Umbau des Camp Nou: FC Barcelona lässt Mitglieder über ‚Espai Barça‘ abstimmen

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Die Mitglieder des FC Barcelona können über das Stadionprojekt ‚Espai Barça‘ abstimmen. 1,5 Milliarden Euro soll der Umbau des Camp Nou und der anderen Arenen kosten. Dafür müsste Barça mindestens eine Saison in einem anderen Stadion unterkommen. Die Namensrechte des Camp Nou stehen derweil zum Verkauf.

Camp Nou-Umbau und mehr: 1,5 Milliarden Euro kostet Espai Barça

Der FC Barcelona steht kurz vor der Durchführung seines lange geplanten Stadionprojekts ‚Espai Barça‘. Nachdem ausgewählte Socios der Blaugrana auf der Mitgliederversammlung für den Finanzierungsvorschlag des Vorstandes stimmten, steht nun als abschließender Schritt eine Befragung aller über 140.000 Socios des Klubs an. Am heutigen Sonntag, den 19. Dezember, können alle Vereinsmitglieder online auf der Website des FC Barcelona über das Espai Barça-Projekt abstimmen. Die Socios können von von 9 bis 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit votieren.

Alle Barça-Mitglieder können via elektronischer Wahl über ‚Espai Barça‘ abstimmen

Auf einer Pressekonferenz Anfang Dezember hatten Barça-Präsident Joan Laporta und CEO Ferran Reverter noch einmal die Einzelheiten sowie die Wichtigkeit des ambitionierten Projekts, das den Verein wieder zukunftsfähig machen soll, ausgeführt: „Es ist ein notwendiges Projekt für den Klub. Wir wollen weiter wachsen und auf hohem Niveau konkurrieren“, erklärte Laporta. „Wir haben wirtschaftliche und ökologische Verbesserungen [am Projekt] eingebaut. Es macht ‚Espai Barça‘ zu einem Stadion von europäischem Rang für Sport und Unterhaltung.“

So soll das Gelände des FC Barcelona nach dem Umbau aussehen.
So soll das Gelände des FC Barcelona nach dem Umbau aussehen. FOTO: FC Barcelona

Mit Hilfe eines 1,5-Milliarden-Kredits der Investment Bank Goldman Sachs soll der Umbau verwirklicht werden. Aufgrund der Höhe der Summe soll ein Beschluss jedoch nicht ohne die Zustimmung der Socios getroffen werden. „Was wir wollen, ist die Bestätigung des Beschlusses, der auf der Mitgliederversammlung getroffen wurde“, so Laporta. „Getreu der demokratischen Tradition des Klubs wollen wir deshalb ein Referendum durchführen. Eine elektronische Wahl, damit Socios der ganzen Welt teilnehmen können und wir eine maximale Beteiligung erreichen.“

Umgebautes Camp Nou soll 105.000 Plätze und 360°-Bildschirm haben

Barça-CEO Reverter sprach in diesem Zusammenhang von einem „historischen Ereignis“, da erstmals Mitglieder aus der ganzen Welt ihre Stimme abgeben können. Der Vorstand Barças „war der Meinung, dass das Projekt aufgrund seines Umfangs einem Referendum unterzogen werden sollte“.

Mit Platz für 105.000 Zuschauer soll das umgebaute Camp Nou das größte Stadion Europas werden. Darüber hinaus wird auch Wert auf technische Neuerungen gelegt. „Das ursprüngliche Projekt sah keine Investitionen in Technologie vor“, führte Reverter aus. „Wir wollen einen 360°-Bildschirm und 5G nutzen, doch die derzeitigen Technologien [im Camp Nou] lassen dies nicht zu.“

Drohende Mehrkosten? „Es kann immer etwas passieren“

Ob die anderthalb Milliarden Euro aber tatsächlich auch die endgültigen Baukosten decken werden, vermag Barças CEO nicht zu sagen: „Wir veranschlagen eine Investition von 1,5 Milliarden. Aber es handelt sich um ein vier Jahre andauerndes Projekt, und da kann viel passieren. Das ist eine sehr realistische Schätzung, aber es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren.“

Die 1,5 Milliarden sind dabei jedoch nicht allein für das Camp Nou vorgesehen. Auf den Umbau des Stadions fallen „nur“ 900 Millionen Euro. Weitere 420 Millionen werden für Arbeiten am Palau Blaugrana und den Petit Palau, die Eisbahn und ein Bus-Parkanlage benötigt, 100 Millionen für Infrastruktur und den Campus, weitere 60 Millionen für städtebauliche Maßnahmen und 20 Millionen für das Estadi Johan Cruyff.

Der Kosten für das Stadionprojekt 'Espai Barça'.
Der Kosten für das Stadionprojekt ‚Espai Barça‘. FOTO: FC Barcelona

Verkauf der Rechte: Camp Nou bekommt neuen Namen

Eine künftige Neuerung wird auch sein, dass die Namensrechte für das Camp Nou verkauft werden, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

„Das Thema ist schon recht weit fortgeschritten“, bestätigte Reverter. „Wir sehen uns die Angebote an, diese reichen von [einer Laufzeit von] 10 bis 20 Jahren. Wir rechnen mit [Einnahmen von] 400 Millionen Euro für 20 Jahre.“

Camp Nou könnte bereits ab 2022 umgebaut werden

Sofern bei der Mitglieder-Abstimmung alles genehmigt wird, sollen die Bauarbeiten am Camp Nou bereits im Sommer 2022 beginnen und bestenfalls drei Jahre später abgeschlossen sein.

„Wir tun es jetzt, weil wir mehr als 15 Jahre zu spät dran sind“, erklärt Reverter. „Das Projekt [zur Modernisierung des Camp Nou] wurde bereits 2003 vorgeschlagen. Der Verein hat [in dieser Zeit] mehr als neun Milliarden eingenommen, aber praktisch nichts davon ist in die Umwandlung unserer Infrastruktur investiert worden, die für die Lebensfähigkeit des Vereins unerlässlich ist. Wenn wir zukünftige Projekte entwickeln wollen, müssen wir in dieses Projekt investieren.“

Spielt Barça zeitweise im Olympiastadion? „Werden die Stadt nicht verlassen“

Für die Zeit der Umbaumaßnahmen wird es zunächst Einschränkungen bei den Besucherkapazitäten des Camp Nou geben, bis der FC Barcelona für mindestens eine Saison in ein anderes Stadion umziehen muss.

„Der derzeitige Plan sieht vor, die erste Saison im Camp Nou zu spielen, vor teilweise geschlossenen Tribünen“, führte Reverter diesbezüglich aus. „Die zweite Saison dann in einem anderen Stadion und die dritte und vierte Saison wieder im Camp Nou.“

In welchem auswärtigen Stadion Barça zeitweilig unterkommen würde, steht noch nicht fest. Doch Ferran Reverter versicherte: „Wir werden die Stadt nicht verlassen. Wir werden nicht nach Girona fahren. Eine Option ist [das Olympiastadion] Montjuic, aber wir prüfen auch interne Optionen, die eine Lösung sein könnten.“

‚Nein‘ der Socios wäre „eine sehr schlechte Nachricht“

Dass sich die Mitglieder gegen ‚Espai Barça‘ aussprechen werden, „wäre eine sehr schlechte Nachricht“, gab Reverter zu. „Alles Finanzielle müsste neu überdacht werden, und das Stadion muss so oder so renoviert werden, da es sich in einem schlechten Zustand befindet. Wir glauben, dass die Mitglieder die Entscheidung unterstützen werden.“

Espai Barça: So sieht das neue Camp Nou aus

Bastian Quednau
Redakteur und Autor bei Barçawelt sowie bei Film-Rezensionen.de
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