Wochenende.🙄

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