Spielanalyse | FC Sevilla – FC Barcelona: 60-Sekunden-Doppelschlag rettet Barça einen Punkt

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Nach der Länderspielpause gastierte der FC Barcelona beim FC Sevilla. Die Blaugranas verzichteten zunächst auf den angeschlagenen Lionel Messi, während Sergio Busquets ein letztes Mal verletzungsbedingt fehlte. Es entwickelte sich ein sehr unterhaltsames Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Sevilla war drauf und dran das Spiel zu gewinnen, doch Barças zwei Top-Torjäger trafen in den Schlussminuten innerhalb einer Minute, um so wenigstens noch das Unentschieden zu retten.

Vermeidbarer Abwehrfehler sorgt für die Sevilla-Führung

Beide Mannschaften versuchten von Beginn offensiv nach vorne zu spielen, wodurch sich ein relativ offener Schlagabtausch entwickelte. Man merkte Barça das Fehlen von Busquets und Messi deutlich an, da sie sich schwer taten, das Spiel ruhig zu kontrollieren. Sevilla presste hoch und schaltete nach Ballgewinnen sehr schnell um. Da sie mit vielen Spielern in solchen Situationen aufrückten, ergab sich für die Blaugranas nach Abwehren dieser Konter wiederum selbst die Möglichkeit, schnell zu kontern. So gab es gute Chancen auf beiden Seiten, aber zunächst kein Tor. Erst, als Sergi Roberto sich auf seiner Seite zwei Gegenspielern gegenüber sah und dann zu passiv in den Zweikampf ging, sollte das erste Tor fallen. Vazquez schob locker ein, während er von fünf Gegenspielern umstellt war, als befände er sich in einem Rondo. Das war ein amateurhaftes Abwehrverhalten der Gäste. Umtiti und Alba müssen da besser kommunizieren. Der Linksverteidiger übernimmt Umtitis Gegenspieler, wodurch dieser aufrücken und Vazquez zustellen kann. Piqué deckt den kurzen Pfosten ab, was legitim ist, zudem kann er nicht sehen, was in seinem Rücken passiert. Die Verteidiger, die ballferner stehen, haben mehr von der Gesamtsituation im Blick und sind daher auch dafür verantwortlich, aktiv zu verteidigen, was Umtiti hier nicht tat. Selbiges gilt für Barças drei Mittelfeldspieler, die ebenfalls nicht nah genug am Torschützen standen.
In der Folge zog sich Sevilla komischerweise weiter zurück, wodurch bis zur Pause fast nur noch der Tabellenführer spielte. Sevilla wollte nun wohl aus einer sicheren Stellung heraus abwarten und dann schnell kontern. Vielleicht wollten sie auch nur nach den intensiven ersten 35 Minuten ihre Kräfte sparen. Die Blaugranas kamen noch zu einer Riesenchance, die von Piqué vergeben wurde. 

Luis Suárez und Lionel Messi retten den Punkt

Sevilla kam deutlich besser als Barcelona aus der Pause und drückte direkt auf das zweite Tor. Nach einem nicht allzu weit herausgebrachten Ball von ter Stegen fiel das 2:0. Piqué gewinnt eigentlich den Zweikampf, doch der Ball prallt unglücklich zu einem weiteren Gegenspieler. Marc-André ter Stegen kann dessen Schuss zwar noch stark parieren, gegen Muriels abgefälschten Nachschuss ist er dann aber machtlos. Bei diesem Tor war viel Glück mit im Spiel, was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass die Gäste hier auch deutlich besser hätten aussehen müssen. Muriel darf im eigenen Strafraum niemals so viel Platz haben.
In der Folge kam Lionel Messi ins Spiel und zugleich wurden die Katalanen besser und hatten ein paar richtig gute Möglichkeiten, die sie aber vergaben. Noch schlechter vor dem Tor waren aber die Gastgeber, die nun einige sehr gute Kontermöglichkeiten vorfanden, davon aber kaum eine aufs Tor brachten und wenn, waren ter Stegen und Gerard Piqué zur Stelle. Barça tat sich nach ein paar guten Minuten wieder lange schwer, was auch daran lag, dass Paulinho praktisch nicht existent war. Der Brasilianer war kaum ins Spiel eingebunden. Weiterhin wusste er mit dem Ball nichts anzufangen. Er ist einfach kein Achter in einem Dreiermittelfeld. Dazu fehlt ihm die spielerische Klasse und auch die Qualität. Als Denis Suárez für ihn kam, brachte dieser deutlich mehr Schwung in das Spiel der Katalanen. Er ging mit Tempo nach vorne, war ballsicher und suchte die Dribblings. Er war ein richtig belebendes Element und das obwohl er sehr lange kein Pflichtspiel mehr absolvieren durfte. 

In der 88. Minuten traf Luis Suárez artistisch zum Anschlusstreffer und nur 60 Sekunden später traf Messi aus der Distanz zum 2:2. Sevilla hatte, gerade aufgrund der vielen Konterchancen, als Barça weit aufrückte nach dem 2:0, viele gute Chancen und muss dieses Spiel eigentlich auch gewinnen. Barça hatte auch einige gute Chancen und daher ist das 2:2 nicht gänzlich unverdient, wenngleich es doch schmeichelhaft ist. Die Mannschaft bewies große Moral und großen Kampfgeist, wodurch die Serie der ungeschlagenen Liga-Spiele auf 37 gestiegen ist. 

Fazit

Barça tat sich lange sehr schwer, war aber immerhin im letzten Drittel immer wieder gefährlich. Doch das Aufbauspiel und die Kontrolle leidet extrem, wenn Messi und Busquets fehlen, speziell wenn dann auch noch Paulinho als Achter im Dreier-Mittelfeld spielt. Der Brasilianer hat ganz klar seine Qualitäten, doch in so einem Spiel kann er sie in so einer Rolle nur sehr schwierig einbringen. Valverde wollte ihn wahrscheinlich als physisches Element im Mittelfeld, um gegen den Ball stabiler zu sein, doch funktioniert hat es nicht. Natürlich weiß man es im Nachhinein besser und die Alternativen André Gomes und Denis Suárez haben sich zuletzt beileibe nicht aufgedrängt, doch ein Mittelfeldspieler, der hilft, spielerisch die Kontrolle übers Spiel zu erlangen, wäre eine bessere Wahl gewesen – und was Paulinho angeht, sind sowohl Gomes, als auch Suárez spielerisch stärker.

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