Real Madrid – FC Barcelona: 3 Brennpunkte zum Spiel

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Der zweite Clásico innerhalb von drei Tagen brachte nicht nur den zweiten Sieg für den FC Barcelona, sondern auch die erstmalige Führung in der gesamten Clásico-Statistik, zum ersten Mal seit 1932. Anders als noch in der Copa war es nicht nur eine effiziente Leistung der Blaugrana, sondern eine wirklich gute. Was genau herausstach, lest ihr hier:

Hohes Verteidigen

Beim FC Barcelona steht die Abwehrkette immer sehr hoch, was die Arbeit für die Verteidiger sehr kompliziert macht. Lenglet und Piqué verstehen es hervorragend bei gegnerischen Angriffen vereinzelt noch weiter, teilweise bis auf Höhe des Mittelkreises oder gar weiter, herauszuschieben, um so Angriffe schon im Keim zu ersticken. Auch in diesem Clásico taten sie dies wieder und halfen ihrer Mannschaft defensiv so extrem. Das ist natürlich dennoch sehr riskant, da man eine riesige Lücke zurücklässt und dadurch immer ein Wagnis eingeht. Es ist essentiell diese Aktionen perfekt zu timen und auch genau zu wissen, wann man sie sich erlauben kann. Dass es eben nicht so einfach ist, zeigte erneut Sergio Ramos, der auf diese Weise schon das 2-0 in der Copa verschuldete. Vor dem 1-0 rückte er heraus, eroberte aber nicht den Ball und brachte die Blaugrana auch nicht dazu abzudrehen. Er hinterließ eine klaffende Lücke, welche schließlich maßgeblich für das Tor war, weil genau diese Lücke hervorragend bespielt wurde. 

Arthur

Der junge Brasilianer ist eine Augenweide. Er machte einige wenige Fehler in diesem Spiel, was nach einer Verletzung jedoch nichts Ungewöhnliches ist. Darüber hinaus war er aber ein Garant dafür, dass Barcelona das Spiel gut im Griff hatte, Ball und Gegner laufen ließ und Madrid gar nicht erst ins Pressing kommen ließ. Es ist erstaunlich, wie schnell Arthur sich in Barcelona eingelebt und eingeführt hat. Er ist schon jetzt unverzichtbar für die Mannschaft, was sich immer dann zeigt, wenn er nicht spielt. Es ist elementar, dass mit Frenkie de Jong ein weiterer Mittelfeldspieler kommt, der ideal dafür ist den Ball zu halten und das Spiel auf diese Weise zu konzentrieren. Die Blaugrana braucht genau solche Spieler und Arthur zeigt jedes Mal aufs Neue wieso. Es ist kein Zufall, dass dieser Liga-Clásico so viel dominanter und souveräner war als jener in der Copa. Das hat natürlich nicht nur mit Arthur zu tun, aber ihn von Beginn an auf dem Platz zu haben, hat schon viel ausgemacht. Dadurch reduziert man Ballverluste, somit auch Konter und lässt sich Madrid müde laufen, weil sie zwar versuchen zu pressen, durch die schnelle und gute Ballzirkulation aber gar nicht ins Pressing kommen und den Ball im Endeffekt einfach nur erobern, wenn ihre Defensive Angriffe stoppt.

Valverde

Ernesto Valverde hat in diesem Spiel alles richtig gemacht. Er hat aus dem Copa-Spiel unter der Woche die richtigen Schlüsse gezogen, seine Mannschaft super eingestellt, eine ideale Spielerauswahl getroffen, gut gewechselt und unterm Strich einen entscheidenden Anteil an diesem Sieg. Die Mannschaft spielte ruhiger und souveräner. Der Spielaufbau war geduldiger und vor allem sicherer. Die Spieler waren besser positioniert, halfen einander und wurden nie zu hektisch. Man verhinderte Umschaltmomente der Gastgeber und stand defensiv sehr solide. Dafür haben sich vor allem Piqué und Lenglet ein Lob verdient, da beide herausragend spielten und wirklich alles abwehrten. Aber nicht nur das machte die Defensive aus, sondern auch das sehr gute Verschieben der Ketten. Alle Räume waren jederzeit bedeckt, man konnte immer den ballführenden Spieler unter Druck setzen, ohne woanders Räume freizugeben. Die Übergaben der einzelnen Spieler funktionierte super und vor allem wurde Vinicius, in der Copa noch Madrids gefährlichster Spieler, komplett kalt gestellt. Sergi Roberto hatte ihn absolut im Griff, war sehr energisch in den Zweikämpfen, wurde gut unterstützt von seinen Mitspielern und war auch mental voll auf der Höhe. 

Auch nach vorne war die Blaugrana gut organisiert, wenngleich man nicht mit Vollgas nach vorne spielte. Es war in der Regel sehr bedacht und nüchtern gespielt, dennoch gefährlich. Mit einer besseren Chancenverwertung wäre dieses Spiel höher ausgegangen, dennoch hatte man in der zweiten Halbzeit nie das Gefühl, als könne der Ausgleich fallen. Zu dominant war Barcelona, zu stabil die Defensive und zu gefährlich nach vorne. Jederzeit gab es viel Platz in Madrids Hälfte und somit immer gute Optionen zum schnellen Umschalten, die durchaus ordentlich genutzt wurden, leider aber nicht in Tore umgemünzt werden konnten.

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