CD Alaves gegen FC Barcelona: Mannschaftsanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Beim Gastspiel gegen CD Alavés im Baskenland konnte sich der FC Barcelona einen souveränen 3-0 Sieg erspielen und kann somit beruhigt ins Rückspiel am 28.11. im Camp Nou gehen. Die Katalanen zeigten eine ordentliche und konzentrierte Leistung und gewannen letztlich ohne wirklich zu glänzen verdient beim mutig auftretenden Drittligisten.

Wie gewohnt in der Copa del Rey hütete Jose Manuel Pinto das Tor des FC Barcelona. In der Viererkette vor ihm agierten von rechts nach links Dani Alves, Marc Bartra, Javier Mascherano und Martin Montoya. Das Dreiermittelfeld bildeten Sergi Roberto, Andrés Iniesta und Sergio Busquets als gewohnt absichernder Sechser. Im Sturm begannen Alexis Sánchez und David Villa auf den Flügeln sowie Cesc Fàbregas als “Falsche Neun”.

Defensivleistung

In einem Spiel ohne Gegentor zu bleiben spricht logischerweise schon einmal für die Defensivarbeit eines Teams und nichts Anderes gilt für den ersten Pokalauftritt von Barça in dieser Saison. Die Katalanen standen defensiv überwiegend sicher, wodurch Pinto einen relativ ruhigen Abend hatte, wenn er nicht gerade mit Sandwiches beworfen wurde. Die gute Defensivarbeit Barcelonas begann schon mit dem frühen Stören der drei Stürmer. Auch Sergi Roberto und Andrés Iniesta konnten einige Ballgewinne verzeichnen, was zeigt, dass das Team konzentriert zur Sache gegangen ist und den Gegner nicht auf die leichte Schulter genommen hat, trotz des Zweiklassenunterschieds.

Busquets eroberte wie so oft viele Bälle dank seiner starken Antizipation aber auch in einigen direkten Zweikämpfen. Weniger gewohnt war die relativ hohe Anzahl von Fehlpässen in seinem Spiel, besonders in der ersten Halbzeit. Da ihm diese zumeist in der Nähe des eigenen Sechszehners unterliefen, hätten gute Chancen für Alavés entstehen können, welche aber durch die gut spielende Defensivreihe in der Regel verhindert werden konnten.

Kommen wir nun zu dieser Defensivreihe, die alles in allem ziemlich sicher wirkte, ausnahmsweise auch bei Standards. Innen standen Marc Bartra und Javier Mascherano über den Großteil der 90 Minuten sehr sicher, lediglich zwei Mal wirkte Mascherano unsicher und trug Mitschuld an Chancen des Gegners. Einmal ließ er sich durch normale Schussantäuschungen mehrmals veralbern und das andere Mal ließ er einen Gegenspieler im Rücken frei laufen, weshalb dieser relativ frei im Strafraum zum Schuss kam, welchen der insgesamt kaum geprüfte aber dennoch sichere Pinto aber entschärfen konnte.

Rechtsaußen wirkte Dani Alves deutlich sicherer als noch vor seiner Verletzung, wobei man hier eben auch auf den Qualitätsunterschied zwischen Alavés und den Teams in der Primera División oder der Champions League hinweisen muss. Es war aber sicherlich ein gutes Spiel für Alves um nach der Verletzung wieder seinen Rhythmus zu finden. Er konnte die meisten seiner Zweikämpfe für sich entscheiden und auch so gut wie jede Hereingabe in den Strafraum unterbinden, etwas, das Martin Montoya auf der anderen Seite nicht so gut gelang. Insgesamt machte auch Montoya auf der ungewohnten Linksverteidigerposition ein ordentliches Spiel, ließ jedoch dem Gegner zu oft zu viel Zeit und Raum, die dieser nutzen und einige Hereingaben in den Strafraum von Barcelona spielen konnte, welche aber letztlich keine Gefahr einbrachten. Hier hätte Montoya seine Gegner früher stellen müssen um den Ball vom eigenen Sechszehner fernzuhalten.

Insgesamt spielte Barcelona wie bereits erwähnt defensiv sehr souverän und ließ kaum etwas zu. Dies lag zum einen natürlich auch daran, dass der Gegner nur über begrenzte offensive Mittel verfügte und zum anderen daran, dass Barcelona das Spiel ernst anging und den Gegner zu keiner Sekunde unterschätzte.

Offensivleistung

Trotz drei Toren präsentierte sich der FC Barcelona gerade im ersten Durchgang offensiv zu harmlos und ziemlich einfallslos. Es gab zu wenige “richtige” Bewegungen, also Bewegungen in die Räume, die dem Gegner wehtun. Man war zwar bestrebt nach vorne zu spielen und arbeitete viel, aber die Durchschlagskraft fehlte lange Zeit. Erst nach dem 1-0 durch David Villa wirkte es so, als habe Barcelona einen richtigen Plan und auch die nötige Durchschlagskraft.

Alexis Sánchez und Dani Alves bearbeiteten fast pausenlos die recht Seite. Jeweils einer der beiden gab dem Spiel die Breite während der andere sich eher ins Zentrum orientierte. Auffällig hierbei war, dass Alves sehr oft Flanken in den Strafraum schlug, wovon die meisten aber unbrauchbar waren, weil sie entweder nicht gut getreten waren oder weil zu wenig potentielle Abnehmer im Strafraum warteten. Zwei Flanken kamen jedoch sehr gut, eine auf Alexis Sánchez, der mit seinem Kopfball aber am gegnerischen Torhüter scheiterte und eine andere auf Cesc Fàbregas, welcher daraufhin das 3-0 erzielte. Sánchez machte insgesamt ein gutes Spiel, war aber vor dem Tor unglücklich und hatte dann auch noch Pech, dass ein eigentlich regulärer Treffer wegen angeblichem Abseits zurückgepfiffen wurde.

Auch die linke Offensivseite von Barça hatte gefährliche Szenen zu bieten, wenngleich sich Martin Montoya nicht ganz so oft vorne miteinschaltete wie sein Pendant auf der rechten Seite. Dies lag wohl auch daran, dass er kein gelernter Linksverteidiger ist. David Villa suchte oft den Weg ins Zentrum, mit und ohne Ball. Begab er sich mit dem Ball ins Zentrum, so versuchte er des Öfteren Lochpässe zu spielen, welche aber keine Gefahr erzeugen konnten. Ansonsten konnte er mit guten Abspielen und einer guten Übersicht glänzen sowie natürlich mit seinem Tor.

Ein Grund für die zunächst vorherrschende “Kreativitätsblockade” Barças war wohl die fehlende Dominanz im Mittelfeld. Iniesta wirkte im ersten Durchgang weit weniger präsent und aktiv wie gewohnt und auch Sergi Roberto machte zwar ein ordentliches Spiel, konnte aber auch nicht wirklich die Zügel in die Hand nehmen. Cesc Fàbregas, welcher sich immer wieder fallen ließ, war auch nicht so stark wie in den letzten Spielen. Er war zwar der präsenteste Spieler im Zentrum bei Barcelona, aber gerade der finale Pass, der ihm in den letzten Spielen so sehr glückte, fand gegen Alavés kaum einmal den Mitspieler. Im Laufe der zweiten Halbzeit wurde das dann besser und Barça hatte mehr Zugriff auf das Spiel und konnte sich auch weitere Chancen erspielen, welche aber nicht genutzt werden konnten.

Insgesamt bleibt also festzuhalten, dass Barcelona zwar bemüht war offensiv etwas Produktives zu Stande zu bringen, es aber gerade in der ersten Halbzeit an der nötigen Dominanz im Mittelfeld sowie der Kreativität fehlte. Am gefährlichsten präsentierten sich die beiden Außenstürmer sowie Dani Alves, welcher Alexis Sánchez auf rechts hervorragend unterstützte.

Fazit

Wie gewohnt war das erste Pokalspiel auswärts bei einem Drittligisten auch diesmal wieder eine zähe Angelegenheit für den FC Barcelona, welche man am Ende aber unbeschadet überstehen konnte. Dies lag an einem insgesamt sicheren und konzentrierten Auftreten der Mannschaft sowie einer guten Abwehrleistung. Die Offensive stotterte im ersten Durchgang zwar noch, aber mit den Toren kam auch die Sicherheit ins Offensivspiel der Katalanen zurück, welche in der zweiten Halbzeit noch einige Chancen ausließen das Ergebnis weiter nach oben zu schrauben.

Alavés hat sich nicht versteckt und viel versucht, war aber offensiv zu harmlos und defensiv mit der Zeit nicht stabil genug, weshalb sie am Ende verdient mit 3-0 gegen den FC Barcelona verloren haben.

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