PK | Xavi kommentiert Piqué-Unruhe: „Dieser Druck gibt ihm noch mehr Antrieb“

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Auf der Pressekonferenz vor Barcelonas Liga-Partie gegen Real Sociedad prognostizierte Trainer Xavi eine schwere Partie gegen die Basken. Der 41-Jährige versuchte die Leistungsschwankungen zu erklären und denkt, dass der Trubel um Gerard Piqué den Innenverteidiger nicht beeinflussen wird.

FC Barcelona: Xavis Pressekonferenz vor der Partie bei Real Sociedad

Vor der Auswärtsaufgabe im Estadio Anoeta gegen Real Sociedad (Donnerstag, 21 Uhr, live im Ticker auf Barçawelt und im Stream auf DAZN) am 33. La-Liga-Spieltag stellte sich Trainer Xavi Hernández auf der Pressekonferenz den Fragen der Journalisten.

Xavi Hernández…

…über den Gegner Real Sociedad und wie er diesen einschätzt: „Sie spielen einen anderen Fußball als unsere letzten Gegner wie Cadiz oder Frankfurt. Sie sind ein gutes Team und werden von einem herausragenden Trainer gecoacht. Es wird ein kniffliges und schwieriges Spiel für uns werden. Wir werden aber auch versuchen, unsere Waffen einzusetzen und uns dem hohen Pressing des Gegners entgegenzustellen. Ich denke, dass die Fans eine Partie auf höchstem Niveau erwarten dürfen. Wir müssen uns aus dem negativen Trend der letzten Spiele befreien. Wir spielen gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze. Es hängt von uns ab, wie sich das Spiel gestalten wird.“

…über die Leistungsschwankungen in den letzten Partien: „Es hängt immer vom Spiel ab. Gegen Levante konnten wir eine gute Leistung zeigen. Gegen die Eintracht waren wir in allen Belangen in Hinspiel und Rückspiel nicht gut und bei der Niederlage gegen Cadiz hatten wir ein mentales Problem. Diese Schwankungen haben keinen klaren Grund. Es ist eine Mischung aus fußballerischen und mentalen Sachen. Wir sind aber in Alarmbereitschaft.“

…über Gerard Piqué, der an der Vergabe der Supercopa nach Saudi-Arabien beteiligt war und in der Folge im Fokus der Medien stand – und ob ihn das die Konzentration auf den Fußball kostet: „Er ist ein sehr extrovertierter Mensch, der immer seine Meinung sagt. Hier bei Barça werden die Verantwortlichen und Spieler gerne mal zur Zielscheibe – deswegen bevorzuge ich diplomatischer und objektiver zu sein, er ist da anders. Ich kenne ihn sehr gut. Wenn er nicht auf das Wesentliche fokussiert ist, bin ich der Erste, der dies bemerkt. Doch dieser Druck gibt ihm nochmal mehr Antrieb, gute Leistungen auf den Platz zu bringen. Er gibt uns sehr viel auf dem Feld und wir haben ihn sehr vermisst.“

…über Piqué und dessen Twitch-Streams: „Das stört mich nicht, solange er und alle anderen Spieler auf dem Trainingsplatz und in den Spielen 100 Prozent geben. Ich kenne Gerard sehr gut und weiß, dass er diese Plattform als Ausgleich nutzt. Er weiß trotzdem, worauf es ankommt und dass er Leistung bringen muss.“

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…über Leistung der Schiedsrichter in den letzten Spielen: „Ich vertraue auf ihre Ehrlichkeit. Sie versuchen immer, alle Situationen richtig zu bewerten und machen auch mal Fehler. Ich bin mir sicher, dass die Unparteiischen das Ziel haben, jede Partie anständig zu leiten. Am Ende werden wir von den Entscheidungen der Schiedsrichter weder profitieren noch Schaden nehmen. Am Ende der Saison gleichen sich die Entscheidungen für und gegen dich aus.“

…auf die Frage, wie er die Mannschaft nach der Niederlage gegen Cadiz angesprochen hat: „Ich möchte nichts beschönigen und spreche die Wahrheit an. Wenn du der Gruppe ein Video zeigen musst und vergleichst, dass man gegen Cadiz nicht mithält, dann sind die Probleme offensichtlich. Wir müssen mehr in uns selbst vertrauen und zielstrebiger auf das gegnerische Tor spielen. Wir haben viel geflankt und hatten genügend Chancen. Wir müssen solch ein Spiel gewinnen, dürfen es aber auch nicht zulassen, dass uns eine Mannschaft in puncto Willen und Leidenschaft übertrifft. Es gab keinen Streit nach dem Spiel – wir haben darüber gesprochen und das war alles.“

…auf die Frage, wie die Spieler auf die Ansprache reagiert haben: „Sie haben mir Gründe für die Niederlage geliefert und ich habe meine Sicht erklärt. Ich befinde mich im ständigen Austausch mit dem Team und jeder darf seine Meinung äußern. Aber die Truppe hat im Video gesehen, welche Punkte wir verbessern müssen.“

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…auf die Frage, wie man die Fans begeistern und von der Mannschaft überzeugen kann: „Zuerst müssen wir immer alles geben und guten Fußball spielen. In dieser Saison müssen wir den zweiten Platz einfahren, auch wenn dies nicht der historische Anspruch Barças ist. Sowohl fußballerisch, ökonomisch als auch in der Beziehung zu den Fans gehen wir gerade durch eine schwere Phase. Wir müssen die Menschen emotional ergreifen und ihre Hoffnung in das Team wiederherstellen. Sowas erreicht man, wenn man gewinnt – allen voran gegen die großen Klubs. Große Geschichten können nur mit einem guten Start geschrieben werden und diesen werden wir hinlegen. Wir befinden uns kurz vor einem Neustart und werden versuchen, uns die Begeisterung der Fans durch guten Fußball zu verdienen.“

…über die aktuelle Verfassung der Mannschaft und die Ziele in den letzten Spielen: „Sie ist bereit auf ein Finale gegen einen direkten Konkurrenten. Vor drei Wochen war es noch unser Ziel, die Meisterschaft spannend zu machen – doch dies haben wir klar verfehlt. Jetzt geht es nur noch darum, den zweiten Platz zu halten und zu manifestieren. Wir spielen momentan nicht so schlecht wie im letzten November, aber wir müssen uns verbessern. Morgen steht ein Sechs-Punkte-Spiel an. Mit einem Sieg machen wir es La Real sehr schwer, nochmal an uns heranzukommen. Als ich hier hergekommen bin, war das Hauptziel, die Qualifikation für die Champions League zu erreichen. Als wir dies früher schafften (in den Top 4 zu landen, Anm. d. Red.) als erwartet, dachten wir, dass wir bereit für Größeres sind – doch dies war ein Trugschluss. Jetzt zählt es nur noch, dass wir uns stetig verbessern.“

…auf die Frage, ob ihn die Tiefschläge in dieser Saison besorgen: „Das Einzige, was mich besorgt, ist die Qualifikation für die Champions League.“

…auf die Frage, was sein Team verbessern muss: „Ich denke, dass wir manchmal ein Spiel zu entspannt und arrogant angehen. Wir haben zu oft Leidenschaft und Gier vermissen lassen.“

Patryk Kubocz
Redakteur für Barçawelt. Student der osteuropäischen und journalistischen Geschichte.

2 Kommentare

  1. Ich finde das ist das ehrlichste und beste Interview von Xavi bislang als Trainer. Respekt dafür und so möchte ich Xavi sehen. Nicht das Spielfeld ist schuld, nichts wie im Koeman-Style meine Spieler sind schlecht, nein wir haben alles selbst in der Hand und wir sind für unsere Situation selbst verantwortlich.

    2 Dinge die mich besonders gepackt haben:

    1. Man muss die Fans wieder emotional erreichen und das geht in erster Linie durch spielerische Leistung und Einsatz. Als Fans willst du sehen, dass die sportlichen Akteure brennen ansonsten brennst du als fans auch nicht. Absolut korrekt was Xavi da sagt, die Fans haben jahrelang viel mitgemacht und man kann durchaus verstehen, dass hier und da die Beziehung zum Verein eingerostet ist. Da können Xavi und viele der aktuellen Spieler natürlich nichts für aber sie müssen das halt wieder in Ordnung bringen bzw ihren Teil dazu beitragen.

    2. Man ist teilweise zu arrogant. Ich hätte nicht gedacht, dass er sowas sagen würde aber Hut ab ehrlich.
    Das zieht sich leider durch alle Ebenen im Verein. Ob nun ganz oben Laporta, der heute etwas völlig unrealistisches raushaut, nur um morgen wieder einen Rückzieher zu machen, die Spieler auf dem Feld oder auch die Fans.

    Gerade neben dem Platz spürt man diese Arroganz am meisten und das ist eine Eigenschaft die schwer beiseite zu legen ist. Gerade das was vor und nach Frankfurt passiert ist, fand ich nicht cool. Man hat sich aufgrund unseres Verhaltens so lächerlich gemacht. Über die Niederlage und das Ausscheiden lacht eigentlich niemand aber wenn man sich mal ansieht wie man sich über Barca lächerlich macht weil man dem Rasen oder die fans die schuld gibt, da muss man sogar teilweise als Barca Fans mitlachen über die ganzen Witze, weil da eben was dran ist.

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