Valencia CF gegen FC Barcelona: Spielanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Zum zweiten Mal in Folge konnte der FC Barcelona in der Liga auswärts nicht siegen, jedoch können die Katalanen mit diesem Remis in Valencia sehr gut leben. Dies liegt zum einen daran, dass es ein verdientes Resultat war und zum anderen, dass Real Madrid einen Tag zuvor auswärts bei Granada durch ein Eigentor von Cristiano Ronaldo verloren hat und Barcelona somit seinen Vorsprung auf die Königlichen auf 16 Punkte ausbauen konnte.

 Jordi Roura verzichtete auf eine größere Rotation und bot folgende Startelf auf:

Einwechslungen

55. Puyol für Mascherano

71. Villa für Fàbregas

90. Thiago für Xavi

Taktik und Spielweise von Valencia

Valencia startete in einem sehr laufintensiv angelegten 4-2-3-1 System. Sie pressten Barcelona oft schon sehr früh und verhinderten so phasenweise einen geordneten Spielaufbau der Gäste. Gerade die Innenverteidiger Piqué und Mascherano wurden immer wieder sehr gut angegangen, konnten sich aber insgesamt relativ gut dem Pressing erwehren. Valencia versuchte fast dauerhaft mit zwei bis drei Spielern die Innenverteidiger anzugehen und auch die anderen Spieler störten die weiteren Barcelona-Spieler direkt und zwangen Barça so zu einem sehr direkten Spiel. Das führte zu Ballverlusten, was die Gastgeber sich auch so erhofften. Lediglich Iniesta, Busquets und phasenweise Messi schafften es den Ball etwas länger zu halten. Ansonsten war es ein sehr schnelles Spiel mit Tempo auf beiden Seiten. Beide Mannschaften versuchten nach eigenem Ballgewinn nach vorne zu spielen, wobei dies Valencia in der ersten Halbzeit besser gelang als Barcelona.

Durch dieses sehr starke Offensivpressing konnte Valencia den Ball sehr oft zurückgewinnen bevor Barcelona in die gefährlichen Zonen kam. Kam es aber trotzdem vor, so war auch die defensive Viererkette speziell in der ersten Halbzeit so gut wie immer zur Stelle; gerade Rami zeigte eine sehr starke Leistung. Das einzige Gegentor des Abends resultierte aus einem Elfmeter, den Joao Perreira auf sehr unnötige Art und Weise herschenkte. In einem Zweikampf mit Pedro ging er zu stümperhaft zu Werke und zog dem Außenstürmer Barcelonas die Beine weg, was dem Schiedsrichter keine andere Wahl als den Elfmeterpfiff ließ.

Im Laufe der zweiten Halbzeit ließ das Pressing der Gastgeber nach, was bei dem verwendeten Kraftaufwand in der ersten Halbzeit nur verständlich ist. Daher zog sich Valencia nun weiter zurück und versuchte ab ca. 30 Meter vor dem Tor sicher und kompakt zu stehen. Bei günstigen Gelegenheiten, oder wenn nach einem Angriff noch einige Spieler weiter vorne waren, wendete Valencia wieder das Offensivpressing an. Insgesamt wirkte das alles sehr gut durchdacht und lässt auf eine gute und clevere Energieeinteilung der Fledermäuse schließen. Sehr gut sichtbar wurde das auch in der Nachspielzeit, als Valencia noch einige Bälle früh erobern konnte, dann schnell nach vorne spielte und dabei keine Anzeichen von Müdigkeit zu erkennen waren.

Diese Defensivspielweise war der Grundstein für Valencias offensive Spielweise. Nach Ballgewinnen ging es sehr schnell nach vorne, vor allem über die Außen, welche insgesamt sehr gut von den Außenverteidigern unterstützt wurden und hier immer wieder für Überzahlsituationen sorgten. In der Spitze wartete Soldado auf abnehmbare Vorarbeiten – er zeigte sich stets gefährlich und versuchte auch aus ungünstigen Situationen immer direkt auf das Tor von Víctor Valdés zu schießen. Auch die nachrückenden Tino Costa und Ever Banega sorgten immer wieder für Gefahr bei Barcelona. Banega war es dann auch, der das 1-0 für die Gastgeber erzielte. Nach einem Seitenwechsel kommt der Ball von außen in den Strafraum. Dort klärt Piqué den Ball in den Rückraum, wo Banega frei steht und den Ball im Tor unterbringt. Diese Aktion war die erste klare Torchance im Spiel, dennoch ging die Führung zu diesem Zeitpunkt in Ordnung, da Valencia sehr viel investierte und dabei insgesamt gefährlicher als Barcelona war, wenngleich eben die klaren Torchancen fehlten.

Auch im zweiten Durchgang marschierte Valencia nach eigenen Balleroberungen sehr engagiert nach vorne und konnte weiterhin vor allem über die Außen für Gefahr sorgen. So spielten sie einige gefährliche Hereingaben, welche entweder von Barcelonas Verteidigern geklärt wurden oder eben einen Abnehmer fanden, welcher wiederum an Valdés scheiterte. Des Weiteren sorgten auch Heber in den Rücken der katalanischen Abwehr – speziell hinter Puyol auf Soldado –  für Gefahr, zu einem Tor reichte es aber nicht. Die wohl größte Chance hatte Valencia in der Nachspielzeit. Piqué verlor außen einen Ball sehr leichtfertig. Die folgende Hereingabe konnte Valdés unter Bedrängnis abwehren, jedoch genau vor die Füße von Soldado. Dieser schoss direkt, scheiterte aber an einem phänomenal reagierenden Valdés, welcher Barcelona letztlich den Punkt festhielt.

Taktik und Spielweise von Barcelona

Defensiv stand Barcelona insgesamt nicht sicher. Durch das frühe Pressing von Valencia, dem daraus resultierenden direkteren Spiel und den wiederum daraus folgenden Ballverlusten, war die Defensive von Barcelona sehr oft im Mittelpunkt des Geschehens. Gerard Piqué machte insgesamt ein sehr gutes Spiel, zeigte aber in der Schlussphase die ein oder andere Unsicherheit, wovon eine zur letzten und gleichzeitig größten Chance von Valencia führte. Beim Gegentor sah er zwar nicht gut aus, jedoch war es nicht seine Schuld. Er klärte per Kopfball in den Rückraum des Sechzehners, wo Banega völlig frei stand. Das lag aber daran, dass sich Dani Alves nicht um diesen kümmerte, sondern sich zu Piqué gesellte, welcher in das Kopfballduell mit Soldado ging. Alves war an dieser Stelle also fehl am Platz und hätte sich eher um Banega kümmern müssen, was das Tor verhindert hätte. Ein weiteren Fehler vor dem Tor unterlief dem ansonsten gewohnt starken Jordi Alba. Bei dem schon genannten Seitenwechsel auf außen – der dem Tor voran ging – ging er auf den Ball, ließ ihn dabei aber durchkommen, woraus eben das Tor resultierte.

Das größte Problem für Barcelonas Defensive war das Pressing von Valencia, da dieses zu vielen Ballverlusten führte, woraufhin Valencia versuchte regelrecht über die katalanische Abwehr hinwegzurollen. Sergio Busquets spielte hierbei einen wichtigen Part, da er viele Angriffe noch vor der Abwehr abfangen konnte und bei eigenem Ballbesitz dafür sorgte, dass Barcelona den Ball nicht verlor. Er positionierte sich sehr gut, um seinen Mitspielern eine sichere Anspielstation zu bieten und zeigte sich selbst äußerst passsicher, auch wenn er bedrängt wurde und auf direkte Pässe angewiesen war. Ohne Busquets hätte es sicherlich weitaus mehr gefährliche Angriffe von Valencia gegeben.

Offensiv brauchte Barcelona lange um wirklich ins Spiel zu kommen und auch hierfür stand das Pressing von Valencia. Iniesta und Fàbregas rochierten wie gewohnt sehr viel und waren die vielleicht aktivsten Offensivspieler der Katalanen, wobei Fàbregas – als derjenige Spieler, der am meisten die Wege in die Schnittstellen sucht – auch auf gute Pässe in eben jene Schnittstellen angewiesen ist, welche er aber gerade in der ersten Halbzeit nicht erhielt. Auch Pedro versuchte diese Wege hin und wieder und wurde öfters gesucht, effektiv gefunden wurde er aber nicht. Er tauschte während des ersten Durchgangs einmal die Seite, was auch zu dem Elfmeter führte, der den Endstand brachte. Teilweise orientierte er sich auch in die Mitte, da Messi oft auf die rechte Seite auswich. Somit lag es an Pedro bzw. auch an Fàbregas das Zentrum zu besetzen. Messi startete von außen dann hin und wieder seine Dribblings und suchte den Lochpass, scheiterte aber damit – bis auf die Szene, die zum Elfmeter führte – vor allem wegen der guten Defensivarbeit von Valencia. Neben Messis Ballverlusten waren auch jene von Xavi sehr auffällig, was ebenfalls nicht zu einem geordneten Offensivspiel seitens der Gäste beitrug.

Im zweiten Durchgang wurde Barcelona mit der Zeit immer sicherer und dominanter, vor allem weil sich Valencia etwas weiter zurückzog und somit auch Kräfte sparte. Die beste Chance für Barcelona hatte dann Cesc Fàbregas, der nach einem brillianten Lochpass von Messi am Außenpfosten scheiterte. Eine weitere gute Gelegenheit hatte der eingewechselte David Villa. Nach einem Heber von Xavi zu Alves gab Letzterer eine gute Flanke in den Strafraum. Die Direktabnahme von Villa ging nur knapp vorbei. Barcelona war insgesamt bemüht, ließ aber diesen besonderen Moment und die nötige Kreativität vermissen. Zudem war immer wieder ein Verteidiger von Valencia im Weg.

Das 1-1 geht letztlich in Ordnung. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen – wobei man sagen muss, dass Valencia, an den jeweiligen Verhältnissen gemessen, die bessere Leistung zeigte. Auf dieses Spiel bezogen waren aber beide Teams in etwa gleich stark, wenngleich beide Mannschaften auch hätten gewinnen können. Ein Sieg – von welchem der beiden Teams auch immer – wäre also auch möglich, aber dann auch glücklich gewesen; weshalb man durchaus von einer gerechten Punkteteilung sprechen kann, mit der beide Teams leben können.

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