Spielbericht | Barça sichert sich ein Remis gegen Chelsea

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Das Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals zwischen dem FC Barcelona und dem FC Chelsea hielt, was es versprach: Es war ein über die gesamte Spieldauer spannendes Duell zwischen zweier Teams, die zuletzt in der Saison 2011/12 aufeinandertrafen. Damals setzte sich Chelsea knapp durch, aber auch die vorherigen Spiele waren von einer Spannung geprägt, die zeitweise ihresgleichen sucht. Die gestrige Begegnung endete mit einem 1:1-Remis, in dem die Gastgeber zunächst mit 1:0 durch Willian führten. Rund eine Viertelstunde später ist es dann Lionel Messi höchstpersönlich gewesen, der mit seinem Treffer zum 1:1 seinen ersten Treffer gegen die Engländer nach neun torlosen Duellen erzielt hat.

Die Aufstellung

Im Tor stand wie gewohnt Marc-André ter Stegen. Die Abwehrkette wurde von Sergi Roberto, Gerard Piqué, Samuel Umtiti und Jordi Alba gebildetet. Das Mittelfeld bestand aus Sergio Busquets, Ivan Rakitic, Andrés Iniesta und Paulinho, der auf der rechten Seite positioniert war. Lionel Messi und Luis Suárez wurden wie erwartet als Sturmduo aufgeboten.

Barça kontrolliert das Spiel, Chelsea mit den besseren Torchancen

Es war von Beginn an zu sehen, wer das Spiel über die gesamten 90 Minuten kontrollieren soll. Der FC Chelsea rückte ohne jegliches Interesse an der Kontrolle des Balls zurück und ließ die Katalanen über weite Phasen der Spielzeit den Ball hin- und herspielen, ohne dass sie allerdings gefährlich werden konnte. Die Gastgeber begegneten dem FC Barcelona bei dessen Angriffsbemühungen mit zwei dicht aufeinanderliegenden Ketten, die das Zusammenspiel im Zentrum vehement erschwerten. Des Öfteren sahen sich die Blaugranas deshalb gezwungen, den Ball gen Außenpositionen zu spielen, was sich allerdings auch als schwierig herausgestellt hat. Zum einen fehlte über die linke Seite aufgrund der aggressiveren Gangart der Engländer die Kombinationsstärke, die Iniesta, Alba und Co. sonst auch ausstrahlen, zum anderen zeigt sich wiederholt, dass Paulinhos Stärken mitnichten auf der Außenposition liegen. Er agierte in den Kombinationen schwach und nicht zielstrebig genug. Weiterhin verschleppte er die Spielgeschwindigkeit bei eigenen Kontern aufgrund seiner mangelnden Schnelligkeit regelmäßig. In den direkten Zweikämpfen ließ seine Aggressivität bis auf wenige Ausnahmen außerdem zu wünschen übrig.

Auf der anderen Seite zeigten sich die Blues trotz ihrer defensiv ausgerichteten Vorgehensweise in der Offensive mit einem klareren Matchplan und wussten definitiv mehr Gefahr auszustrahlen als der FC Barcelona. Aufgrund des hohen Aufrückens der Katalanen war es für Hazard und Co. ein Leichtes durch ihre Geschwindigkeitsvorteile mehrere Meter durch schnell vorgetragene Angriffe zu überbrücken und so schnell ins letzte Spielfelddrittel zu kommen. Insbesondere in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit wusste man jene Vorteile für sich beim Pressing auszunutzen, sodass oftmals schon in der gegnerischen Hälfte Ballgewinne zu verbuchen waren. Da kann der FC Barcelona von Glück reden, dass die Nachlässigkeiten im Passspiel während des gegnerischen Pressings und der fehlenden Dynamik während der Offensiv- und Defensivbewegung kein Gegentor zur Halbzeit verursacht haben, denn hatte Willian zweimal den Pfosten getroffen – Marc-André ter Stegen wäre machtlos gewesen.

Willian erzielt die Führung, Messi beendet den Chelsea-Fluch

In der zweiten Halbzeit sollte sich daraufhin ein geordneteres Bild zeigen. Die Katalanen wussten den Ball nun besser in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen, sodass sich der FC Chelsea schwer getan hat, ihr gefürchtetes Umschaltspiel auszuspielen. Dennoch schlichen sich weiterhin Ungenauigkeiten ein, die überraschenderweise auch Sergio Busquets durch leichtsinnige Pässe ins letzte Drittel verursacht hat. Chelsea konnte diese Möglichkeiten zum Umschalten in der Regel aber nicht gut ausspielen, sodass die Angriffe spätestens beim Duo Piqué-Umtiti endeten. Dennoch sollten die Engländer die Führung erzielen, nachdem ein kurz vorgetragener Eckball regelrecht für Verwirrung in der Defensivordnung des FC Barcelona sorgte, sodass in der Folge Willian im Rückraum freistehend zum Abschluss kommt, da man eine Flanke, aber keinen Rückpass vermutet hat. Willians Flachschuss in der 62. Spielminute war für ter Stegen unhaltbar, sodass durchaus von einer verdienten Führung die Rede sein kann, denn konnte der FC Barcelona trotz der besseren Ballzirkulation im Vergleich zur ersten Halbzeit keine nennenswerte Torchance herausspielen.

Daraufhin zog sich Chelsea etwas weiter zurück und vertraute immer mehr auf ihre Stärken im Umschaltspiel. Die Gastgeber pressten nun weitaus weniger und wollten den Katalanen keine Möglichkeiten gewähren, in die Zwischenräume zu gelangen, wo man Messi einsetzen könnte. Folgerichtig mussten die Culés schon auf einen Fehler hoffen, um irgendwie ein Tor erzielen zu können und tatsächlich: ein eklatanter Fehlpass in der Defensivreihe, der sonst als fantastischer Schnittstellenpass gelten könnte, wurde von Andrés Iniesta aufgenommen. Nun ergab sich eine Drei-gegen-Eins-Situation zwischen Iniesta, Suárez und Messi und einem gegnerischen Verteidiger. Iniesta, der sich mittlerweile im Sechzehner befindet, sieht Messi im Rückraum und dieser schließt gegen die Laufrichtung von Courtois ab – 1:1, und der Chelsea-Fluch ist gebrochen.

Der weitere Spielverlauf war von einer Verwaltung des durchaus schmeichelhaften Ergebnisses geprägt, der insgesamt einen Vorteil darstellt, zumal das Rückspiel im Camp Nou stattfindet. Dennoch ist eine Leistungssteigerung eine Pflicht, ohne die ein Weiterkommen eher weniger im Bereich des Möglichen liegt.

Fazit

Es erscheint fraglich, weshalb Paulinho auf der Außenbahn aufgeboten wird. Der Brasilianer hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass er dort seine physische Stärken nicht allumfänglich ausspielen kann. Dies liegt vor allem daran, weil er nicht das Tempo mitbringt, um auf jener Position eben für Gefahr zu sorgen. Weiterhin ist er in technischer Hinsicht nicht so gut, um ein sicheres Kombinationsspiel zu ermöglichen. Außerdem ist festzuhalten, dass das Fehlen vertikaler Spielzüge den FC Barcelona am gestrigen Abend berechenbarer gemacht hat. Trotz der offensichtlichen Ballhoheit, konnte man kaum mit dem Ball etwas Zählbares anrichten – sogar das Tor entsprang einem Abspielfehler.

Insgesamt ist also festzuhalten, dass es dem FC Barcelona vor allem an vertikalen Spielzügen fehlte, zum anderen aber auch an Schnelligkeit, um eben jene Spielzüge dauerhaft zu ermöglichen.

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