FC Barcelona – FC Valencia: 3 Brennpunkte zum Copa-Finale

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Im Copa-del-Rey-Finale unterlag der FC Barcelona dem FC Valencia. Die Brennpunkte widmen sich Ernesto Valverdes Fehler, Jordi Albas schlechter Form und Gerard Piqué als Antreiber der Mannschaft.

Ernesto Valverde und die falsche Aufstellung

Nach dem Spiel lässt sich die Aufstellung des Trainers immer leicht kritisieren, doch schon vor dem Anpfiff machte Ernesto Valverdes Mannschaftsauswahl nur wenig Sinn. Durch die Ausfälle von Ousmane Dembélé und Luis Suárez war klar, dass Lionel Messi noch mehr im Fokus stehen wird, als sonst schon. Ihn als falsche Neun auflaufen zu lassen, war logisch, allerdings braucht er dann auch entsprechende Unterstützung, sprich: Mitspieler in der Offensive, die durch ihre Läufe Räume und Passwege öffnen. Dies geschah in der ersten Halbzeit so gut wie gar nicht. Dadurch, dass der Argentinier sich immer wieder fallen ließ, wurde der Strafraum von Valencia gar nicht besetzt. Dies machte es den Fledermäusen sehr einfach, Barcelona zu verteidigen.

Von daher war es unverständlich, dass Arturo Vidal nicht starten durfte. Arthur zu bringen, um so die Ballzirkulation und die Kontrolle über das Spiel zu erhöhen, machte Sinn, aber man braucht auch jemanden, der mit nach vorne in den Strafraum geht, dort Gegner bindet, als Anspielstation dient und Räume öffnet. Vidal tat dies zuletzt gut, weshalb viele davon ausgingen, dass er im Copa-Finale starten darf, doch Valverde hatte andere Pläne – er ging auf Kontrolle, allerdings hatte diese fehlende Durchschlagskraft und Gefahr zur Folge.

Die Blaugrana hatte viel vom Ball, konnte daraus aber nichts Gefährliches kreieren. Malcom als Flügelstürmer wäre von Beginn an eine gute, vor allem aber mutigere Option gewesen – doch Valverde entschied sich für Sergi Roberto im rechten Mittelfeld – Torgefahr hat einen anderen Namen. Es ist kein Zufall, dass der spanische Meister nach der Pause mit Vidal und Malcom deutlich besser spielte und auch die Chance auf eine Verlängerung hatte. Auch Valverdes fehlender Mut wurde Barcelona in Halbzeit eins zum Verhängnis.

Jordi Alba und das schlechte Timing

Jordi Alba hat eine wirklich sehr starke Saison gespielt, sowohl defensiv als auch offensiv, wo er einer der besten und wichtigsten Akteure bei Barcelona war. An der Anfield Road machte er sein schwächstes Spiel der Saison und im Copa-Finale wohl das zweitschlechteste. Vor dem 0:2 ließ er sich zu einfach überlaufen und konnte die Flanke nicht mehr verhindern. Aber auch ansonsten kam viel zu wenig von ihm. Er wirkte offensiv kaum präsent und wurde deutlich seltener als gewohnt ins Spiel eingebunden, selbst wenn er frei stand. Hatte er mal den Ball, konnte er aber auch nichts Produktives damit anfangen und spielte schon die leichtesten Pässe zu ungenau. Dazu kamen Probleme bei Ballannahmen und insgesamt einfach zu viele leichte Fehler. Man könnte fast schon sagen, dass seine Form sinnbildlich für die gesamte Mannschaft ist, die eine sehr gute Saison spielte, aber dann zweimal einfach nicht auf der Höhe des Geschehens war und dadurch zwei Titel verspielte.  

Gerard Piqué – das Gesicht des Aufbäumens

Gerard Piqué war wohl neben Messi der beste Akteur in blaugrana während des Copa-Finales. Eventuell lässt sich darüber diskutieren, ob er beim 0:2 näher an Rodrigo stehen und dann den Ball klären muss, aber ansonsten zeigte er eine sehr starke Leistung. Besonders beeindruckend war seine Reaktion auf den Rückstand. Immer wieder nahm er den Ball und schob das Spiel von hinten heraus an. Er trieb den Ball nach vorne, spielte gute Pässe im Aufbau, zog auch mal ein Foul – er bäumte sich gegen diese Niederlage auf. Es geht dabei nicht nur um Gesten, die er auch immer wieder zeigte, um das Team zu pushen, er ging einfach mit gutem Beispiel voran. Der Innenverteidiger war ein lautstarker Anführer, der aber nicht nur für die Kamera laut war, sondern seinen Worten auch Taten am Ball folgen ließ. Nach Messis Anschlusstreffer animierte er die Fans zudem noch lauter zu werden und das Team noch lauter zu unterstützen.

Unterm Strich war Piqué so etwas wie das Gesicht des Aufbäumens. Nach der Pause hat das Team viel versucht und vieles besser gemacht als zuvor. Natürlich machte die Mannschaft immer noch zu viele Fehler, aber der Wille war da, man wehrte sich gegen die Niederlage und versuchte das Spiel zu drehen – angeführt von Lionel Messi und Gerard Piqué.

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