Real Valladolid gegen FC Barcelona: Mannschaftsanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Nach einer schweren Woche für den FC Barcelona mit dem Bekanntwerden der erneuten Erkrankung von Cheftrainer Tito Vilanova gelang es den Katalanen das Jahr mit einem Sieg abzuschließen. Damit konnte die Mannschaft ihren Startrekord auf nunmehr 16 Siege und ein Remis nach 17 Spielen ausbauen. Das Auswärtsspiel bei Real Valladolid war die erwartet zähe Aufgabe, welche die Katalanen am Ende aber souverän meistern konnten.

Jordi Roura vertraute folgenden Spielern:

Auswechslungen:

76. Sánchez für Villa

84. Thiago für Iniesta

92. Pedro für Tello

Defensivleistung

Allein die Tatsache, dass Barcelona nur zwei Torschüsse zuließ, spricht schon für eine sehr gute Defensivleistung. Bedenkt man aber nun, dass beide Torschüsse im selben Angriffszug zustande kamen, dann ist es noch beeindruckender. Gerade zu Beginn der Partie versuchte Valladolid mit schnellen und direkten Spielzügen nach vorne zu kommen. Gefährlich konnten sie aber nur am Ende des Spiels mit ihrem Tor werden. Dies lag hauptsächlich an der guten Arbeit gegen den Ball von Barcelona. Durch Gerard Piqué hatten die Katalanen im eigenen Sechzehner, bis auf eine Ausnahme, eigentlich immer die Lufthoheit, und auch am Boden zeigten sich Piqué und sein Nebenmann Mascherano sehr stark. Beide gewannen gefühlt jeden direkten Zweikampf und wirkten nicht nur deswegen die ganze Zeit über sehr sicher.

Auch die Außenverteidiger Dani Alves und Jordi Alba machten defensiv eine gute Partie. Beide fingen einige Bälle ab und sorgten weitestgehend für Ordnung auf ihren jeweiligen Seiten. Nur einmal konnte Alves eine fast gefährliche Flanke nicht verhindern, was auch gleich zu der ersten Halbchancen für die Heimmannschaft führte. Nach der etwas zu lang geratenen Flanke kam Manucho aus spitzem Winkel zum Kopfball, traf aber nur Alba, der letztlich klären konnte.

Auch Sergio Busquets und die beiden offensiven Arbeitstiere Pedro und Alexis Sánchez waren wieder einmal sehr wichtig für das Defensivspiel von Barcelona. Gerade Pedro half einige Male hinten rechts aus, wenn Alves nach eigenen Angriffen noch weiter vorne zu finden war. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass Barcelona gegen Valladolid ohne Ball ein sehr gutes Spiel machte, sowohl was das Pressing angeht, als auch das Positionsspiel. So standen die Spieler von Barcelona oft sehr gut und konnten dadurch viele Bälle zurückerobern, ohne sich in direkten Zweikämpfen aufreiben zu müssen.

Schauen wir nun noch auf das Tor von Valladolid und die Fehler, die in dessen Entstehung gemacht wurden: Zunächst einmal kann Valldadolid unbedrängt aus dem Halbfeld in den Strafraum flanken. Dort kann der Ball nach außen verlängert werden, wobei man Jordi Alba keinen Vorwurf machen kann, da er dieses Kopfballduell einfach nicht gewinnen kann. Aber eventuell hätte er seinen Gegenspieler energischer stören müssen. Ob das etwas gebracht hätte, ist aber reine Spekulation. Von außen konnte wieder ungehindert in den Strafraum geflankt werden, weil Alba wie gesagt weiter innen postiert und David Villa noch nicht weit genug nach hinten geeilt war. Die folgende Flanke köpfte Javi Guerra aufs Tor, Víctor Valdés parierte den Kopfball sehr gut, gegen den Nachschuss war er dann aber machtlos. Dass der Kopfball so überhaupt zustande kam, lag daran, dass Piqué zu weit weg von Javi Guerra stand und diesem so viel zu viel Zeit und Raum gab.

Insgesamt zeigte Barcelona eine sehr gute Defensivleistung und ließ kaum etwas zu. Kurz vor Schluss passte man dann einmal nicht auf und kassierte so ein unnötiges und vermeidbares Gegentor.

Offensivleistung

Offensiv wurde Barcelona nach wenigen Minuten gegen Valladolid schon gefährlich. Messi steckte den Ball auf Alves durch, der wiederum den Ball in die Mitte zu Sánchez spielte. Der Chilene verpasste den Ball aber knapp. Hätte er aktuell etwas mehr Selbstvertrauen, hätte er diese Chance wohl genutzt. Danach spielte Barcelona prinzipiell ganz gut nach vorne, aber es fehlte noch zu oft die Präzision beim letzten Pass. Man versuchte immer wieder mal Tempo aufzunehmen und mit schnellen und direkten Spielzügen nach vorne zu kommen, aber am Ende haperte es immer an irgendeiner Ungenauigkeit. So waren auch die nächsten drei Torchancen jeweils direkte Freistöße. Erst scheiterten Messi und Xavi jeweils an Dani bzw. am Außennetz, bevor wieder Messi randurfte und diesmal den Pfosten traf.

In der 43. Minute war es dann soweit und Barcelona ging in Führung. Messi schleppte den Ball im Mittelfeld mit sich herum, um dann im richtigen Augenblick Tempo aufzunehmen. Mit einem Doppelpass kombinierte er sich nach vorne und schickte dann Jordi Alba. Alba wiederum spielte den Ball gut in die Mitte zu Xavi, der zum 1-0 für Barcelona traf. Kurz darauf gelang Barcelona fast noch das 2-0, aber der Ball von Alexis Sánchez kam bei diesem Konterversuch zu ungenau zwischen Messi und Pedro.

In der zweiten Halbzeit machte Barcelona offensiv mehr Druck und kam so auch zu mehr Chancen. Die erste entstand nach einem Zusammenspiel zwischen Alves und Pedro, mit welchem die beiden die gesamte Abwehr der Gastgeber aushebelten. Nach ein paar Doppelpässen tauchte Alves alleine vor Dani auf und umkurvte diesen. Dabei kam er aber zu weit vom Tor ab, weshalb er nicht selbst zum Abschluss kommen konnte. Er wartete und chippte den Ball dann gefühlvoll in die Mitte, wo Pedro zum Kopfball kam und nur am Außenpfosten scheiterte.

Kurz darauf kam Sánchez zu einer Chance, nachdem eine Rückgabe von Valladolid missglückte. Den Chilenen konnten die Gastgeber zunächst noch stoppen, jedoch blieb er hartnäckig und sorgte so dafür, dass Lionel Messi noch zu einer Chance kam. Diese vergab der Argentinier aber deutlich. Aber nur wenige Augenblicke später machte er es dann besser. Er umkurvte einige Gegenspieler und traf dann trocken zum 2-0.

Danach dominierte Barcelona das Spiel nach Belieben und ließ Ball und Gegner laufen. Zu Chancen kam man hin und wieder auch noch, aber nutzen konnte man diese nicht. Die wohl größte ließ Dani Alves liegen: Nachdem er vom sehr starken Xavi per Hacke bedient wurde, stand er alleine vor Dani, schoss aber nicht, sondern spielte zurück zu Xavi, wodurch aus diesem Angriff nichts mehr wurde.

In der Nachspielzeit fasste sich der gerade erst eingewechselte Cristian Tello ein Herz und marschierte mit etwas Ballglück bis vor Danis Tor und traf dann zum 3-1 Endstand.

Noch kurz etwas zu den zuletzt kritisierten Pedro und Sánchez: Im Vergleich zu den drei letzten schwachen Spielen konnte Pedro gegen Valladolid wieder eine besser Leistung zeigen. Er arbeitete wie immer sehr viel und half dem Team defensiv enorm. Aber auch offensiv machte er eine gute Partie und war sehr ball- und passsicher. Natürlich ist er ein Stürmer und man erwartet von ihm Tore, aber er gibt dem Spiel der Mannschaft eben noch weitaus mehr, was man bei der Kritik an ihm nicht vergessen sollte. Aber klar muss da was die Torgefahr angeht mehr kommen, jedoch muss man einfach auch bedenken, dass Pedros Spiel sich nicht nur über Tore definiert. Auch gegen Valladolid kam er wieder zu einer Chance, bei der er einfach Pech hatte.

Ähnliches gilt für Sánchez. Er war die letzten Spiele richtig gut und hat vollen Einsatz gezeigt. Defensiv hängt er sich immer voll rein und auch seine Laufwege ohne Ball sind der Mannschaft eine große Hilfe. Mit Ball fehlt ihm momentan etwas das Selbstvertrauen, was wohl zurückkommen wird, wenn er mal wieder trifft. Spielerisch war es aber trotzdem gegen Valladolid eine gute Leistung von ihm. Er konnte die Bälle gut halten und verteilen und zeigte sich sehr giftig im Zweikampf. Er muss einfach ruhig bleiben und genauso weitermachen wie bisher, denn so hilft er der Mannschaft und die Tore kommen dann ganz von selbst. Das hat er und das haben wir alle in der letzten Saison gesehen.

Alles in allem war es eine gute Offensivleistung von Barcelona, wenngleich die Präzision beim letzten Pass oft fehlte. Man kam zu einigen Chancen, zeigte sich aber nicht so effektiv wie zuletzt und ließ einige Chancen aus. Gerächt hat sich dies aber nicht, was letztlich zu einem hochverdienten Auswärtssieg bei Real Valladolid führte.

Fazit

In einem schweren Auswärtsspiel bei einem der Überraschungsgteams der Liga zeigte Barcelona eine insgesamt gute Leistung. Defensiv ließ man fast nichts zu und machte alles in allem ein tolles Spiel, trotz des unnötigen Gegentores. Auch offensiv wusste man phasenweise zu überzeugen, wenngleich die Präzision und Effektivität zu wünschen übrig ließen. Das alles änderte aber nichts an einem verdienten Sieg für Barcelona, welcher das Jahr 2012 auf die bestmögliche Art und Weise abschließen konnte. Nach diesem Sieg und der gleichzeitigen Niederlage von Real Madrid beim FC Málaga haben die Katalanen nun schon 16 Punkte Vorsprung auf die Königlichen und neun Punkte Vorsprung auf Atlético Madrid.

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