Spielanalyse | Real Sociedad – FC Barcelona: Schwaches Barça findet wenige Mittel und patzt erneut

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Nach dem Remis bei Villarreal und der Niederlage im Clásico patzte der FC Barcelona bei Real Sociedad erneut. Nach dem frühen 0:1 spielte zwar praktisch nur die Blaugrana, doch gerade im zweiten Durchgang ließ sie einige gute Möglichkeiten liegen und verpasste es somit, zumindest einen Punkt mit in die katalanische Hauptstadt zu nehmen. Das war jedoch nicht der einzige Aspekt, der zu wünschen übrig ließ.

{spielstand h:Real Sociedad a:FC Barcelona e:1:0}

Sociedads Tor diktierte das weitere Spiel

Dem einzigen Tor des Spiels ging ein Einwurf der Gastgeber voraus, der entstand, weil Claudio Bravo den Ball unter Druck ins Seitenaus spielte. Danach gelang es der Blaugrana nicht, den Ball an der Außenbahn zu gewinnen, was zu der hier dargestellten Situation führte. Sergi Roberto kann die Flanke nicht verhindern und im Zentrum behält Piqué seinen Gegenspieler nicht im Auge, sodass dieser sich in den freien Raum hinter ihm bewegen und von dort aus das 1:0 erzielen kann.

 

Vor dem 1:0 agierten die Gastgeber sehr mutig. Sie pressten Barça schon sehr weit in der eigenen Hälfte und nahmen das Risiko von Kontern in Kauf, was in dieser Szene gut zu sehen ist. Die Blaugrana hat hier sehr viel Platz und im Vergleich zum restlichen Spiel nur wenige Gegenspieler vor sich, weil viele Spieler der Heimmannschaft vorne gepresst haben und nun hinten fehlen. Aus dieser Situation entstand die erste Großchance für die Mannen von Luis Enrique, bei der jedoch Munir an Rulli scheiterte.
Nach dem 1:0 presste Sociedad seltener so hoch und mit weniger Spielern. Man versuchte zwar weiterhin, die Gäste situativ früh zu stören, setzte aber einen noch größeren Wert darauf, hinten keine zu großen Freiräume preiszugeben.

Gegen den Ball agierten die Gastgeber im Abwehrdrittel sehr mannorientiert, meistens mit einer Sechserkette. Damit wollten sie gleichzeitig das Zentrum als auch die Außenbahnen defensiv absichern und waren ferner dazu in der Lage, aufrückende Mittelfeldspieler von Barça zu decken. Mit sechs Spielern konnten alle drei Stürmer von Barça markiert werden, beide Außenverteidiger und auch ein nachrückender Mittelfeldspieler. Dass sieben Spieler von Barça gleichzeitig den Strafraum angriffen, war eine Seltenheit, was daran lag, dass einer dieser Spieler normalerweise für den Aufbau des Angriffes zuständig war. Wenn Barça dennoch in dieser Weise vorrückte, war es den drei gegnerischen Mittelfeldspielern möglich, diesem Spieler zu folgen, um zu verhindern, dass man defensiv in Unterzahl geriet.
In obiger Szene zeigt sich, dass Sociedad zwei Stürmer von Barça, beide Mittelfeldspieler und mit Dani Alves einen Außenverteidiger zu decken vermochte. Messi zog das Spiel auf und hatte die drei Mittelfelsspieler vor sich, während Sergi Roberto auf links Platz hatte. Wäre der Ball ihm zugeleitet worden, hätte die ganze Abwehrkette einfach in seine Richtung verschoben. Der freie Abwehrspieler hätte sich sodann an Neymar orientiert, während Neymars ursprünglicher Bewacher Sergi Roberto gestellt hätte.

In der zweiten Halbzeit lief es nach dem gleichen Prinzip weiter, wenngleich bei Barça durch die Einwechslung von Andrés Iniesta mehr Struktur und Sicherheit ins Spiel kam. Die Blaugrana kam nun zu mehr Chancen, weil sie den Ball besser laufen ließ und sich besser im letzten Drittel bewegten.
Im Bild sieht man erneut, wie gut gestaffelt die Sechserkette von Sociedad stand. Beide Außenverteidiger von Barça haben zwar viel Platz, doch wenn der Ball zu ihnen kommen sollte, würde sich die Abwehrkette einfach in die jeweilige Richtung verschieben, während die Verteidiger ihre Gegenspieler gegebenenfalls an einen Mitspieler übergeben würden. Der dann ballführende Verteidiger hätte nicht viel Zeit für seine Aktion und im Zentrum keinen freien Mitspieler, was ein Zuspiel in die Mitte schwierig gestalten würde; gerade auch weil der physisch starke Luis Suárez fehlte.

Fazit

Durch das frühe Tor konnte sich Sociedad sehr früh fast vollständig auf die Defensive konzentrieren, was es Barça schwer machte, zu Chancen zu kommen. Im zweiten Durchgang gelang dies zwar besser, die teils guten Chancen konnte die Mannschaft jedoch nicht nutzen und verpasste es dadurch, ein gerechteres Ergebnis herbeizuführen. So schwach Barça auch war, sie waren dennoch die bessere Mannschaft auf dem Platz und zumindest ein Remis wäre mehr als verdient gewesen. Es fehlte im letzten Drittel einfach an der Präzision beim letzten Pass, an der nötigen Durchschlagskraft der Dribblings und an der Präsenz von Luis Suárez, der sich in dieser dichten Abwehr sicherlich deutlich besser hätte Platz verschaffen können als Munir.

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