FC Sevilla vs. FC Barcelona: Spielbericht + Einzelkritik

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Quelle: fcbarcelona.com

Erstmal durchatmen. Was war das für ein unglaubliches Spiel? Der FC Barcelona brachte es doch tatsächlich fertig den FC Sevilla nach einem 0-2-Rückstand noch mit 3-2 zu bewingen, wobei zwei Tore erst ab der 89. Minute fielen.
Aber fangen wir vorne an:

Barcelona kam sehr gut in die Partie und kontrollierte das Spiel. Defensiv hatte man kaum Probleme und offensiv konnte man sich die ein oder andere gute Torchance erspielen, welche man aber nicht verwerten konnte. Nach 26 Minuten gingen die Gastgeber dann durch Piotr Trochowski in Führung, nachdem dieser einen abgefälschten Schuss von Medel an Victor Valdés vorbeischießen konnte. Nach diesem Tor kam Barcelona zwar noch zu einer guten Chance durch Messi, dessen Schuss wurde aber geblockt. Danach verloren die Gäste aber den Faden und konnten kaum noch Gefahr heraufbeschwören, im Gegenteil, Sevilla wirkte dem 2-0 näher als Barcelona dem Ausgleich. Letztlich passierte aber vor dem Pausenpfiff nichts mehr.

Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag: Alvaro Negredeo erhöhte nach einem Fehler von Sergio Busquets auf 2-0 und ließ die Fans von Sevilla und wohl auch die von Real Madrid jubeln. Doch Barcelona antwortete so, wie es ein Spitzenteam tun muss: Zunächst scheiterte Pedro nach schöner Hereingabe von Alba mit einem Volleyschuss an Alberto Botia auf der Linie, aber nur kurz danach legte er Fàbregas den Anschlusstreffer auf. In der Folgezeit war Barcelona sehr bemüht und kam auch zu der ein oder anderen guten Gelegenheit, dennoch machten sie zu viele Fehler und konnten nicht konstant genug den erforderlich hohen Druck aufbauen, den es erfordert hätte. Sevilla hingegen schaffte es zwar Barcelona weitestgehend von Großchancen abzuhalten, aber wirklich gute Entlastungsangriffe brachten sie nur vereinzelt zustande. Ca. 20 Minuten vor dem Ende der Partie sah dann auch noch Medel die rote Karte nach einem angeblichen Kopfstoß gegen Cesc Fàbregas; eine wohl überzogene Entscheidung, die aber zu dem gesamten Auftreten des Schiedsrichters passte. Dieser hatte keine erkennbare Linie und ließ einige Fouls auf beiden Seiten ungeahnt, was im Laufe des Spiels sehr verwirrend war.

In der 89. Minute war es dann endlich so weit, nach einem klasse Pass von Messi überwand Fàbregas erneut Palop und glich für Barcelona aus. Messis Pass ging allerdings ein Handspiel von Thiago voraus, welches man durchaus hätte pefeifen können. Jedoch wurde nur wenige Minuten zuvor Barcelona ein Freistoß nach Handspiel von Sevilla verweigert. Manche Leute nennen so etwas wohl ausgleichende Gerechtigkeit. Das Spiel war aber noch lange nicht zu Ende, schließlich gab es satte fünf Minuten Nachspielzeit, welche ganz entschiedend werden sollten: Nach einem schönen Doppelpass zwischen Villa und Messi versetzte Ersterer alle Barcelona-Fans in Ekstase, indem er den Ball an Palop vorbei zum 3-2 für Barcelona ins Tor schoss.

Barcelona gewinnt letzlich glücklich, aber definitiv nicht unverdient in Sevilla und wird mit mindestens acht Punkten Vorsprung vor Real Madrid in den Clásico am nächsten Sonntag gehen. Zuvor steht aber noch ein schweres Auswärtsspiel in der Champions League bei Benfica Lissabon an. Durch diesen Sieg hat Barça seinen Saisonbeststart-Rekord von sechs Siegen in den ersten sechs Spielen eingestellt, was zuletzt 2009 gelang – am Ende wurde man mit sagenhaften 99 Punkten Meister.

Einzelkritik:

Victor Valdés: Bei den beiden Gegentoren war er machtlos und ansonsten hatte er kaum etwas zu tun. Er musste lediglich einen ungefährlichen Schuss von Ivan Rakitic parieren, sowie eine Flanke abfangen, was er beides ohne Probleme auch tat.

Dani Alves: Schwaches Spiel vom brasiliansichen Rechtsverteidiger. Er war zwar bemüht seine Mannschaftskollegen offensiv zu unterstützen, aber eine wirklich gute Aktion blieb aus. Er verlor einige Bälle leichtfertig und war auch defensiv nicht immer voll auf der Höhe. So war er auch nicht dicht genug an Trochowski dran, bevor dieser zum 0-1 aus Barcelona-Sicht traf. In der zweiten Halbzeit wurde er für David Villa ausgewechselt.

Alexandre Song: Alles in allem ein durchaus ordentlicher Auftritt von Song in der Innenverteidigung. Er gewann viele Zweikämpfe, sowohl in der Luft als auch am Boden und brachte den Ball bis auf eine Ausnahme gut hinten heraus. Jedoch ließ er sich beim 0-2 zu leicht von Negredo abdrängen, da muss er standhafter sein und seinen Körper geschickter einsetzen. Zudem wusste er nicht immer ob er rausrücken soll und teilweise ging er dem Gegner auch zu lange hinterher anstatt ihm an einen Mitspieler zu übergeben.

Javier Mascherano: Auch er wusste größtenteils zu überzeugen, auch wenn er sich teils zu ungestüm gerade in die Luftduelle warf. Ansonsten war wie gewohnt auf ihn Verlass. Pech hatte er, als Medels Schuss an ihm zu Trochowski abprallte, welcher dann das 0-1 erzielte.

Jordi Alba: Der wiedergenesene Linksverteidiger hatte gerade in der ersten Halbzeit defensiv so seine Probleme mit Jesús Navas. Er wurde gut vom Flügelstürmer bearbeitet und hatte mehr als einmal das Nachsehen. Er verschuldete auch eine Fast-Chance von Sevilla als er versuchte Navas anzuschießen um einen Abstoß zu gewinnen, was jedoch misslang. Offensiv schaltete er sich immer wieder mit ein und brachte auch gefährliche Bälle in den Strafraum, welche aber nicht in Tore umgemünzt werden konnten.

Sergio Busquets: Eine ordentliche Leistung von Busquets in seinem 200. Spiel für den FC Barcelona. Er war defensiv zumeist zur Stelle und spielte wie gewohnt sehr passsicher. Einmal jedoch nicht und das war entscheidend. Er wollte Messi den Ball an der Mittellinie zuspielen, aber nicht in den Fuß, sondern in den Lauf, was Messi jedoch nicht mitbekam, wodurch der Ball von Medel erobert wurde und dieser dann Negredo das 0-2 auflegte. Gegen Ende wurde Busquets für Thiago ausgewechselt.

Xavi: Heute gelang es ihm nur in den ersten 25 Minuten das Spiel wirklich zu lenken und zu strukturieren. Danach war er zwar sehr bemüht, aber nicht mehr ganz so präsent. Zudem hatte er auch meherere Fehler in seinem Spiel, sowohl bei der Ballannahme als auch bei seinen Pässen. Seine beste Szene hatte er im ersten Durchgang, als er an einer starken Kombination zwischen Messi und Fàbregas beteiligt war, welche jedoch dank Palop nicht in einem Tor endete.

Cesc Fàbregas: Sein sicherlich bestes Saisonspiel bisher. Er war sehr präsent und hat gerade in der zweiten Halbzeit versucht das Spiel an sich zu reißen, wie man es sonst von einem Xavi oder einem Messi kennt. Dazu kommen natürlich noch seine beiden enorm wichtigen und klasse erzielten Tore. Er scheint seinen Platz im Team und im Spielsystem wiedergefunden zu haben. Auf dieser Leistung kann er definitiv aufbauen!

Pedro Rodríguez: Ein insgesamt ordentlicher Auftritt von Pedro, auch wenn er zu viel mehr in der Lage ist. Er hatte zu Beginn die erste Chance für Barcelona, als er nur knapp über Palops Tor schoss. Dies war aber eine seiner wenigen gefährlichen Szenen neben einer guten Hereingabe in den Strafraum sowie seinem Volleyschuss, welcher von Botia auf der Linie geklärt wurde. Er war es auch, der den Anschlusstreffer durch Fàbregas auflegte, als er einen Pass von Messi mit nur einem Kontakt nach hinten zu Fàbregas prallen ließ. Ansonsten war er sehr präsent und verlieh dem Spiel vor allem Breite. Er war stets anspielbar und konnte den Ball auch sehr gut halten und verteilen, jedoch wurde er einfach zu selten richtig gefährlich, das kennt man von ihm eigentlich anders.

Lionel Messi: Auch er war gerade in den ersten 25 Minuten relativ präsent und an einigen guten Aktionen beteiligt. In der zweiten Halbzeit versuchte er viel um dem Team zu helfen, sein Spiel war aber auch ungewohnt fehlerhaft. So sprangen ihm oft die Bälle zu weit weg und auch seine Pässe misslangen überraschend oft, was aber auch an der guten Defensive von Sevilla lag, denn die Idee hinter den meisten seiner Pässe war durchaus gut. Selbst torgefährlich war er dreimal, ein Tor war ihm aber nicht vergönnt. So hielt Palop einen guten Schuss und einen noch besseren Freistoß von Messi und ein Abwehrspieler blockte seinen Schuss aufs leere Tor ab. Als Vorbereiter konnte er aber noch glänzen, war er doch an allen drei Toren beteiligt. Beim 1-2 spielte er den Ball zu Pedro, welcher dann das Tor von Fàbregas auflegte und die beiden anderen Tore legte er direkt vor, einmal mit einem klassichen Lochpass (2-2) und das andere Mal durch einen Doppelpass in die Schnittstelle (3-2).

Alexis Sánchez: Er war wie gewohnt bemüht, aber fast ebenso ungefährlich. Er konnte zwar auf Außen viele Bälle halten und verteilen, wirklich gefährlich wurde er aber nur einmal, als er in den Strafraum einzog und das Außennetz traf. Darüber hinaus bediente er noch zweimal Alba, welcher ihn überlief und den Ball dann in den Strafraum spielte. Er wurde in der 69. Minute für Tello ausgewechselt.

Cristian Tello: Hatte in den 26 Minuten in denen er spielte kaum gefährliche Aktionen und konnte anders als sonst nicht zu seinen gefürchteten Flankenläufen ansetzen. Jedoch war er es, der den Ball vor dem Siegtreffer in die Mitte zu Villa spielte, wonach dieser einen Doppelpass mit Messi spielte und dann eiskalt zum 3-2 abschloss.

Thiago Alcántara: Kam schwer in die Partie und verlor die ersten beiden Bälle, die er bekam, leichtfertig. Danach aber wurde er sicherer und versuchte den Ball sicher nach vorne zu bringen. In der 89. Minute spielte er den Ball zu Messi, so dass dieser Fàbregas den Ausgleich auflegen konnte. Leider hat sich Thiago in diesem Spiel noch am Knie verletzt und droht wieder auszufallen. Von dieser Stelle gute Besserung!

David Villa: “El Guaje” orientierte sich nach seiner Einwechslung direkt ins Zentrum, wo er aber zunächst kaum zur Geltung kam. Das erste Mal gefährlich wurde er als er einen Ball von Messi im Strafraum erhielt und diesen wieder querlegen wollte anstatt selbst zu schießen, was aber fehlging. In der 93. Minute bekam er dann von Tello den Ball, spielte einen Doppelpass mit Messi und schoss Barcelona dann mit links ins Glück. Somit steht er schon bei drei Ligatoren in 112 Minuten, welche er auch noch alle mit links erzielte, also mit dem Bein an welchem er so schwer verletzt war.

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