Noten vs. Neapel | Frenkie de Jong als Herz Barças, Aubameyang präzise, Xavis Masterclass

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Der FC Barcelona zog durch ein imposantes 4:2 in Neapel ins Achtelfinale der Europa League ein. Frenkie de Jong war Herz und Motor von Barças Spiel, Aubameyang zeigte sich mal wieder präzise im Abschluss, während Trainer Xavi eine Lehrstunde hinlegte. Die Noten und Spielerkritik zu Neapel gegen Barcelona. 

SSC Neapel vs. FC Barcelona: die Noten der Barça-Akteure

 Marc-André ter Stegen

Marc-André ter Stegen hatte sich auf der PK vor dem Spiel noch darüber beschwert, dass Spaniens Presse „Öl ins Feuer gieße“ bei seiner Leistungseinschätzung. In dieser Partie goss der Deutsche aber selbst Öl ins Feuer durch ein unnötiges Herausstürmen. Bis dato führte Barça komfortabel 2:0, dann brachte ter Stegen durch einen unnötigen Ausflug samt schlechtem Timing Osimhen zu Fall – den Elfmeter konnte er ebenso wenig parieren, blieb regungslos stehen. So auch beim 2:4-Anschlusstor bei Politanos strammem Schuss ins kurze Eck. Erneut ein unglücklicher Auftritt ter Stegens, der sonst praktisch nie was zu tun bekam – bis in die Nachspielzeit, als er stoisch mit der Schulter einen Schuss aus spitzem Winkel parierte. Barçawelt-Punkte: 4

 Sergiño Dest

Dest machte in Barças stürmischer Anfangsphase durch einen starken Flachschuss auf sich aufmerksam, der haarscharf am linken Eck vorbeizischte. Agierte mutig, einmal jedoch völlig unbedacht, als er auf Höhe der Mittellinie im Spielaufbau einen katastrophalen Querpass in die Beine Napolis spielte. Ansonsten aber sehr aufmerksam gegen den Ball, gewann sechs seiner sieben Zweikämpfe. Auch er konnte sich vornehmlich auf gute Defensivaktionen fokussieren, da Barça sein offensives Soll früh erfüllt hatte. Dest zeigte einmal mehr eine ansteigende Form. Barçawelt-Punkte: 6

 Gerard Piqué

Hatte gerade im ersten Durchgang seine Müh und Not mit den schnellkräftigen Tiefenläufen von Osimhen. Dass er hier grundsätzlich Schnelligkeitsdefizite hatte, ist Piqué aber nicht anzulasten. In der 26. Minute klärte er durch eine stark getimte Grätsche am eigenen Sechzehner in höchster Not, auch sonst war Piqué auf dem Posten. Einmal sogar in der Offensive, als er sich die Kugel mit rechts vorlegte und mit links zum 3:1 vollstreckte – ein Tor zum perfekten Zeitpunkt. Barçawelt-Punkte: 8

 Ronald Araujo

Araujo sorgte für einen Schreckmoment in der Hintermannschaft, als er sich einen Katastrophen-Stockfehler nach 30 Minuten leistete, der aber folgenlos blieb. Leistete sich insgesamt zehn Ballverluste, was für einen Innenverteidiger zu hoch ist. Seine Passquote von 84 Prozent war dementsprechend für Barça-Verhältnisse auch unter der Norm. Stabilisierte sich allerdings letztlich, gröbere Fehler leistete er sich dann keine mehr. Barçawelt-Punkte: 5

 Jordi Alba

Wie ein abgezockter Mittelstürmer: Jordi Alba markierte in bemerkenswert eiskalter Manier das Führungstor – und das auch noch mit seinem schwachen Fuß in ungewohnter Position halbrechts. Agierte insgesamt sehr wach, was 91 Prozent Passquote, 92 Ballaktionen und fünf von sieben gewonnene Bodenzweikämpfe verdeutlichen. Musste aufgrund von Barças früher Führung weniger oft in typischer Manier nach vorne sprinten, was Barças Stabilität hinten gut tat. Hatte trotzdem wieder die meisten Ballaktionen (93) aller Barça-Spieler, knapp vor Frenkie de Jong (88). Barçawelt-Punkte: 7

 Sergio Busquets

Der Kommandeur in der Schaltzentrale. Busquets orchestrierte immer wieder Barças bärenstarkes Angriffspressing, schob auch hoch an und zwang im Verbund mit de Jong, Pedri und Co. die Neapolitaner mehrmals zu schmerzhaften Ballverlusten. Gegen den Ball war Barças Sechser sehr umtriebig, mit Ball aufmerksam – wie nur zwei Fehlpässe im ganzen Spiel verdeutlichen. Barçawelt-Punkte: 6

 Frenkie de Jong

Der Chef der Partie. Als Herz, Motor und Lunge in Barças Schaltzentrale eroberte Frenkie de Jong reihenweise Bälle in Hälfte eins, trieb diese durch das Mittelfeld und war praktisch überall zu finden. Mit Abstand der beste Barça-Akteur im ersten Durchgang, krönte seine bärenstarke Leistung durch ein absolutes Traumtor. Seine Vorstöße in den Zehnerraum sorgten für Chaos bei Napoli – nach dem 4:1 stellte er diese als neuer Sechser ein, beschränkte sich auf Sicherheit statt auf Offensive. Frenkies bestes Spiel seit langer, langer Zeit. Barçawelt-Punkte: 9, MOTM

 Pedri

Auch Pedri legte eine starke Vorstellung am Fuße des Vesuv hin, gerade vor der Pause. Ergänzte sich mit de Jong im zentralen Mittelfeld hervorragend, beide eroberten und verteilten Bälle, pressten und kreierten Angriffe. Pedris bestes Zuspiel, ein Schnittstellen-Pass der Marke Xavi, konnte Ferran Torres in der 32. Minute nicht verarbeiten. Einmal versuchte sich auch Pedri an einem Torschuss, drosch nach der Pause diesen aber meilenweit übers Tor. Hatte nach 75 Minuten Feierabend. Barçawelt-Punkte: 7

 Adama Traoré

Bereitete Barças erstes Tor durch einen unnachahmlich bulligen Lauf beim Konter vor, bei dem er die Kugel erst über das halbe Feld trieb, die Balance im Zweikampf bewahrte und auch zum richtigen Zeitpunkt auf Alba rüber legte. In der Folge tauchte Traoré aber ab und verzettelte sich ein paar Mal. Doch das änderte sich nach dem Wiederanpfiff sofort wieder, als er direkt auffälliger wurde. Eine Flanke kam nicht an, eine wurde als Bogenlampe gefährlich, die dritte Hereingabe, diesmal eine flache, landete dann bei Aubameyang (auch wenn sie womöglich für Frenkie gedacht war), der das 4:1 markierte. Zwei Vorlagen – abermals kein schlechtes Arbeitszeugnis des Winterneuzugangs aus Wolverhampton. Barçawelt-Punkte: 7

 Pierre-Emerick Aubameyang

Der Gabuner tat sich lange schwer, wirkte sogar ein wenig unglücklich. Nach 17 Minuten schoss Aubameyang eine gute Chance von der Strafraumkante drüber, noch größer war seine Kopfballchance nach Ecke, als er etwas überraschend freistehend aus kurzer Distanz daneben köpfte. Wesentlich besser machte es Aubameyang dann beim 4:1, als er traumhaft und eiskalt die Kugel rechts oben im Eck platzierte. Ein Torjäger mit so starken Abschlüssen ist genau das, was Barça lange Zeit gefehlt hat. Barçawelt-Punkte: 7

 Ferran Torres

Wie schon im Hinspiel agierte Ferran Torres auch im Rückspiel ziemlich unglücklich. Wie heißt es so schön: er war stets bemüht, doch in die Torschützenliste konnte er sich abermals nicht eintragen. An Abschlussaktionen mangelte es erneut nicht, mehrfach versuchte es Torres in Hälfte eins vergeblich. Erst wurde seine Riesenchance in letzter Instanz geblockt, dann schoss er per Distanzschuss drüber, ehe ein flaches Schüsschen Keeper Meret keine Mühe machte. Mit dem Ball etwas unglücklich, dafür gegen den Ball auch wichtig – Stichwort frühes Pressing in Hälfte eins. Nur drei Fehlpässe bei 93-prozentiger Passquote sind für einen Angreifer auch bemerkenswert. Sucht aber weiterhin sein befreiendes Tor. Barçawelt-Punkte: 6

 Gavi (ab 62.)

Kam nach etwas mehr als einer Stunde für Busquets aufs Feld. Da Barça mit dem 4:1 im Rücken den Fuß vom Gas nahm, war nun auch mehr Arbeit gegen den Ball sowie Ballzirkulation gefragt. Wirklich hervortun konnte sich Gavi hierbei nicht. Handelte sich dafür erneut eine unnötige Gelbe Karte in den Schlussminuten ein – weshalb er nun im Achtelfinal-Hinspiel gesperrt fehlen wird. Barçawelt-Punkte: 5

 Nico Gonzalez (ab 74.)

Für Arbeit gegen den Ball und Ruhe an diesem wurde auch Nico in den letzten 15 Minuten gebracht – doch Letzteres misslang dem Youngster völlig. Verstolperte die Kugel im eigenen Sechzehner fahrlässig und verschuldete so das 2:4-Tor Napolis. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Ousmane Dembélé (ab 74.)

Der Franzose kam ebenso für 15 Minuten aufs Feld, einen Torschuss feuerte er in dieser Zeit gen Napoli-Gehäuse ab, das war’s auch schon. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Luuk de Jong (ab 74.)

Da das (Offensiv-)Spiel Barças gelaufen war, konnte auch Luuk de Jong in der Schlussphase nichts mehr zum Spiel beitragen. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Riqui Puig (ab 86.)

Nach acht Partien in Serie ohne eine einzige Spielminute durfte Riqui Puig für ein paar Minuten in einem gelaufenen Spiel mal wieder aufs Feld. Wie eingerostet er aufgrund des ewigen Bankdaseins ist, wurde wenige Zeit später deutlich: Puig fiel direkt durch einen Horror-Fehlpass im Spielaufbau in die Beine Neapels auf – seine auffälligste Aktion. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Trainer Xavi Hernández

Xavi vertraute der selben Elf wie im Hinspiel erneut – es sollte sich umgehend bezahlt machen. Barça startete perfekt ins Spiel, dass die Blaugrana nun über die schnellen Spitzen auch Kontern kann, zeigte man früh – ein neues und wichtiges Element im Spiel Barcelonas. Das Angriffspressing, das Xavi instruierte, war spektakulär, immer wieder nervte Barça Napoli als Einheit und luchste den Azzurri so die Kugel teilweise sogar am eigenen Sechzehner ab. Aufstellung, Einstellung, Taktik – an diesem Abend im Diego Armando Maradona Stadion stimmte einfach alles – auch mal wieder die Torausbeute. Zum dritten Mal in fünf Partien schoss Barça vier Tore. Ein rundum gelungener Auftritt der Xavi-Elf, was definitiv der Verdienst des Trainer ist, der alles richtig machte. Barçawelt-Punkte: 10

 Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

Umfrage | Barça-Sieg in Neapel: Wer war der Beste?

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt

2 Kommentare

  1. Man kann zu dem Spiel nichts schlechtes sagen, wirklich nicht. Auch die Noten für die Spieler finde ich berechtigt außer vllt Dest, der meiner Meinung nach ein sehr solides Spiel absolviert hat und ein 7 verdient hat. Busquets war auch top und hat eine 7 verdient. Und Alba 8 anstatt 7, denn er hat nicht nur das wichtige erste Tor geschossen, sondern war auch sonst überall unterwegs. Bei Teg Stegen mache ich mir keine Sorgen und würde keinen Ersatz verpflichten. Ja, es ist nicht seine beste Saison, trotzdem finde ich den stark. Wie viele unhaltbare Dinger hat er schon rausgefischt…. Jeder Torwart hat mal eine schlechte Phase, dennoch bin ich überzeugt, dass er bleibe muss und in Zukunft auch wieder zuverlässiger wird.

  2. Tolles Spiel von allen außer Ter Stegen. Ich habe wirklich gehofft, dass er mit dem Mallorcaspiel seine Topform wieder erlangt aber das sieht nicht danach aus. Wir haben 4:1 geführt und ich hatte trotzdem noch Angst bis zur 80. Minute. Das liegt zum Teil an den Erfahrungen der letzten Zeit, aber es hat auch mit Ter Stegen zu tun. Der Elfmeter war absolut unnötig und hat Napoli wieder kurzzeitig ins Spiel gebracht. Mir fallen aber keine Alternativen ein. Wir werden vermutlich keinen Torwart im Sommer verpflichten, aber nächste Saison muss man Pena oder Tenas unbedingt als Pokaltorwart aufbauen. Vielleicht reicht es ja für einen von den beiden. Pena soll ja in der Türkei überzeugen. Habt Ihr sonst noch Ideen für einen MAtS-Ersatz?

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