Paris Saint-Germain gegen FC Barcelona: Barça ohne Tempo

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Am zweiten Spieltag der Champions League gastierte der FC Barcelona bei Paris Saint-Germain. Es war das fünfte Aufeinandertreffen dieser beiden Vereine in der Champions League und bisher konnten die Katalanen noch keines dieser Spiele gewinnen. Das sollte sich auch diesmal nicht ändern. Barçawelt analysiert die Hintergründe dieser 3:2-Niederlage.

 

Paris sehr flexibel

Paris begann sehr mutig gegen den FC Barcelona und suchte direkt den Weg nach vorne. So gelang ihnen auch schon in der zehnten Minute die Führung nach einem Freistoß. Direkt im Gegenzug kassierten sie jedoch das 1:1, was Barça klar in die Karten spielte. Von diesem Treffer konnten sich die Franzosen erst mal nicht erholen, was dazu führte, dass der FC Barcelona die Spielkontrolle übernahm und großen Druck auf die Franzosen ausübte. In dieser Phase konnten sich die Gastgeber kaum aus der eigenen Hälfte befreien, was an dem starken Pressing der Katalanen lag. Erst nach einem Ballverlust von Jordi Alba gelang es Paris dann wieder, schnell nach vorne zu spielen und eine Ecke zu bekommen, aus der heraus das 2:1 fiel.

Daraufhin hatte Paris wieder mehr Selbstvertrauen und war klar das stärkere Team. Man kam von nun an besser mit Barças Pressing zurecht und konnte immer wieder gefährliche Nadelstiche setzen. Die Franzosen übten nun selbst großen Druck auf den FC Barcelona aus, gerade im Mittelfeld, wodurch die Gäste nicht mehr zu ihrem Spiel fanden und große Probleme bekamen. Kurz nach der Pause erzielte Paris das 3:1, was eigentlich schon die Entscheidung hätte sein können. Jedoch kassierte man erneut nur wenig später ein Gegentor, wodurch es wieder spannend wurde. Von nun an hatten Cavani und Co. nicht mehr so richtig Zugriff auf das Spiel und man sah sich immer mehr Angriffen der offensiver werdenden Katalanen ausgesetzt. Paris merkte, dass ihr Pressing nicht mehr funktionierte und zog sich daraufhin etwas weiter zurück. Das zeichnete ihr Spiel an diesem Abend aus. Sie wussten genau, wann sie sich zurückziehen mussten und wann sie den Gegner weiter vorne stören sollten. Sie agierten gegen den Ball sehr flexibel, auch immer angepasst an den Gegner. Mal ging Cavani über außen mit nach hinten, mal ‚zockte‘ er vorne.

In der Schlussphase musste sich die französische Mannschaft vieler katalanischer Angriffe erwehren und schaffte es nicht, die sehr guten Kontermöglichkeiten zu verwerten. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen für die Pariser, die aber Glück hatten, dass Barcelona kein Tor mehr erzielen konnte. 

Barça zu langsam

Wie schon erwähnt, hatte Barça nach dem 1:1 eine sehr gute Phase, die bis zum 1:2 anhielt. Ansonsten war es aber so, dass die Katalanen den Ball zu lange hielten und dadurch kein Tempo und auch keinen Spielfluss aufbauen konnten. Durch das zu lange Ballhalten hatte Paris genügend Zeit zu verschieben und sich zu organisieren. Zudem verlor Barça viel zu oft den Ball, was dem eigenen Spiel schadete, aber auch das Spiel des Gegners besser machte. Mathieu, Rakitić, einmal sogar Busquets – das waren einfach zu viele Fehler, die das eigene Spiel lähmten und hemmten. Auch Jordi Alba und Dani Alves verloren zu viele Bälle, was natürlich fatal ist, wenn sie gerade nach vorne marschieren und das Team offensiv umschaltet.

Noch ärgerlicher ist jedoch die Tatsache, dass der FC Barcelona die ersten beiden Tore aufgrund solcher Ballverluste kassiert hat und nicht deswegen, weil der Gegner so gut nach vorne spielte. Vor dem 0:1 hielt Alves zu lange den Ball, verlor ihn und verursachte daraufhin den Freistoß, der zum ersten Gegentor der Saison führte. Vor dem 1:2 legte sich Alba auf dem Weg nach vorne den Ball zu weit vor, verlor ihn und im Nachhinein entstand die Ecke, die zum Gegentreffer führte. Zudem wurden die beiden Standardsituationen nicht gut verteidigt. Mascherano muss beim 0:1 energischer gegen David Luiz in den Zweikampf gehen, während beim 1:2 die Abstimmung zwischen ter Stegen und Rakitić nicht stimmte.

Das 1:3 war dann das einzige Tor, bei dem es kein rein individueller Fehler war, der den Treffer einleitete. Barça versucht Paris außen mit Rakitić und Alba zu stören, während Mathieu ein wenig herausgerückt ist, um einen Gegenspieler zu decken. Rakitić und Alba stehen aber zu weit auseinander, weshalb ein Pass zwischen die beiden in den Rücken des Linksverteidigers gespielt werden kann. Die darauffolgende Hereingabe findet Matuidi, der das 1:3 erzielte. Dani Alves hätte hier näher bei ihm stehen müssen.

Alba und Rakitić lassen einen zu großen Abstand zwischen sich entstehen, wodurch Pastore problemlos den Lochpass auf Van der Wiel spielen kann, der letztlich das Tor von Matuidi vorbereiten wird. (Das Bild zeigt nur einen Spielausschnitt und dabei nur die relevanten Spieler für das Tor, daher wurden die restlichen Spieler weggelassen.)

Der FC Barcelona reagiert

Luis Enrique versuchte das Spiel seiner Mannschaft zu verändern, insbesondere mit seinen drei Einwechslungen. Hierbei zeigte er gute Ideen, die sich teilweise auch auszahlten und dem Spiel seiner Mannschaft guttaten, auch wenn sie sich nicht im Ergebnis niederschlugen. Munir, der für den schwachen Pedro kam, belebte das Offensivspiel und traf zudem mit einem Distanzschuss den Pfosten. Xavi, der den ungewohnt fehlerhaften Ivan Rakitić ersetzte, brachte mehr Ruhe und Kontrolle ins Spiel, verschleppte jedoch nicht das Tempo. Er versuchte möglichst oft in die Spitze zu spielen und scheute auch den Risikopass nicht. Sandro ersetzte schließlich noch Dani Alves für die letzten zehn Minuten, wodurch Barça nun mit vier Stürmern und nur noch drei Verteidigern agierte. Luis Enrique wollte mehr Risiko gehen und noch den einen Punkt holen, wobei ihm Sandro helfen sollte, der mehr Durchschlagskraft und Druck nach vorne ins Spiel einbringen sollte. Der junge Spanier kam noch zu einer guten Chance, verzog mit seinem schwächeren linken Fuß aber deutlich.

Luis Enrique sah, dass Messi wegen dem formschwachen Pedro immer wieder sehr weit aufrücken musste, was dem Mittelfeld ein wenig die Dominanz nahm, gerade zahlenmäßig. Durch die Herausnahme von Pedro und die Hereinnahme von Munir konnte Messi wieder etwas mehr aus der Tiefe kommen, von wo aus er noch einige gute Pässe spielte und einige starke Dribblings zeigen konnte. Durch die tiefere Rolle des vierfachen Weltfußballers und Xavis Hereinnahme bekam Barcelona wieder mehr Zugriff auf das Spiel und konnte es wieder dominieren. Zudem konnte man sich ein paar gute Möglichkeiten erspielen, in die sich jedoch am Ende immer noch ein Gegner reinschmeißen konnte. Insgesamt war es eine inkonstante Leistung des FC Barcelona, da die Katalanen nicht durchgehend den nötigen Zugriff auf das Spiel hatten und nicht mit dem nötigen Tempo agierten. Man machte zu viele individuelle Fehler, was eiskalt bestraft wurde. Zudem konnte man am Ende die eigenen Chancen nicht nutzen und verpasste daher das Remis, was auch durchaus verdient gewesen wäre.

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