FC Barcelona – Athletic Bilbao: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Nach zwei Punktverlusten in Folge wollte der FC Barcelona zu Hause gegen Athletic Bilbao wieder in die Spur finden. Nach einem starken Beginn übernahmen allerdings die Gäste für 20 Minuten das Ruder und gingen kurz vor der Pause in Führung. Nach dem Seitenwechsel war es zwar ein durchaus gutes Spiel auf ein Tor, mehr als ein Unentschieden sprang letztlich aber nicht heraus. Dies lag neben der schlechten Chancenverwertung auch stark an Ernesto Valverde.

Rotation

Wieder muss an dieser Stelle das Thema Rotation angesprochen werden. Nach der ganz schwachen Rotation in Sociedad machte es Ernesto Valverde in den letzten beiden Spielen sehr gut und rotierte vernünftig sowie durchdacht. Gegen Bilbao verzettelte er sich nun aber wieder komplett. Auf der einen Seite spricht es für ihn, dass er diese Saison mehr rotieren will, um so jedem Spieler Spielzeit zu geben und gleichzeitig auch jeden frisch zu halten, allerdings muss man „richtig“ rotieren. Gegen ein gutes Pressingteam seine beiden pressingresistentesten Spieler (Messi und Busquets) auf der Bank zu lassen, ist nicht klug. Es ist verständlich, dass Valverde beide vor dem Spiel gegen Tottenham schonen wollte, aber dann hätte er einen gegen Leganés schonen sollen und den anderen dann gegen Bilbao, nicht beide auf einmal. Valverde muss aufpassen, dass er seinen Fokus nicht zu sehr auf die Champions League legt und dadurch die Liga vernachlässigt. Bisher konnte die Blaugrana immer nur dann die Champions League gewinnen, wenn man auch Meister wurde. Eine gute Saison in der Liga, ist der Grundstein für alles weitere und das darf Valverde nicht vergessen.

Auswechslungen

Was sich Valverde nach diesem Spiel auch ankreiden lassen muss, sind seine Auswechslungen. Busquets und Messi zu bringen war logisch und eine einfache Entscheidung für den Coach. Allerdings war es absolut unverständlich, wieso Arturo Vidal, der ein sehr gutes Spiel machte, den Platz verlassen musste und Ivan Rakitić durchspielen durfte. Der Kroate hatte möglicherweise sein schwächstes Spiel seit er beim FC Barcelona ist, scheint aber in Valverdes Augen immun zu sein. Es war zudem verwunderlich, dass Rakitić im linken Mittelfeld startete und nicht wie üblich rechts. Links wirkte er mehr als nur verloren. Valverde muss aufpassen, dass er nicht vergisst, das Leistungsprinzip anzuwenden, denn nach diesem Spiel wäre es eine Farce, wenn Rakitić gegen Tottenham starten darf und nicht Vidal.

Am Ende Munir zu bringen machte dahingehen Sinn, als dass man einen weiteren Stürmer im und um den Strafraum hatte, der schließlich auch den Ausgleich erzielte. Es ist jedoch nicht so ganz verständlich, warum Ousmane Dembélé mal wieder dafür geopfert wurde. Der Franzose zeigte eine gute Leistung und war jemand, der immer wieder mit Dribblings oder Flanken Gefahr erzeugte. Es wäre deutlich sinnvoller gewesen, Nélson Semedo, der auch gut spielte, auszuwechseln und Dembélé als eine Art Wing-Back zu nutzen. Natürlich ist das riskanter, aber man lag zu Hause hinten, es war vollkommen egal, ob man jetzt noch ein Tor kassieren konnte, man musste offensiv denken. Und Dembélé war ein steter Gefahrenherd, den Valverde völlig ohne Not aus dem Spiel nahm und mit jemandem ersetzte, der „nur“ zum abschließen auf dem Feld stand, aber eben niemand ist, der durch Einzelaktionen Gefahr erzeugen kann, anders als der Franzose.

Kollektive Probleme

Insgesamt stimmt momentan kollektiv nicht alles beim FC Barcelona. In der Rückwärtsbewegung werden zu viele Fehler gemacht, seien es einfache Stellungsfehler, nicht gut abgestimmtes Herausrücken bei Abseitsfallen oder auch einfach das individuelle Verlieren des Gegenspielers. Zudem bleibt man in Strafraumnähe insgesamt zu passiv und erlaubt dadurch zu viele potentiell gefährliche Hereingaben. Hier muss daran gearbeitet werden, wieder homogener zu verteidigen, die Abläufe zu optimieren und mehr Zugriff in den Zweikämpfen zu bekommen. Das ist zum Einen eine Aufgabe des Trainers, der genau diese Punkte in der letzten Saison sehr gut einstudieren ließ, zum Anderen natürlich aber auch der Spieler, die wieder wacher und aktiver verteidigen müssen und zwar in allen Mannschaftsteilen.

Gleichzeitig muss Valverde auch dafür sorgen, dass das Kollektivspiel mit Ball besser wird. Es sind zwar gewisse Abläufe erkennbar, aber es beruht immer noch zu viel auf individueller Klasse, anstatt auf einem übergeordneten Plan. Laufwege, Passwege, Einrücken etc. – an all dem muss gearbeitet werden. Man muss es dem Gegner schwerer machen, sich auf den amtierenden Meister einzustellen. Und vor allem muss die Chancenverwertung besser werden. Das lässt sich nur schwerlich trainieren und ist auch immer eine Frage des Selbstvertrauens, des Momentums und auch ein wenig des Glücks.

Valverde und die Mannschaft haben viel Arbeit vor sich und man kann nur hoffen, dass die letzten Spiele frühzeitige Warnungen waren, die erkannt wurden und dazu führen, dass die Probleme behoben werden. 

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