Barça gegen Villarreal: Mit Systemumstellung zum Erfolg?

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Der FC Barcelona steht im Heimspiel gegen den FC Villarreal unter Druck. Die spannendste Frage ist weniger, wen Trainer Ernesto Valverde aufstellen wird, sondern wie er aufstellen wird. Da Antoine Griezmann als Flügelspieler bisher nicht funktionierte, könnte eine Systemumstellung in Betracht kommen. 

Viel Zeit blieb den Spielern des FC Barcelona nicht, um die desaströse Niederlage gegen den FC Granada vom vergangenen Samstag zu verarbeiten. Bereits am Dienstag empfängt man den FC Villareal, ein Team, das sein großes Schockerlebnis in der abgelaufenen Saison hatte – und das sich scheinbar von diesem befreit hat.

Auf die Katalanen trifft dies weniger zu. Die Blaugrana befindet sich derweil noch in ihrem eigenen Alptraum. Die jüngste Auswährtsfahrt in den Süden Andalusiens bildete den vorläufigen Höhepunkt eines enttäuschenden Saisonauftakts.

Fehlende Kreativität, mangelnde Spielideen, individuelle Fehler – es läuft längst nicht alles rund bei Barça, und selbst die Rückkehr eines vollends genesenen Lionel Messi dürfte nicht ausreichen, um all die Unzulänglichkeiten innerhalb der Mannschaft zu kaschieren.

Ohne Zweifel wird das anstehende Heimspiel gegen den FC Villareal – selbst bei einem noch so guten Auftritt der Katalanen – nicht alle Probleme auf einmal lösen können. Was vor allem interessant zu sehen sein wird, ist, ob Ernesto Valverde Lehren aus den vergangenen Auftritten seiner Mannschaft gezogen hat – und wenn ja, wie diese aussehen.

Ein Formationswechsel als Schlüssel zum Erfolg? 

Eine große Problemzone bis hierhin war der Angriff. Trotz beachtlicher Torausbeute waren die meisten Auftritte eher träge und von wenig Inspiration geprägt. Bis auf die La-Masia-Sprösslinge Ansu Fati und – mit Abstrichen noch – Carles Pérez konnte bis dato noch keiner der hochgelobten Offensivakteure überzeugen, was zum Teil aber auch damit zu erklären ist, dass Lionel Messi und Luis Suárez von Verletzungen zurückkommen und Ousmane Dembélé seine Oberschenkelblessur gerade erst auskuriert hat und am Mittwoch erstmals seit dem Spiel in Bilbao wieder im Kader steht.

Im Falle von Suárez trifft dies jedoch nur teilweise zu, da sich der Uruguayer als Joker in der Partie gegen Valencia mit zwei Toren bereits eindrucksvoll von seiner Verletzung zurückgemeldet hatte. In den darauffolgenden Auftritten gegen den BVB und den FC Granada war er allerdings unsichtbar.

Das Problem bei Sturmpartner Antoine Griezmann ist von anderer Natur. Hier ist es so, dass Ernesto Valverde noch keine passende Rolle für den Franzosen innerhalb seines Systems gefunden hat. Wenngleich er als reiner Strafraumstürmer nur bedingt überzeugen konnte, so nahm er dort immerhin noch am Spielgeschehen teil. Auf dem Flügel wirkte er zuletzt vor allem in der Offensive weitestgehend verloren.

Die spannendste Frage vor Bekanntgabe der Aufstellung ist somit nicht, wen Valverde aufstellen wird, sondern wie er aufstellen wird. Es könnte der Zeitpunkt gekommen sein, wo er von der Barcelona-typischen spanischen Variante des 4-3-3 mit einem Sechser und zwei Achtern abrückt. Eine denkbare Alternative wäre, im Mittelfeld mit zwei Sechsern (Frenkie de Jong/Arthur und Sergio Busquets) und einem Zehner (Messi), spielen zu lassen – so wie er es teilweise während der zweiten Halbzeit in Granada bereits getan hat, wo Messi mehr in der Spielmacherrolle im Zehnerraum agierte.

Eine andere – zugegeben etwas radikalere – Möglichkeit wäre ein 4-4-2 samt Raute, also mit einem Sechser, zwei Achtern, einem Zehner und einem Doppelsturm bestehend aus Suárez und Griezmann. Der Weltmeister würde sich in dieser Variante sicherlich wohlfühlen, könnte er so doch seine bevorzugte Position als hängende Spitze einnehmen und als Bindeglied zwischen Messi und Suárez agieren. Allerdings würde diese Formation die Fügel entblößen, da diese dann alleine von den Außenverteidigern bearbeitet werden müssten. Gerade in der Rückwärtsbewegung könnte dies Probleme bereiten. Und betrachtet man die zuletzt immer wieder offengelegte Defensivschwäche Barças, so ist es doch recht unwahrscheinlich, dass Valverde dieses Risiko eingehen würde.

Ein wiedererstarkter Gegner

Unwahrscheinlich gerade auch deswegen, weil der Respekt vor der Offensive des FC Villareal zu groß sein dürfte, ist diese um Gerard Moreno, Moi Gómez und Karl Toko Ekambi mit zwölf erzielten Tore doch die beste der Liga (zusammen mit dem FC Barcelona). Der Weg bei den Mannen aus der Comunidad Valencia scheint also wieder in die richtige Richtung zu gehen. Die Horrorsaison 2018/2019, in der das Submarino Amarillo bis zum Schluss im Abstiegskampf steckte, hat das Team von Trainer Javier Calleja wohl hinter sich gelassen.

Der Blick geht nach vorne, und nach einem holprigen Start, bei dem Erinenrungen an die Abwehrschwächen aus dem Vorjahr wach wurden, scheint sich die Mannschaft nun gefestigt zu haben. Dabei war der Auftakt durchaus holprig. Nach drei absolvierten Partien standen gerade einmal zwei Punkte – nach wohlgemerkt insgesamt sechs Führungen – sowie acht Gegentreffer zu Buche.

Daraufhin berappelten sich die Mannen in Gelb jedoch und fuhren zwei Siege (3:0 bei CD Leganés sowie ein 2:0-Heimerfolg gegen Real Valladolid) ein. Das beschert ihnen aktuell Rang 7 in der Tabelle – und somit steht man einen Platz vor dem FC Barcelona. Die Katalanen sollten alles daransetzen, dies zu ändern – auch, um möglicherweise endlich einmal aus den Patzern der formschwachen Konkurrenz aus der Hauptstadt Kapital schlagen zu können. Und um das Krisengerede verstummen zu lassen. Denn alles andere als ein Heimsieg, und es dürfte für Ernesto Valverde ungemütlich werden.

 

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