Vorschau Barça vs. Bayern: Revanche oder nächster Tiefschlag?

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Zum Auftakt in der Königsklasse trifft der FC Barcelona auf den FC Bayern München. Über dem Duell, das in den letzten Jahren für Spektakel stand, schwebt auch bei diesem Aufeinandertreffen die Torgefahr der Bayern, doch auch Barça können Schwachstellen beim deutschen Rekordmeister entgegenkommen. Die Vorschau zum Champions-League-Kracher.

Am Dienstagabend dürfte die Aufmerksamkeit von Fußballfans auf der ganzen Welt auf Katalonien gerichtet sein, schließlich empfängt der FC Barcelona zum Champions-League-Auftakt den FC Bayern München im Camp Nou (21:00 Uhr, live im Barçawelt-Liveticker). Ein gutes Jahr nach der historischen Niederlage im Estádio da Luz zu Lissabon geht es für ein mittlerweile umgekrempeltes Team aus Barcelona darum, endlich gegen einen großen Gegner zu zeigen, wie fortgeschritten der Umbruch, der seitdem eingeleitet wurde, ist.

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Vor allem in der Offensive änderte sich personell seit dem krachenden 2:8 so einiges in der Mittelmeermetropole. Nachdem sich im vergangenen Sommer schon Luis Suarez verabschiedete, sind nun auch Lionel Messi und Antoine Griezmann Geschichte bei der Blaugrana. Die in der Zwischenzeit neu hinzugestoßenen Offensivkräfte rund um Memphis Depay und Luuk de Jong könnten dabei die Akteure sein, die eine der wenigen Schwachstellen im aktuellen Team der Gäste, die bisher drei von vier Bundesligaspielen für sich entschieden, ausnutzen können.

Bietet Bayern wieder gefährliche Räume an?

Schließlich hat der FC Bayern in den ersten Spielen der Saison gezeigt, wie wenig Zugriff er in den Räumen zwischen den zentralen Mittelfeldspielern und den Innenverteidigern hat. Wenn die ballsicheren Mittelfeldakteure Frenkie de Jong und Sergio Busquets es schaffen, in Ballbesitz Joshua Kimmich und Leon Goretzka auf sich zu ziehen, entstehen so Räume hinter den beiden deutschen Nationalspielern, die bespielt werden können und wo sich gerade Memphis Depay gerne aufhält, um aus diesen Positionen das Angriffsspiel zu gestalten. Da die Bayern unter Nagelsmann bislang kein kollektives Pressing aufzogen, sondern ein punktuelles, aber intensives Anlaufen von den ballnahen Spielern, entstehen so diese Räume mit enorm hoher Wahrscheinlichkeit.

Kommt die Truppe von Ronald Koeman mit Tempo in solche Situationen, steht eine weitere Schwachstelle beim deutschen Rekordmeister bevor: Die Koordination in der Verteidigung. Insbesondere wenn der Ball von Memphis auf die Außenbahn befördert wird (speziell auf die rechte Seite, wo Alphonso Davies Gefahr läuft, hinten zu fehlen), könnte es im Strafraum Manuel Neuers brandgefährlich werden, so zeigte die Hintermannschaft der Roten vor allem gegen Leipzig Probleme beim Verteidigen von Flanken auf den zweiten Pfosten. Sollte Luuk de Jong am Dienstag von Beginn an auflaufen, wäre er ein Spieler, der mehrere Gegner binden und so den Platz am langen Pfosten schaffen kann.

Auch das Spiel mit dem Ball am Fuß dürfte bei Bayerns Verteidigung zu einer ausnutzbaren Schwachstelle gehören. Während Benjamin Pavard und Dayot Upamecano unter Gegnerdruck häufig ungenaue Pässe spielen, hat Lucas Hernandez ein Faible dafür, ohne Absicherung zum Sprint ins Zentrum anzuziehen. Ob diese Spieler wieder den Platz betreten, ließ Nagelsmann auf der Pressekonferenz noch offen: „Wir haben noch nichts fix entschieden. Ein Grund, die Kette zu verändern, wäre auf jeden Fall kein leistungsorientierter, sondern ein körperlicher“, so der Übungsleiter, doch gelingen Frenkie de Jong und Co. hier Ballgewinne, könnten die Offensivkräfte der Blaugrana sofort explosiv nach vorne stoßen.

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Auf welche taktische Grundordnung setzt Koeman gegen Bayern?

Explosive Offensivläufe kommen wohl auch auf die Hintermannschaft des FC Barcelona zu. Dass die Münchner in vier Bundesliga-Partien bereits 13 Torerfolge bejubeln konnten, liegt vor allem am schnellen Umschaltspiel, bei denen im Vollsprint gen gegnerische Grundlinie marschiert wird. Chefcoach Koeman erläuterte auf der Pressekonferenz vor dem Spiel: „Bayern ist eine Mannschaft, die physisch top ist und vor allem beim Ballgewinn vorne sehr schnell ist.“ Ein gängiges Mittel bei den Vorstößen des Teams von Julian Nagelsmann ist der vorletzte Pass auf einen Außenspieler, der in aller Regelmäßigkeit den kurzen scharfen Pass in den Sechszehner hineinspielt.

Nur in den seltensten Fällen befinden sich am Ende des Spielzugs nicht mindestens drei Bayern-Akteure im Strafraum des Gegners. Während sich ein Angreifer zwischen den kurzen Pfosten und den Elfmeterpunkt orientiert, zieht es den zweiten Spieler auf derselben Höhe zwischen den Elfmeterpunkt und den langen Pfosten. Sollten beide die Hereingabe verpassen, lauert in den meisten Fällen eine weitere Offensivkraft ungedeckt am langen Pfosten.

Durch die Variabilität im Positionsspiel ist es für Gegenspieler fast unmöglich zu antizipieren, wo Robert Lewandowski, wo Thomas Müller und wo Leroy Sané in einem solchen Angriff auftauchen. Dementsprechend sollte vor allem Jordi Alba gewarnt sein und seine Mitspieler in der Abwehrkette defensiv unterstützen.

Doch auch hier herrscht – zumindest für die Öffentlichkeit – noch große Ungewissheit im Hinblick auf die Grundordnung und welchen Abwehrspielern Ronald Koeman vertraut. Die Dreierkette (im 3-5-2) wäre keine große Veränderung, schließlich traten alle Innenverteidiger bis auf Eric Garcia auch letztes Jahr häufig in dieser Formation auf, doch in den vergangenen Partien beließ es Koeman bei einer Viererkette (im 4-3-3-System), bei der situativ – sofern alle mitmachen – auch eine Art der Manndeckung gespielt werden kann. Bei einer Dreierkette würde das Verteidigen wohl im Raum stattfinden und wäre gegen Spieler wie Lewandowski äußerst riskant. Um in Sprintduellen mit Leroy Sané, Serge Gnabry oder Jamal Musiala mithalten zu können, würden sich wohl Ronald Araujo und Oscar Mingueza am besten anbieten.

Als Innenverteidigungsduo in einer Viererkette wäre dies zwar ein gewagter Schachzug, doch sind die beiden es auch, die in den vergangenen Monaten mit konzentriertem Zweikampfverhalten auf sich aufmerksam machten, während Clément Lenglet und Eric Garcia zwar etwas stärker in der Spieleröffnung einzuschätzen sind, gegen wuselige Gegner sich jedoch zuletzt den Schneid abkaufen ließen. Im besten Fall findet Ronald Koeman eine Lösung, den Motor der bayrischen Tormaschine abwürgen zu lassen; mit dem geeigneten Personal, das der ehemalige Bondscoach in die Startelf beordert, um Torfestivals wie in den letzten Jahren zu verhindern.

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Duell Barça vs. Bayern mit historischen Partien

Sobald in den vergangenen Spielzeiten der FC Barcelona auf den FC Bayern München traf, bedeutete das für die Zuschauer im Stadion und vor Endgeräten auf der ganzen Welt eines: Spektakel. Im Frühjahr 2013 düpierten die Bayern die Katalanen im Halbfinale gleich zweimal, so schoss die Truppe von Jupp Heynckes Barça erst mit 4:0 aus der Allianz Arena, bevor auch das Rückspiel mit 3:0 an den späteren Triplesieger ging.

Zwei Jahre später leuchtete auf der Anzeigetafel im Camp Nou nach 90 Minuten wieder ein 3:0, diesmal hieß der Sieger jedoch FC Barcelona. Trotz einer Niederlage im Rückspiel zog die Blaugrana in das Champions-League-Finale in Berlin ein; hier stemmte Xavi den bisher letzten Henkelpott für Barça in den Nachthimmel.

Besonders in Erinnerung bleibt jedoch das jüngste Aufeinandertreffen der beiden Schwergewichte im europäischen Fußball. Der 14. August 2020 steht für die Dominanz des FC Bayern in der zweiten Triple-Saison der Vereinsgeschichte sowie die Einleitung des Umbruchs beim FC Barcelona. Für die Katalanen, bei denen gerne die letzte Saison als Umbruchsjahr betrachtet wird, steht nun zum Champions-League-Auftakt vor der ersten Partie gegen einen kontinentalen Giganten. Ein erfolgreicher Start der Blaugrana mit einem Sieg ausgerechnet gegen die Bayern wäre ein Ausrufezeichen an alle anderen Teams und für Barcelona selbst ein enorm wichtiger Boost für das eigene Selbstwertgefühl.

Benjamin König
Fútbol, Calcio, Fotball - in Spanien, Italien, Skandinavien. Redakteur bei Barçawelt, Podcaster bei Polarlichtspiel - dem skandinavischen Fußballpodcast

9 Kommentare

  1. Visca Jungs

    Viel kann man wohl nicht erwarten zu unbeständig sind wir im Moment noch. Die Abwehr und das Mittelfeld sind unsere Schwachstellen. Solange es nicht wieder eine historische Klatsche wird bin ich zufrieden. Wir müssen taktisch gut eingestellt sein und versuchen das wir ihre Angriffe in den Griff bekommen. Lewandowski ist ein Tier da vorne drin und die Mentalität stimmt fast immer bei den Bayern, da können wir was von lernen. Mag sie überhaupt nicht aber sie sind in allen Mannschaftsteilen besser aufgestellt als wir, eine knappe Niederlage wäre ein Erfolg. Denke aber das es eine klare Angelegenheit sein sind.

  2. Salud, ich erwarte, dass wir mit einer guten taktischen Einstellung und viel Moral zumindest einen Punkt holen. Dsas Team und der Coach haben jetzt die Chance sich aus dieser Depression zu kämpfen. Wenn das heute ein Angsthasenauftritt mit einem entsprechendem Resultat gibt erwarte ich die Demission von Koeman. Vermutlich nicht gleich aber spätestens zur Winterpause. Das Team braucht jetzt einen Schub.

    • Ich kann von der Mannschaft keinen Sieg, eigentlich auch keinen Punkt erwarten. Dafür sind wir (gerade heute) einfach zu schwach besetzt. Wenn wir mit Balde, Mingueza auf den außen starten müssen oder selbst wenn es Dest und Alba schaffen aber nicht fit sind, ist das zu wenig. Von der schlimmen offensivreihe brauch ich erst gar nicht anfangen. Was man erwarten kann, ist dass die Einstellung stimmt. Das erwarte ich auch. Die Mannschaft muss zeigen, dass sie den Schalter nach dem Messi Abgang umlegen will und kann. Es muss noch nicht geschafft sein. Eine Tendenz muss aber zu erkennen sein. Ansonsten muss Koeman zum Winter wirklich weg.

      • Laporta hat ja unlängst gestated, dass es unter ihm keine Übergangsjahre geben wird. Sind wir also gespannt. In der Situation in der wir uns jetzt befinden ist der Coach absolut gefragt und Koeman ist – ohne dass er etwas dafür kann – ein Teil dieses Schlamassels. Prinzipiell wäre er für mich völlig ok. Aber jetzt brauchen wir was Frisches und Mutiges! VISCA

  3. ich erwarte ein sieg und drücke barca die daumen. wie viele hier von euch wissen bin ich nicht soooooooo ein riesen fan der katalanen. ABER ich kann die bayern wirklich nicht aufstehen. nie gemocht weil zu überheblich und arrogant andere vereine gegenüber. die leute halten sich für übermenschen!
    als ich noch bei real zuhause war, konnte ich die schlappen der bayern gegen real von CR7 so richtig geniessen :) viele spiele Live gesehen.
    Lustige medien aus germany!
    eine woche vor dem spiel war real schon gegen die superBayern raus. medien und bayern leute sahen sich schon im finale.
    zumbeispiel. 2014
    dann ging man mit 0: 4 im heimischen arroganz-arena regelrecht baden.
    auch die jahre danach wussten die bayern nicht wie man real -egal ob heim oder auswärts- ausschalten soll. außer mit verbale attacken natürlich. dann fingen die bayern an die neid politik zu betreiben wie in der heimischen bundesliga. gegener zu mächtig für sie geworden? leistungsträger nach münchen holen. der BVB kann davon viele lieder singen.
    real wollte aber das spiel nicht mitspielen und so konnte man in münchen nur den Xabi Alonso bekommen.
    barca MUSS heute gewinnen. koeman ist gefordert. die spieler sowieso.

    • Doch die Bayern wussten 2017 und 2018 wie man Real ausschaltet, nur hatte der Schiri eben etwas dagegen. 2014 waren die Bayern dagegen chancenlos.

      Bin aber bei dir, kann diese Arroganz, Überheblichkeit und Respektlosigkeit der Lederhosen auch nicht ab. Halten sich immer für die aller größten, dabei sind sie im Weltfußball nur eine Randnotiz und im Schatten der ganz großen Namen, egal wie gut sie sind. Sie werden niemals in die Sphären von Barca, Real oder auch Manchester United aufsteigen, auch wenn der Verbrecher Hoeneß mit seiner lächerlichen „mia san mia“ Mentalität gerne so tut als wären die Über-Bayern der Nabel der Welt und jeder Club würde sie deshalb beneiden. Ein ekelhafter hochgradig unsympathischer Club (noch schlimmer sind deren arrogante, an Realitätsverlust leidenden Fans), wobei die Bayern eigentlich ein gutes Vorbild sein könnten. In dieser Zeit wo jede fast Mannschaft Unsummen für Spieler ausgeben haben die Bayern gezeigt, dass man auch ohne viel Geld für teure Stars eine starke Mannschaft zusammenbasteln können. Die Bayern gehören zu den wenigen Mannschaften die vernünftig wirtschaften und davor sollte man schon seinen Hut ziehen. Von denen kann Barca so einiges lernen. Liverpool ist auch so ein (viel sympathischeres) Beispiel.

      • Dann haben wir uns also von einer „Randnotiz“ auseinandernehmen lassen, steile These!
        Schau dir den UEFA Klubkoeffizienten an zum Thema
        Randnotiz, oder deren Mitgliederzahl!
        Manche leben in eigenen Sphären, kennst du das Sprichwort vom „Propheten im eigenen Land“?
        Genau das trifft bei dir zu, gehe mal nach England
        oder Italien und frag nach Bayern!

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