Spielanalyse | FC Barcelona – Real Madrid: Barça bleibt trotz Unterzahl ungeschlagen

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Der zweite Clásico der Saison stand an und die großen Themen im Vorfeld waren Madrids ausbleibende sportliche Fairness in Form des nicht gegebenen Pasillos, als auch Barças Serie der ungeschlagenen Spiele. Real Madrid wollte unbedingt die erste Mannschaft sein, die die Blaugrana in dieser Liga-Saison schlagen kann, um so eine mögliche „Invincibles“-Saison zu verhindern. Es war ein munterer Schlagabtausch mit vielen Fehlern in der Defensive, als auch einem katastrophalen Schiedsrichter, der dafür sorgte, dass Barça zu Unrecht eine ganze Halbzeit lang in Unterzahl spielen musste. Dennoch hielten die Katalanen stark dagegen und konnten eine Niederlage verhindern. Selbst ein Sieg wäre wohl verdient gewesen.

Barça geht in Führung, aber Madrid ist besser

Schon nach zehn Minuten gingen die Gastgeber durch Luis Suárez in Führung. Madrid versuchte hoch zu stören, doch Barça kombinierte sich herausragend über Coutinho, Suárez und Sergi Roberto nach vorne. Der Rechtsverteidiger servierte dem Uruguayer den Ball schließlich perfekt. Madrid wollte hoch stören, kam aber immer zu spät, wodurch es viele Räume hinter ihnen gab, die gnadenlos bespielt wurden. Nur fünf Minuten später gab es erneut einen vielversprechenden Angriff der Gastgeber, doch Philippe Coutimho sprang der Ball etwas zu weit vom Fuß, so dass Madrid kontern konnte. Sergio Busquets verschätzte sich in der Folge bei einem hohen Zweikampf, wodurch hinten viele Räume vor der Abwehr entstanden. Toni Kroos überlief am Ende Ronaldo, bekam von diesem den Ball, flankte auf den langen Pfosten, von wo aus Benzema ins Zentrum querlegte und Ronaldo den Ausgleich erzielte. Ab dem Zeitpunkt von Kroos‘ Flanke verteidigte Barça, indem sie nur auf den Ball guckten, aber kein Auge mehr auf die Bewegungen der Gegenspieler hatten. Nur so konnte Ronaldo an den Ball kommen. Mit ein wenig mehr Coolness und Ruhe hätte sich diese Situation sehr einfach verteidigen lassen.
Bis zur Pause war es ein unterhaltsames Spiel, mit Vorteilen aufseiten der Gäste. Ronaldo hatte noch zwei sehr gute Möglichkeiten, scheiterte aber einmal am herausragenden ter Stegen und einmal an seiner eigenen fehlenden Präzision. Barça machte zu viele Fehler, rückte nicht mehr richtig mit nach vorne und verlor durch Ungenauigkeiten zu viele Bälle. Dadurch lief man zu oft in gefährliche Konter und konnte selbst zu selten Kontrolle über das Spielgeschehen aufbauen. Auch das Pressing funktionierte nicht richtig, weil Madrid immer wieder dafür sorgte, dass sie in Ballnähe in Überzahl waren.

Direkt vor der Pause hätte dann Gareth Bale nach einem bösen Tritt gegen Umtiti rot sehen müssen, bekam aber nicht einmal die Gelbe Karte. Wenige Sekunden später sah dann aber Sergi Roberto die Rote Karte für einen angedeuteten Schlag gegen Marcelo. Diese Rote Karte war durchaus ok, allerdings hätte davor wie gesagt Madrid einen Platzverweis erhalten müssen – statt einem Vorteil für Barça, gab es nun einen Vorteil für Madrid.

Madrid in Überzahl, aber Barça dominant

Nach der Pause wurde es ein anderes Spiel. Barça war zwar in Unterzahl, konnte das Spiel aber plötzlich richtig gut kontrollieren. Es wirkte so, als fühle sich jeder Spieler bei der Ehre gepackt und gab nun noch mehr, lief noch mehr, um die eigenen Mitspieler zu unterstützen, rannte noch mehr um die Lücken zu schließen – es war herrlich mit anzusehen. Gerade Ivan Rakitić und Lionel Messi sorgten im Zentrum für viel Dominanz und Sicherheit. Auch Luis Suárez war immer anspielbereit und hatte viele gute Aktionen, so beispielsweise seine starke Vorarbeit zu Messis 2:1, wenngleich diese Vorarbeit ein klares Foul an Raphaele Varane beinhaltete. Was Messi danach verantaltete, war allerdings ganz großes Clásico-Kino, angefangen beim Dribbling bis hin zu diesem perfekten Abschluss.
Kurz darauf wurde das 3:1 durch Suárez zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen, während Messi wenig später freistehend an Keylor Navas scheiterte. Eine kurze Verzögerung hätte gereicht und er hätte zu Paulinho querlegen können. Stattdessen fiel nun auf der anderen Seite das 2:2. Asensio wurde im Mittelfeld nicht energisch genug angegangen, spielte zentral zu Bale, der per Direktabnahme unhaltbar für ter Stegen vollendete. 

Jeder erwartete jetzt, dass Madrid viel Durck auf das dritte Tor machen würde, doch wirklich zwingend wurden sie nie. Sie spielten extrem einfallslos immer wieder nach außen und von dort wurde entweder geflankt oder versucht, per Flachpass im Zentrum einen Mitspieler zu finden. Barça kämpfte dagegen beachtlich an, warf sich in alles rein und schaffte es immer wieder zu Entlastungsangriffen zu kommen. Das 3:2 war ihnen zwar nicht mehr vergönnt, doch nach einer Halbzeit in Unterzahl, einer nicht gegebenen Roten Karte gegen Bale, sowie einem nicht gegebenen Tor 2:2 gegen Real Madrid zu spielen und weiterhin ungeschlagen zu sein, ist mehr als nur beachtlich.

Fazit

Es war ein temporeiches Spiel, mit vielen Fehlern auf beiden Seiten und vor allem vielen Schiedsrichter-Fehlern. Marcelo keinen Elfmeter zu geben war aber eine eher korrekte Entscheidung. Ja, Alba trifft ihn, doch ein Kontakt alleine ist noch kein Elfmeter. Ein solcher Kontakt sorgt nicht dafür, dass man fallen muss, weshalb es richtig war, diesen Elfmeter nicht zu geben. Wäre es ein Kontakt gewesen, wie jener von Suárez gegen Varane vor dem 2:1, dann hätte man auch Elfmeter geben müssen, weil es dann nicht möglich gewesen wäre weiter zu laufen.
Valverdes Mannschaft zeigte eine fahrige und nur teilweise gute erste Halbzeit, passte sich nach der Pause aber wunderbar den Gegebenheiten an und kämpfte sich eindrucksvoll in die Partie zurück und war über weite Phasen der zweiten Hälfte sogar die bessere Mannschaft.

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