Barças CEO Reverter nach Finanzprüfung: „Griezmann geholt und gesehen, dass kein Geld da war“

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Barças CEO Ferran Reverter präsentierte am Mittwoch die Ergebnisse der Finanzprüfung des Klubs und sprach anschließend über den ausgearbeiteten Tilgungsplan, die Fehler bei den Transfers von Antoine Griezmann und Philippe Coutinho, die Vertragsverlängerungen von Ansu Fati und Pedri sowie den Abgang von Lionel Messi. 

Ferran Reverter…

…über die Due-Diligence-Prüfung: „Was wir heute tun werden, ist eine Sache der Transparenz, die in einem Sportverein so selten vorkommt. Der Vorstand hat sich in der Wahlkampagne dazu verpflichtet, den Mitgliedern die Zahlen der vergangenen Jahre zu erläutern. Einige von Ihnen werden denken, dass es lange gedauert hat, und Sie haben Recht, denn es war schwierig, Unterlagen zu finden. Bei den Vorstandswechseln in anderen Jahren wurden die E-Mails nach 90 Tagen gelöscht. Die Direktoren verfügten nicht über Clubcomputer, sondern über einen persönlichen Computer, an den die E-Mails weitergeleitet wurden. Es war schwierig, eine Dokumentation zu finden.“

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„Es wurde eine Due Diligence durchgeführt, um die finanzielle Situation des Klubs im März 2021 kennenzulernen, als der neue Vorstand übernommen hat. Wir haben uns die Verträge und Ausgaben angesehen. Es war wichtig zu verstehen, wie die Situation im März war, um die kurz-, mittel- und langfristigen Verpflichtungen des Vereins zu kennen. Wir haben eine Reihe von Aktivitäten gefunden, die wir uns genauer ansehen mussten. Es gab Hinweise darauf, dass wir aufgrund fehlender Unterlagen langsamer vorgehen mussten. Deshalb haben wir eine forensische Untersuchung durchgeführt, um Anhaltspunkte für etwaiges Fehlverhalten zu finden. Dies wird dann an die Rechtsabteilung weitergeleitet. Diese forensische Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden sie in den nächsten Wochen abschließen und dann Entscheidungen treffen.“

„Im März stellten wir fest, dass unser Reinvermögen negativ war. Wären wir ein Unternehmen, wären wir bankrott und hätten aufgelöst werden müssen. Wir hatten keinen operativen Cashflow [der Cashflow beschreibt die Geldzuflüsse], sodass wir Schwierigkeiten hatten, die Gehälter zu zahlen. Die Schulden und künftigen Verpflichtungen beliefen sich auf 1,35 Milliarden Euro, sodass wir uns dringend refinanzieren mussten.“

„In diesem Zeitraum (2016 bis 2020) stiegen die Einnahmen um 30 Prozent und die Ausgaben um 55 Prozent. Barça machte Verluste wegen Gehaltserhöhungen (+61 Prozent), wegen steigender Verwaltungskosten (+56 Prozent), wegen finanzieller Ausgaben (sechsmal so hoch wie zuvor) und wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie (108 Millionen Euro).“

…über die Altersstruktur im Kader: „Es gibt eine umgekehrte Pyramide mit sehr erfahrenen Spielern mit langen Verträgen und jungen Spielern mit Einjahresverträgen, was die Verhandlungen sehr schwierig macht.“

…über die teuer getätigten Transfers: „Es mangelte an finanzieller Planung. Wir glauben, dass sie bei der Vertragsunterzeichnung nicht geplant haben, ob sie dafür bezahlen können. Im Fall von Griezmann haben sie noch in der Nacht, in der sie ihn unter Vertrag genommen haben, gesehen, dass kein Geld da war. Und in dieser Nacht haben sie sich nach einem Factoring-Fonds umgesehen, der Eröffnungsprovisionen erhebt. Der Coutinho-Transfer, der 120 Millionen gekostet hat, hat 16,6 Millionen zusätzliche finanzielle Kosten verursacht. Sie haben Spieler gekauft, ohne zu wissen, ob sie das bezahlen können.“

…über den ausgearbeiteten Tilgungsplan: „Wir haben ein negatives Nettovermögen festgestellt und einen Plan zur finanziellen Lebensfähigkeit erstellt. Wir haben uns auf das Kurzfristige konzentriert, was wir lösen konnten. Was die Verschuldung angeht, so haben wir die Finanzstruktur geändert und von kurz- auf langfristig umgestellt. Ein Darlehen von 595 Millionen zu einem Zinssatz von 1,98 Prozent über zehn Jahre. Angesichts der Zahlungsausfälle haben wir uns für eine Senkung der Lohnsumme und eine stärkere Einarbeitung von jungen Leuten aus La Masia entschieden.“

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„Barça hat in seiner Geschichte viele Krisen erlebt, diese aber immer überstanden. Dieser Vorstand hat einen Plan, den die Investoren akzeptiert haben und der vorsieht, dass Barça weiterhin der beste Klub ist. Barça muss weiterhin auf das setzen, was es groß gemacht hat. Drei Säulen. La Masia und dem Barça-Stil müssen wir sportliche Exzellenz und hohe Leistung hinzufügen sowie unsere Einrichtungen modernisieren. ‚Espai Barça‘ ist für den FC Barcelona von entscheidender Bedeutung. Und schließlich werden wir uns um neue Einnahmen bemühen, die wir erreichen, indem wir uns auf unsere Fans in aller Welt konzentrieren. Wir haben mehr als 400 Millionen Fans, wir sind die Nummer eins. Wir müssen sie kennenlernen und unseren Umgang mit ihnen ändern. All dies muss mit Nachhaltigkeit geschehen.“

…über die noch laufende forensische Untersuchung: „Wir haben Hinweise entdeckt, aber es fehlte an Dokumentation. Ich weiß, dass es Erwartungen gibt, aber wir müssen die Arbeit abschließen, und dann werden wir entscheiden, ob wir sie an die Rechtsabteilung weitergeben, und die wird dann entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Hier müssen die juristischen Dienste sagen, ob es Gründe gibt oder nicht. Wir sind nicht diejenigen, die zu sagen haben, ob eine Straftat vorliegt oder nicht, das müssen die Rechtsdienste entscheiden. Unsere Aufgabe ist es, Beweise zu finden, was sich aufgrund der fehlenden Unterlagen als sehr schwierig erweist.“

…über den vorherigen Vorstand: „Was ich im Moment sehe, ist, dass es ein katastrophales Management gab. Wie ich bereits versucht habe zu erklären, gab es keine Planung. Das ist es, was ich versucht habe zu erklären. [Es war eine jahrelange] Totale Improvisation.“

…über mögliche Neuzugänge: „Das Erste, was Barça tun muss, ist: seine Hausaufgaben machen. Wir haben einen großen Teil dazu beigetragen, die Gehaltskosten sind gesunken. Aber wir müssen weiter arbeiten, und wenn das geschieht, werden wir natürlich in der Lage sein, Top-Spieler zu verpflichten.“

…über die Vertragsverlängerungen von Pedri und Ansu Fati: Die Vertragsverlängerungen von Pedri und Ansu Fati verlaufen sehr gut. Der letzte Abgang eines wichtigen Spielers [gemeint ist Antoine Griezmann] bringt mehr als 20 Millionen, sodass Barça diese neuen Verträge abschließen könnte. Aber die Arbeit ist noch nicht beendet, und wir müssen die Gehaltskosten weiter senken.“

…über den Abgang von Lionel Messi: „Zunächst einmal werde ich mich nicht zu ausführlich zu diesem Thema äußern, da unser Präsident bereits gesprochen hat. Viele Leute denken, dass wir die Realität schon kannten, als wir hierher kamen, aber das stimmt nicht. Wir haben es nach und nach kennengelernt.“

5 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    ich vermute ja sehr stark und danach hört sich das auch an, dass Bartomeu und Co. ihre seltsamen Transfers und Handelsbeziehungen finanziell „geschickt“ am Verein vorbei durchtrieben haben, auch das Thema der Gehälter im Vorstand ist sicherlich ein in geheimes in die eigene Tasche wirtschaften. Laporta und seine Mannen haben ja wenigstens genauer wissen wollen, was da tatsächlich auf sie die nächsten Jahre zukommt und welche eklatanten Fehler zuvor gemacht worden sind. Das Einbeziehen des Due Diligence ist genau das, was es gebraucht hatte, um unabhängig und schonungslos Fehler aus der jüngeren Vergangenheit aufzudecken und zu analysieren, um einen neuen Gesundheitsplan für den nun stark finanzkranken Verein aufzustellen, um ihn langfristig wieder erstarken zu lassen. Tut mir leid, als Wirtschaftler macht dieser Move für mich sehr wohl Sinn und für mich ist endlich ein leichtes Aufatmen, dass wir wenigstens verstärkt daran arbeiten, finanziell wieder in den nächsten Jahren ins Reine zu kommen, aber das wird definitiv ein langer Weg werden, in der es noch einige unpopuläre Entscheidungen geben wird. Ich finde es ja amüsant, dass da ständig auf den Tusquetsbericht verwiesen wird, um da der aktuellen Präsidentenmannschaft ein Unvermögen bei Amtsantritt (oder davor…) zu attestieren und dabei aber die eigentlichen Drahtzieher im Nebel durch die nicht vorhandene Hintertür entwischen zu lassen. WER ist denn nochmal für die finanziell verheerende Misere und das Schmierentheater der letzten Jahre bis eben zu dem unrühmliche Präsidial-Ende verantwortlich und hat sie BEWUSST herbeigeführt?! Das ist so richtig erst jetzt durch das Entdecken der seltsam versteckten Rot-Konten und der bewussten Zurückhaltung von unbequemen Daten zur Vita des Vereins durch das vorherige Management zum Tragen gekommen, eben schön an der Mitglieder-Belegschaft vorbei. Und DAS ist das Kriminelle an der Angelegenheit. ich fragte mich damals schon sehr hartnäckig, wie man die ganzen Hammer-Transfers überhaupt so durchjagen kann, ohne da das finanzielle Gleichgewicht des Vereins auf dem Schirm zu haben. Und das war vor einer Ahnung einer aufkommenden globalen, langwierigen Corona-Pandemie. Danke, die richtige Antwort für alle unbequemen Fragen ist richtigerweise: Bartomeu und seine tollkühne Ex-Crew. Ich sehne mich nach juristischen Konsequenzen für so viel Ignoranz zur wirtschaftlichen Situation des Vereins in der eigenen Amtszeit dieses ehemaligen Sonnenkönigstaates. Machen wir uns nichts vor: Auch in der Laporta-Regentschaft wird wohl nicht alles zur vollsten Zufriedenheit für den Culé ablaufen, Fehler machen alle. Nur schiesst in allen Punkten Bartomeu alle anderen vorherigen und zukünftigen Präsidenten ab. Als gelernter Buchhalter. Wenn es nicht so traurig wär, es wäre die perfekte Tragikkömödie. Es kann nur besser werden, da wir gerade im Auge des Tornados stehen, diesen aber gerade langsam verlassen, die Schneise der Verwüstung ist ja seit einiger Zeit sichtbar. Aber wir kommen wieder. Visca Barça…

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