Spielanalyse | FC Barcelona – Athletic Bilbao: Starke erste Hälfte reicht Barça

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Nach dem Weiterkommen in der Champions League gegen den FC Chelsea, stand für den FC Barcelona das Heimspiel gegen Athletic Bilbao an. Barça musste auf den verletzten Sergio Busquets und den gelbgesperrten Luis Suárez verzichten. Ersetzt wurden die beiden Akteure von Paulinho und Paco Alcácer. Die Katalanen gingen bereits in der achten Spielminute durch Paco Alcácer in Führung. 22 Minuten später war es Lionel Messi, der mit einem platzierten Schuss den 2:0-Endstand fixierte und die drei Punkte gesichert hat.

Dominierender FC Barcelona führt nur mit zwei Toren

Barça kam gut ins Spiel, brauchte allerdings knappe acht Minuten, um das erste Mal gefährlich vors Tor zu kommen. Bilbao stand sehr hoch und presste die Blaugranas schon am eigenen Sechzehner, wodurch diese Probleme hatten, den Ball geordnet ins letzte Drittel zu bringen. Doch die Offensivspieler zeigten sich sehr lauffreudig und boten sich schon tief an. So konnten die Gastgeber als geordneter Block den Ball nach vorne tragen, sich dort dann ausbreiten und gefährlich in Richtung Tor ziehen. Der erste Angriff führte dann auch gleich zum 1:0. Messi spielt an der Strafraumkante raus zu Alba, der legt zurück in die Mitte, wo Alcácer komplett freistehend nur noch einschieben muss. Bilbao stand mit einer Linie vor ihrem Tor, hatte dabei aber nur Augen für den Ball und nicht für die Gegenspieler. In der Folge brach das Spiel der Basken auseinander. Ihr hohes Pressing war weg, doch sie standen auch nicht tief. Es war nun eine Art von Mittelfeldpressing zu erkennen, wobei der Zusammenhalt zwischen der letzten Linie und dem Rest fehlte. Dadurch hatte Barça enorm viele Räume und Bilbao tat sich extrem schwer, von hinten heraus das Spiel zu eröffnen. Was folgte war eine komplett einseitige Halbzeit, in der sich die Katalanen teilweise selbst auf den Füßen standen und wahrscheinlich selbst nicht wissen, wie es nur mit 2:0 in die Kabine gehen konnte. Man dominierte die Gäste nach Belieben, vergab aber zu viele gute Angriffsmöglichkeiten und auch zu viele gute Chancen.

Barça zieht sich zurück

In der zweiten Halbzeit entschied sich Valverde wie schon gegen Chelsea dazu, eher abzuwarten. Man ließ Bilbao nun mehr kommen und versuchte selbst vermehrt ins Umschaltspiel zu kommen, was nicht allzu gut funktionierte. Bilbao hatte mehr vom Ball und deutlich mehr Aktionen am gegnerischen Strafraum, wenngleich sie nur eine wirklich gefährliche Endproduktion hatten. Barça verteidigte das bis auf ebenjene Chance gut und dennoch darf es nicht der Anspruch der Katalanen sein, so zu spielen. Nach solch einer ersten Halbzeit muss man weiter auf das dritte und vierte Tor gehen und darf Bilbao nicht zurück ins Spiel bringen. Natürlich war es nie wirklich gefährlich, aber egal wie gut man stand: die Gefahr, in einer Situation Pech zu haben und daraufhin das 2:1 zu kassieren, ist immer gegeben, sodass hiernach alles passieren kann. Von daher hätte der Anspruch sein sollen, weiter nach vorne zu spielen und den Deckel komplett zuzumachen, bevor man sich auf Konter verlegt. Es erscheint abwegig, dass nach einer solch starken ersten Halbzeit vom Offensivspiel eine Abkehr gemacht wurde und man sich lediglich auf das Umschaltspiel fokussiert hat. Das Spiel entscheiden und dann André Gomes, Carles Alena und Yerry Mina zu bringen, wäre durchaus wünschenswert gewesen. Spielern Minuten und Selbstvertrauen zu geben, während man Stammspieler schont, beispielsweise Andrés Iniesta für die gesamten 90 Minuten. Diese zweite Halbzeit war im Vergleich zur ersten Halbzeit durchaus enttäuschend, sodass die Herangehensweise von Valverde kritisiert werden kann – auch wenn der Spanier eine insgesamt gute Arbeit beim FC Barcelona verrichtet.

Fazit

Barça gewinnt vor allem aufgrund der ersten 45 Minuten hochverdient und bleibt somit elf Punkte vor Atlético Madrid. Die Mannschaft von Diego Simeone verlor auswärts gegen Villarreal mit 2:1. Valverde hat einige schlechte Entscheidungen in der zweiten Halbzeit getroffen, die er so hoffentlich nicht mehr trifft. Einen Iniesta nicht 90 Minuten auf der Bank zu lassen, obwohl jetzt eine Länderspielpause kommt, ist unverantwortlich, vor allem weil er diese Saison schon mehrere Verletzungen hatte. Er macht bisher einen sehr guten Job, doch so manche Personalentscheidungen, ganz speziell was Iniesta angeht und so manche Entscheidungen während Spielen plötzlich zu passiv zu werden, sind nicht ideal und da sollten ebenjene Entscheidungen hinterfragt werden. Nichtsdestotrotz ist es gleichzeitig schön zu sehen, mit welcher Abgeklärtheit und Ruhe Barça verteidigen und praktisch Spiele auch ohne Ball kontrollieren kann.

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