2:3 im Camp Nou! Barça von Frankfurt überrumpelt und aus Europa League eliminiert

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Der FC Barcelona hat sich vorzeitig aus der Europa League verabschiedet. Nach einem 1:1 im Viertelfinal-Hinspiel mussten sich die Katalanen im Rückspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 2:3 geschlagen geben – und ihre Träume vom Titel begraben.

FC Barcelona 2:3 Eintracht Frankfurt: Barças Traum vom Titel geplatzt

Eintracht Frankfurt ist im Camp Nou doch tatsächlich die Sensation gelungen: Die Hessen waren Barça am Donnerstagabend zwar in puncto Ballbesitz unterlegen, überrumpelten die Hausherren allerdings mit couragierter Leistung und drei Treffern. Das Halbfinale der Europa League, es wird ohne den FC Barcelona stattfinden.

Cheftrainer Xavi Hernández bot im Tor wie gewohnt Marc-André ter Stegen auf. In der Defensive begannen Óscar Mingueza, Ronald Araújo, Eric García sowie Jordi Alba. Während im Mittelfeld Pedri, Sergio Busquets und Gavi loslegten, bildeten Ousmane Dembélé, Pierre-Emerick Aubameyang und Ferran Tores das Offensivtrio.

Früher Elfmeter schockt Barça: Kostić erzielt die SGE-Führung

Der FC Barcelona wurde bereits ganz früh von Eintracht Frankfurt geschockt. Eric García zog Jesper Lindstrøm in der 3. Minute im Sechzehner zu Boden. Es gab völlig zu Recht Strafstoß für die Hessen. Filip Kostić schnappte sich die Kugel, atmete tief durch und schweißte das Spielgerät platziert zum 1:0 für die Gäste ins rechte Eck, während ter Stegen nach links sprang. Das Camp Nou bebte – weil die rund 25.000 bis 30.000 Eintracht-Fans im Camp Nou dank der frühen Führung völlig in Ekstase gerieten.

Die Katalanen wollten sich vom Gegentor und der eindrucksvollen Stimmung der Gästefans allerdings nicht sonderlich irritieren lassen. Xavi peitschte seine Mannschaft nach vorne, immer wieder ging es über den auf dem rechten Flügel sehr präsenten Dembélé. Doch wie erwartet warfen die Frankfurter alles in die Zweikämpfe, standen hinten gut sortiert, sodass für Barça quasi kein Durchkommen war. Ein Kopfball von Aubameyang aufs Tornetz, das war es auch schon. Die Blaugrana verbuchte zwar deutlich mehr Ballbesitz, wobei dieser wenig nutzte, da Top-Chancen ausblieben.

Live-Ticker Barcelona 0:1 Eintracht Frankfurt | Elfmeter! Barça gerät früh in Rückstand

Borré mit absolutem Traumtor: Frankfurt zur Pause 2:0 vorne

Weil aber die Hausherren in der Offensive nicht zum Erfolg fanden, kamen die Hessen im Gegenzug wieder besser in die Partie. Barça ließ zwar weiterhin den Ball ordentlich laufen, doch drängte die SGE wieder nach vorne. Da es jedoch für die Frankfurter ebenso schwer war, sich bis vors Tor zu spielen, dachte sich Rafael Borré in der 36. Minute doch glatt: probier ich’s mal aus der Distanz. Der Stürmer hielt halblinks aus 30 Metern drauf und versenkte die Kugel mit einem wahren Sonntagsschuss am Donnerstagabend im Tor – ter Stegen flog nur hinterher. Das 2:0 aus Eintracht-Sicht, mit dem es auch in die Pause ging.

Die Führung für die Gäste war obgleich der Ballbesitz-Überlegenheit der Katalanen gerechtfertigt, hatte sich die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner schlichtweg mehr Chancen herausgespielt und auch das Quäntchen Glück auf ihrer Seite.

Barcelona zu ungefährlich – Aubameyang vergibt Anschlusstor

Mit Beginn des zweiten Durchgangs brachte Xavi mit Frenkie de Jong frischen Wind. Allerdings auch etwas notgedrungen, denn Pedri konnte aufgrund von muskulären Beschwerden nicht mehr weiterspielen. Und ähnlich wie in den ersten 45 Minuten ließ der FC Barcelona den Ball wieder ordentlich laufen – während Eintracht Frankfurt hinterherlief und auf Konter lauerte. Aubameyang bot sich direkt in der 48. Minute die Riesenchance auf den Anschlusstreffer, doch er konnte das Zuspiel von Dembélé aus zwei Metern nicht im Tor unterbringen, weil er die Kugel verfehlte.

Ein gefährlicher SGE-Konter in der 58. Minute mündete derweil beinahe im dritten Tor der Hessen, Lindstrøm scheiterte aber nahezu freistehend an ter Stegen. In der 59. Minute wollte die Blaugrana sodann ein strafbares Handspiel im Strafraum gesehen haben. Borré berührte die Kugel, nachdem er aus kürzester Distanz getroffen wurde. Jedoch gab Schiedsrichter Artur Soares Dias nach VAR-Check keinen Elfmeter – und das ging in Ordnung so. Kurz darauf brachte Xavi Adama Traoré und Sergiño Dest für die blassen Aubameyang und Mingueza.

Katalanen lassen Hessen kommen: Kostić trifft Barça mitten ins Herz

Anstelle sich in der Begegnung endlich mal mit einem Treffer zurückzumelden, ging Barça weiter unter. Da Daichi Kamada in der 67. Minute einen strammen Pass in den Strafraum zu Kostić spielte und die Katalanen fahrig agierten, setzte der Serbe den Ball an ter Stegen vorbei ins lange Eck – das 3:0 für die Eintracht. Und damit die Vorentscheidung in einer Partie, in der die Blaugrana schlichtweg nicht das eigentliche Potenzial abrufen konnte.

Busquets und Memphis verkürzen – aber es reicht nicht

Für die letzten 20 Minuten kam bei Barça dann noch Luuk de Jong für García, später dann Memphis Depay für den extrem unsichtbaren Ferran Torres. In der 84. Minute fiel er dann, der vermeintliche Treffer des FC Barcelona. Weil Busquets den Ball jedoch aus einer Abseitsposition heraus hinter die Linie stocherte, zählte das Tor nach Überprüfen durch den VAR nicht. Die Katalanen drängten aber weiter Richtung Gehäuse von Kevin Trapp. In der 91. Minute zog Busquets dann nochmal aus der Distanz ab und ließ die Kugel mit einem strammen Schuss ins Netz fliegen – das 1:3.

Und die Hausherren spielten sich weiter vorne fest und bekamen dadurch unmittelbar vor Schlusspfiff auch noch einen Elfmeter zugesprochen, als Evan N’Dicka gegen Luuk de Jong mit dem Arm zu Werke ging – und dafür Gelb-Rot erhielt. Memphis zog in der elften Minute der Nachspielzeit vom Punkt ab, Trapp war noch dran, aber die Kugel titschte ganz knapp hinter der Linie auf. Das 2:3, das Barça am Ende allerdings wenig brachte, denn unmittelbar darauf ertönte der Schlusspfiff. Das Aus für Barça im weißen Camp Nou war perfekt.

Für Xavis Truppe geht’s nun in La Liga um die Champions League

Der FC Barcelona wird die Europa League somit nicht gewinnen, während Eintracht Frankfurt weiter davon träumen darf. Für die Katalanen geht es unterdessen in La Liga am kommenden Montag (21 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Cádiz weiter. Dort will die Blaugrana Tabellenzweiter bleiben, zeitnah die Champions-League-Qualifikation klarmachen – und in der kommenden Saison in der Königsklasse wieder den Angriff wagen.

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Adrian Kühnel
Sportjournalist mit Schwerpunkt auf dem spanischen Fußball.

9 Kommentare

  1. Also natürlich ist das ne ganz peinliche Niederlage, die uns nebenbei nochmal richtig Kohle kostet. Aber das zeigt eben, dass wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen.
    Was mich wirklich maßlos ärgert ist, dass da 30k Fans im Stadion sind. Wie kann das sein? Und damit meine ich nicht, wie können die an Karten kommen. Ich meine warum haben wir keine fanbase, die ins Stadion geht und richtig Alarm macht? Wir müssen es hinkriegen eine gewisse Anzahl (20-30k) im Stadion zu haben, die richtig Alarm machen. Wir sind so ein toller Verein und bei uns verkaufen Leute lieber ihre Karte, als den Verein anzufeuern. 0:3 im Camp Nou hinten zu sein? Im Ernst? Im Fußballtempel Camp Nou? Hier müssen 99000 Barca Fans schreien, dann macht sich Frankfurt in die Hose. Aber so war’s halt ein 2. Heimspiel und das stört mich 100 mal mehr als dass wir verloren haben. Hab überlegt Mitglied zu werden. Aber ehrlich gesagt bin ich enttäuschter vom Verein als ich die letzten Wochen war. Da muss man die Strukturen auch verändern. Wir brauchen die Atmosphäre und die Fans!

  2. Bitte jetzt nicht wieder ins negative schwarz weiß Denken verfallen!

    Heute hat man eine Mannschaft gesehen die bis zur letzten Sekunde gekämpft hat und der das Resultat nahe gegangen ist. Aurajo, Busquets und Gavi haben wie Helden bis zur letzten Sekunde gekämpft, Ferran und Ous hat man angemerkt, wie sauer sie über dieses Spiel waren.

    Xavi hat richtig reagiert. De Jong nicht von Anfang an zu bringen war falsch, aber sein In Game Coaching war was die Wechsel angeht sehr gut.

    Kein Vergleich zu alten Blamagen mit lethargischen alten Hasen und einem ratlosen Trainer an der Seitenlinie.

    Einfach ein Entwicklungsschritt einer jungen Mannschaft. Dieses Frankfurt hätte heute jeden Gegner aus der Bundesliga, vllt auch Real geschlagen. Wir haben einfach noch nicht die Dynamik von City oder Liverpool und auch noch nicht die Abgezocktheit um solchen wilden Gegnern den Stecker zu ziehen.

    Die Mannschaft wird diesmal nicht auseinanderfallen, sondern größtenteils zusammenbleiben und punktuell verstärkt werden. Ansu Fati nicht zu vergessen.

    Trotzdem müssen Lehren und dementsprechend Konsequenzen aus dem heutigen Spiel gezogen werden:

    1. Mehr Kreativität gegen tiefsstehende Gegner. Die Achter müssen besser ins Spiel gebracht werden, Pedri unser bester Spieler im Kader hat gefühlt nicht mal den Ball berührt.

    2. Ein Weltklasse Neuner, der den Ball festmachen kann. Auba war heute mal wieder überfordert.

    3. Adama Traore ist für mich kein Barca Format, auch nicht von der Bank.

    4. Rechtsverteidiger. Mingueza und Dest sahen defensiv beide nicht gut aus. Azpi hätte das heute besser gelöst.

    Die Konterabsicherung war auch ein Problem. Aber dazu: Busquets nicht mehr der fitteste, Garcia und Aurajo unerfahren, Pedri nicht aggressiv genug. Gavi fand ich körperlich stark, man sollte nicht sofort pauschalisieren nur weil er klein ist. Die Hauptursache war auch dass wir nach vorne so viele Fehler gemacht haben. Das ist halt unser Spielstil, dazu gehört ein gewisses Risiko und dann müssen die Pässe auch sicher kommen.

    Mit Kessie, de Jong und Piqué sieht das heute auch schon anders aus.

    Geduld!
    Geduld!
    Geduld!

    Kopf hoch, Cules!

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