Iniesta: „Heute ist es schwieriger, die Gegner zu überraschen“

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Bildquelle: fcbarcelona.com

In einem Interview mit dem Barça-Magazin sprach Iniesta über seine Karriere beim großen FC Barcelona, die Spielphilosophie der Mannschaft sowie über jene Personen, die einen prägenden Einfluss auf seine Entwicklung als Spieler und als Mensch hatten. Für den Europas Fußballer des Jahres 2012 gebe es keinen Zweifel daran, dass sein Umfeld einen maßgeblichen Anteil an seinem persönlichen Erfolg hatte und er sei sich absolut sicher, am richtigen Ort zu sein:

„Ich weiß nicht, ob ich der gleiche Spieler wäre, wenn ich irgendwo anders gespielt hätte. Ich weiß nicht, ob ich besser oder schlechter wäre. Aber ich war und bin in dem idealen Verein, um als Spieler zu wachsen – er machte mich zu dem Spieler, der ich bin.“ 

Louis van Gaal, 1997-2000/2002-2003 als Trainer beim FC Barcelona unter Vertrag(Erfolge: La Liga(2), Copa del Rey (1), UEFA Super Cup (1)), hat Iniesta in die erste Mannschaft berufen und ihm damit die Möglichkeit gegeben, seine Qualitäten auf einem höheren Niveau unter Beweis zu stellen. Unter van Gaal absolvierte der Siegtorschütze des WM-Finals 2010 sechs La Liga- und drei Champions League-Spiele, bevor der Trainer im Jahr 2003 abdanken und seinen Posten räumen musste. Trotz dieser relativ kurzen Zusammenarbeit ist Iniesta voll des Dankes für das Vertrauen van Gaals:

„Ich bin sehr dankbar für das, was van Gaal für mich getan hat […] Ich habe sehr viel in dieser Zeit gelernt. Manche Situationen können junge Spieler hilflos zurücklassen und dazu führen, dass sie ihr Ziel, in die erste Mannschaft zu gelangen, aus den Augen verlieren. Mir aber hat es bei meiner Entwicklung geholfen.“

Zum ersten Mal betrat Iniesta das Camp Nou als 15-jähriger beim Finale des Nike International Premier Cup. Wie es der Zufall will, wohnten diesem Turnierfinale alle Persönlichkeiten bei, die später von besonderer Bedeutung für die Entwicklung des Spielers sein sollten, unter anderem auch der soeben angesprochene Louis van Gaal. Daneben war auch Lorenzo Serra Ferrer im Camp Nou anwesend, der Trainer des FC Barcelona in den Jahren 2000 und 2001. Als Iniesta junge 16 Jahre alt war, gewährte Ferrer diesem Trainingseinheiten mit der A-Mannschaft von Barça. Etwas bekannterere Vertreter auf der Tribüne dürften Frank Rijkaard sowie Pep Guardiola gewesen sein, die einem Rohdiamanten den letzten Schliff gaben und ihn zur absoluten Weltklasse haben aufsteigen lassen. Es ist kurios, wie klein die Welt zuweilen ist.

Im Interview kam Iniesta auch auf die Bedeutung einer Spielphilosophie zu sprechen und relativierte den Wert der Spielphilosophie einer Mannschaft:

„Es ist wichtig, an eine gewisse Spielphilosophie, an ein bestimmtes Spielerprofil zu glauben, dies aber immer unter der Einschränkung des Erfolges. Wir dürfen nicht vergessen, dass ohne Erfolg die Geschichte eine andere ist.“

Im Fall des FC Barcelona war die Geschichte aber sehr erfolgreich und Iniesta sammelte mit der Mannschaft eine Trophäe nach der anderen. Ganz realisieren kann der Edeltechniker die Leistungen der Vergangenheit noch nicht:

„Wenn ich aufhöre, werde ich feststellen, dass es nicht einmal meinen kühnsten Träumen entsprach, was mir widerfahren ist. Es ist unglaublich. Mein einziger Traum bestand darin, auf einem hohen Niveau zu spielen, in der ersten Mannschaft zu spielen. Was mit mir passiert ist, ist schlichtweg großartig.“

Im Vergleich zu den Anfängen seiner Karriere beurteilt Iniesta die Situation auf dem Fußballplatz heute schwieriger. Der Fußball hätte sich weiter entwickelt und die Teams seien physisch und technisch besser vorbereitet.

„Der Fußball hat sich taktisch verändert. Ich wünschte, dem wäre nicht so. Heute ist es schwieriger, unsere Gegner zu überraschen.“

In diesem Punkt mag man dem Spieler durchaus Recht geben, doch so lange Andrés Iniesta die Fußballschuhe für den FC Barcelona schnürt, werden sich immer Schlupflöcher in dem gegnerischen Defensivverbund finden lassen – Taktik hin, Taktik her.

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