FC Barcelona gegen Spartak Moskau – Taktiküberblick Teil 2

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Hier folgt nun Teil zwei unseres Taktikrückblicks. Gegenstand der Untersuchung bilden die Wechsel von Tito Vilanova sowie die Auswirkungen auf dem Spielfeld. Bereits heute Vormittag ist angeklungen, dass die Entscheidungen von Vilanova entscheidungserheblich waren. Inwiefern diese These zutrifft, wird sich im Folgenden zeigen.

Nachdem der der FC Barcelona durch das Kontergegentor sogar in Rückstand geraten ist, sah sich Vilanova veranlasst, zeitnah zu reagieren. Das Gewicht seiner getroffenen Entscheidung lässt Rückschlüsse darauf zu, dass der Trainer das Spiel unbedingt siegreich gestalten wollte. Für Dani Alves kam Alexis Sanchez in die Partie und orientierte sofort in die Sturmspitze. Barça war fortan mit vier Stürmern in der Offensive vertreten und agierte in der Abwehr mit einer Dreierkette, die durch Mascherano, Song und Adriano gebildet wurde. Adriano zügelte seinen Offensivdrang und beteiligte sich nicht mehr am Offensivspiel. Damit war ein 3-3-4-System hergestellt, eine etwas abgewandelte Form der “Pyramide”, die gegen Ende der letzten Saison von sich reden machte.

Mit dieser gravierenden Systemänderung stieg das Risiko für ein Kontergegentor massiv an, doch dieses Risiko musste Vilanova eingehen, zumal Spartak Moskau die Rahmenbedingungen für gute Konter zugunsten einer stabileren Defensive verschoben hat. Fàbregas bekam von Sanchez nach dessen Einwechslung etwas ins Ohr geflüstert; dem Spielbild nach zu urteilen wurde ihm aufgetragen, seine vertikalen Vorstöße etwas restriktiver zu handhaben und damit das Risiko im Zaum zu halten. Das Ziel dieser Maßnahme bestand darin, die Präsenz und Durchschlagskraft im Sturmzentrum zu erhöhen. Mit Sanchez und Messi im Zentrum tat sich für den Gegner ein Dilemma auf: Sie mussten dem Zentrum mehr Aufmerksamkeit respektive Spieler widmen, durften aber zeitgleich die Flügelstürmer Pedro und Tello nicht aus den Augen lassen. Die Außenverteidiger mussten immer wieder ein- und ausrücken, je nach dem, wo der Ball hingespielt wurde. Aufgrund der neuen Präsenz im Zentrum fing Barça dann auch an, mit hohen Hereingaben zu operieren, wovon eine den Kopf von Messi fand. 

Nach der erneuten Führung durch Messi war Tito Vilanova sodann primär auf die Sicherung der güngstigen Ausgangslage bedacht. Die Dreierkette wurde durch Busquets zu einer Viererkette komplettiert. Mascherano nahm hierbei, wie auch schon zuvor, die Rolle des rechten Außenverteidigers ein. Brenzlige Situationen für die Katalanen sollten nicht mehr entstehen. Ein verdienter Sieg für die Mannen von Tito Vilanova, der nach dem überraschenden Rückstand brillant reagiert hat. Solche Spiele in dieser Art und Weise noch zu drehen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Nachfolgend noch ein paar Bilder zur Veranschaulichung des Spieles:

TelloSpartak

 

Über die linke Seite ging in der ersten Halbzeit relativ viel. Der äußere Mittelfeldspieler hat Adriano im Blick und signalisiert seinem Mitspieler, dass er auf Tello Acht geben möge. Das Abstände zwischen den Spielern von Spartak sind sehr eng, Lochpässe sollen um jeden Preis vermieden werden. Und trotzdem sieht Messi eine Lücke, um seinen jungen Mannschaftskameraden zu bedienen. Tello war knapp im Abseits.

TelloSpartak2

Der Abstand des äußeren Mittelfeldspielers von Spartak Moskau zu Tello ist zu groß. Nur wenn Adriano sich in die Offensive einschaltete, begab er sich auf die Außenbahn. So aber musste der rechte Außenverteidiger Spartaks einige Male ins Eins-gegen-eins mit Tello. In dieser Situation war die fehlende Doppelung fatal: Tello umkurvte seinen Gegenspieler und besorgte mit einem technisch anspruchsvollen Schuss die Führung.

Gegentor1

Die Spielsituation vor dem ersten Gegentor. Wie man sieht, ist die Grundordnung vorhanden. Acht Spieler des FC Barcelona stehen sechs gegnerischen Spielern gegenüber. Song und Alves könnten die gegnerische Neun sogar doppen bzw. Song könnte sich zu Mascheranos unmittelbaren Gegenspieler orientieren. Nur wenig deutet auf ein Gegentor hin.

MessiSpartak

Die Zuordnung ist in dieser Situation nicht klar. Messi kann frei durchlaufen, steht aber im Abseits. Die Ketten verschmelzen fast ineinander, die klare Aufgabenzuweisung ist gestört.

SongSpartak

Das Gegenpressing versagt, weil Dani Alves zunächst am Mittelfeldkreis stand und sich erst recht spät in Richtung des linken Außenverteidigers begab. Song folgt seinem Gegenspieler bis nach der Mittellinie. Gerade in diesem Moment schaltet der Gegner um und setzt zum Spring Richtung Tor an. Hier hätte Song etwas besonnener handeln müssen.

TellosKopf

Tito Vilanova schickte mit Sanchez einen vierten Stürmer aufs Feld. Die Folgen dieser Maßnahme sind in dieser Situation schön ersichtlich. Im Zentrum werden gleich drei Verteidiger gebunden, zwei Innenverteidiger und der rechte Außenverteidiger. Tello kommt in seinem Rücken völlig frei an den Ball. Der rechte Mittelfeldspieler agiert in dieser Situation wieder sehr unglücklich und hilft seinem Kameraden nicht aus. Der Rest ist Geschichte: Messi erzielte den Ausgleichstreffer zum 2:2.

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