Noten | Wirbelwind Abde, Raufbold Gavi, Abwehrturm Piqué

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Wieder einmal gab der FC Barcelona in LaLiga die drei Punkte spät aus der Hand, diesmal gegen Osasuna. Während Piqué hinten souverän blieb, durften Nico Gonzalez und Ez Abde beide über ihren ersten Treffer im Trikot der Katalanen jubeln. Die Spielerkritik und Noten.

 Marc-André ter Stegen

Ter Stegen kam nicht gut in die Partie, schlug gleich zweimal einen hohen Pass ins Seitenaus (2. & 16. Minute). Beim Gegentor in der 14. Minute hatte er keine Chance, dafür war David Garcias Kopfball zu platziert. Auch danach teilweise mit Ungenauigkeiten (vgl. 71.), zudem holte er sich erneut wegen Zeitspiels eine Gelbe Karte ab. Den Treffer zum 2:2 konnte er nicht verhindern. Eine Parade konnte der Deutsche nur zeigen, ein für einen Torwart unglückliches Spiel. Barçawelt-Punkte: 5

 Samuel Umtiti

Umtiti durfte sich über seinen allerersten Einsatz in dieser Saison freuen und startete als linker Part einer Dreier-Innenverteidigung. In der 20. Minute spielte Umtiti einen schlimmen Fehlpass ins eigene Toraus, was zu einem Eckball führte – eine ziemliche Unsicherheit. Kurz vor der Halbzeit sorgte er erneut für einen unnötigen Eckball (41.). Nach der Pause stabilisierte er sich etwas und streute zumindest weniger Fehler ein. Man merkte ihm hier und da die fehlende Spielpraxis und das geringe Selbstvertrauen an, nichtsdestotrotz wird ihm die Spielzeit sicherlich gut tun. Barçawelt-Punkte: 5

 Gerard Piqué

Piqué war als zentraler Innenverteidiger aufmerksam und organisierte seine Nebenleute gut – mit Ausnahme des Ausgleichs zum 1:1, wo sich keiner für Torschütze Garcia zuständig fühlte. Sowohl im Gegenpressing als auch bei hohen Bällen sehr abgeklärt. Er gewann zwar nur etwa die Hälfte seiner Zweikämpfe, war aber in den entscheidenden Momenten ohne Fehler. Zudem hatte Piqué neun klärende Aktionen, sechs abgefangene Bälle und zwei geblockte Schüsse auf seinem Spielberichtsbogen stehen. Ein starker Auftritt des alternden Chefs. Barçawelt-Punkte: 8

 Ronald Araújo

Barcelonas in letzter Zeit bester Innenverteidiger hatte auf seiner Abwehrseite keine Probleme, obwohl er mit Dembélé als Vordermann kaum Unterstützung hatte. Er schaffte es gut, in den Zweikämpfen seine Physis reinzubringen und war sehr abgeklärt. Dennoch war Araújo nicht in Topform, 17 Ballverluste sind auf seiner Position nicht wirklich akzeptabel – es waren mehr als doppelt so viele wie seine beiden Kollegen in der Innenverteidigung. Das spiegelt sich dann auch in der Bewertung wider. Barçawelt-Punkte: 5

 Frenkie de Jong

Der Knoten will bei ihm nicht so recht aufgehen. De Jong war zwar bemüht, fiel aber im Gegensatz zu Gavi und Nico weniger mit Ideen auf. Nur 44 Ballaktionen sind als Mittelfeldspieler kein guter Wert und zeigen, dass er nur wenig involviert war und wenige Impulse setzen konnte. Leider vermisste man auch Frenkies Tiefenläufe, die Barcelona gerade angesichts der Sturmmisere sehr nötig hätte. Insgesamt war de Jong unauffällig. Sucht derzeit seine Form. Barçawelt-Punkte: 3

 Sergio Busquets

Der Kapitän war gegen Osasuna öfters fahrlässig unterwegs und unterschätzte manche Situationen. Fehlpässe wie in der 10. Minute im Mittelfeld können schnell schief gehen, Busquets hatte hier Glück. Insgesamt nahm er – für seine Verhältnisse – überraschend wenig Anteil an Barcelonas Spielaufbau. Dazu teilweise mit unnötigen Fouls wie in der 47. Minute. Im Laufe der Partie wurde er besser und war vor allem in den Zweikämpfen schneller zur Stelle. Ein mäßiger Auftritt, Busquets muss seine Ungenauigkeiten wieder abstellen. Barçawelt-Punkte: 5

 Nico Gonzalez

Der 19-Jährige spielte sehr routiniert, dafür mit weniger Überraschungen in seinem Spiel als sein Kollege Gavi. Nach einem guten Zuspiel ebenjenen Gavis tauchte Nico allein vor Torhüter Sergio Herrera auf und verwandelte trocken zum 1:0. Es war Nicos erster Treffer für Barcelonas A-Mannschaft. Danach tauchte er aber ein wenig ab und konnte offensiv wenig beitragen. Die Orientierung nach vorne fand bei ihm zu selten statt. Nach 73 Minuten war Schluss für ihn. Barçawelt-Punkte: 7

 Gavi

Gavi wusste zu überzeugen und bestach wieder einmal mit unermüdlichem Einsatz. Manchmal resultierten aus seinem Einsatz dann auch gute Ballgewinne wie in der 11. Minute. Eine Minute später setzte er dann mit einem Chipball hinter die Kette Nico perfekt in Szene, der zum 1:0 traf. Gavi stürzte sich in jeden möglichen Zweikampf (21 insgesamt!) und beackerte seine Gegenspieler ohne Pause. So verschuldete er aber auch den Freistoß vor dem 1:1. Zwar muss er lernen, kontrollierter zu agieren, doch seine Einsatzfreude und Rauffreudigkeit tun der Blaugrana gut. Barçawelt-Punkte: 7

 Ez Abde

Ez Abde hatte sich eindeutig viel vorgenommen und präsentierte sich hellwach und spritzig. Er suchte immer wieder den direkten Weg nach vorne und ging ohne Scheu in Dribblings. Alleine in der ersten Hälfte lief er sechs Mal mit Tempo auf Osasunas Hintermannschaft zu und ging im Strafraum ins Eins-gegen-Eins. Seine Abschlüsse gingen aber leider vorbei, auch seine Vorlagen kamen nie an. In der zweiten Hälfte war er weniger auffällig, dafür effektiver. Nach einer Dembélé-Flanke drosch er den Ball humorlos per Volley zum 2:1 in die Maschen (49.). Es war sein erster Treffer für die Katalanen, damit krönte er seinen erneut erfrischenden Auftritt, den Xavi hernach in höchsten Tönen lobte. Barçawelt-Punkte: 8, MOTM

 Ousmane Dembélé

Der Franzose startete wieder von Beginn an, kam aber überhaupt nicht in den Spielrhythmus. Leichtsinnige Ballverluste wie in der dritten Minute prägten sein Spiel, nach vorne wollte nichts so richtig gelingen. Sinnbildlich war ein missglücktes Zusammenspiel mit Nico kurz vor der Halbzeitpause, als die Abstimmung nicht passte. Nach dem Seitenwechsel trat er kontrierter auf und belohnte sich nach einem guten Dribbling mit der Vorlage zum 2:1 für Ez Abde (49.). Er suchte mehr Abschlüsse, verfehlte einmal auch nur knapp das Tor per feinem Schlenzer (58.). Auch seine Defensivarbeit verdiente Lob. Wurde nach 80 Minuten (infolge eines Krampfes oder einer Muskelblessur?) ausgewechselt. Barçawelt-Punkte: 7

 Luuk de Jong

Luuk de Jong bekam eher notgedrungen eine Chance von Beginn an. Gelingen wollte ihm nichts, er nahm praktisch nicht am Spiel teil. Einzig eine missglückte Ballannahme (19.) und eine vertändelte Konterchance infolge eines schlechten Zuspiels (21.) blieben in den ersten 45 Minuten von ihm in Erinnerung. Das sollte sich auch nicht ändern, man fragt sich fast, wann die 39 Ballaktionen stattgefunden haben sollen. In Barcelonas Offensive war er ohne Zweifel der schwächste Mann gegen Osasuna. Torschüsse oder Chancen hatte er keine. Barçawelt-Punkte: 2

 Oscar Mingueza (ab der 73. Minute)

Minqueza kam für Nico ins Spiel und sollte defensiv für mehr Ordnung sorgen, um den Sieg einzufahren. Beides sollte nicht aufgehen. Mingueza wirkte nicht wirklich eingebunden und konnte Osasunas Erstarken nicht verhindern. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Philippe Coutinho (ab der 80. Minute)

Der Brasilianer sollte am Schluss noch einmal neuen Schwung in die Offensive bringen. So ganz klappte das aber nicht. In der 96. Minute kam er dann im Strafraum in aussichtsreicher Position zum Abschluss, bugsierte den Ball aber bedrängt weit neben des Gegners Kasten. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Ferrán Jutglà (ab der 92. Minute)

Xavi verhalf einem Jugendspieler noch spät zum Profi-Debüt. Stürmer Jutglà durfte sich über sechs Ballaktionen freuen, dann war aber auch schon wieder Schluss in Osasuna. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Trainer Xavi Hernández

Leicht hatte es Xavi vor dem Spiel gegen Osasuna auf keinen Fall. Aufgrund der vielen Verletzten stellte sich die Mannschaft fast von selbst auf, taktisch versuchte er es mit einem 3-4-3. Dass Umtiti den Vorzug vor Lenglet bekam, überraschte. Auffällig war, dass Barça schneller und vertikaler spielte, über die Außenbahnen konnte gegen Osasuna mehr Gefahr erzeugt werden, das ist eine eindeutige Verbesserung. Die wenige Spiel- und Ballkontrolle, vor allem in den letzten 20 Minuten, können Xavi aber nicht schmecken, und das bemängelte der Barça-Trainer auch. Barçawelt-Punkte: 6

 Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

Dämpfer bei Osasuna: Wer war dennoch bester Barça-Spieler?

Michael Weilch
Treuer Culé seit Beginn der Ära Messis und der festen Überzeugung, dass Barça "més que un club" ist. Hofft, dass sich die Blaugrana auf ihre historischen Wurzeln besinnt und gerade in heutigen Zeiten ein Leuchtbild für Demokratie und Chancengleichheit darstellt - der Grund, warum der FC Barcelona eben nicht "nur" ein Fußballverein ist. Motto: "Tots units fem força!"
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1 Kommentar

  1. Bisschen off-topic:

    Charles Oliveira ist in einem Favela in Brasilien aufgewachsen und kannte nur Armut und Gewalt. Mit 7 Jahren wurden Krankheiten bei ihm Festgestellt, wie ein Herzfehler, was ihm eigentlich verboten hat Sport zu treiben. Er hat sich trotzdem durch das Ghetto und in den Sport gekämpft.

    In der UFC angekommen wurde er mehr oder weniger immer kleingehalten, weil er niemand ist der sich gut vermarkten lässt. Er spricht kein Englisch und betreibt keinen trash-talk, was immer für hohe einschaltquoten und künstlich herbeigeführte beefs sorgt. Die Zuschauer lieben natürlich sowas und es lässt sich sehr gut verkaufen. Er ist immer sehr respektvoll und hat sich alles ehrlich erkämpft.

    Gestern Nacht hat Charles Oliveira in der gehyptesten Gewichtsklasse der UFC seinen Titel in einem unglaublichen Fight verteidigt. Er hat den Kampf mit einem Wahnsinns finish beendet.

    Warum erwähne ich das hier? Weil Barca immer mehr in diese schiene Hollywood abdriftet und nur bla bla bla macht, anstatt sich auf das wesentliche zu konzentrieren und zu arbeiten.

    Barca muss wieder mehr Charles Oliveira statt Trash-klub sein.

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