Barça und Betis unter Zugzwang – Fragezeichen im Angriff

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Nach jeweiligen Niederlagen am ersten Spieltag stehen sich am kommenden Sonntag der FC Barcelona und Real Betis im Camp Nou gegenüber. Die Saison könnte jünger kaum sein, dennoch steht Ernesto Valverde bereits unter Druck. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie Valverde sein Team in der Offensive aufstellen wird. Denkbar sind verschiedene 4-5-1-Variationen. Die Vorschau zu Barça-Betis.

Fehlstart. So leicht und doch so aussagekräftig lässt sich sowohl das vergangenen Wochenende von Real Betis als auch das des FC Barcelona beschreiben. Während Barça eine Last-Minute-Niederlage in Bilbao hinnehmen musste, verlor Betis zuhause mit 1:2 gegen das als Abstiegskandidaten gehandelte Real Valladolid.

Großer Druck nach nur einem Spieltag

Dabei waren weniger die Ergebnisse an sich als vielmehr die Art und Weise wie diese zustande gekommen sind erschreckend. Die Blaugrana zeigte sich ohne Lionel Messi in der Offensive mal wieder äußerst ideenlos (die frühe verletzungsbedingte Auswechslung von Luis Suárez verschlimmerte diesen Umstand dann nur noch). 

Ähnlich ging es den Béticos – für viele Experten ein klarer Anwärter auf einen Europapokal-Platz -, die aufgrund einer Notbremse von Keeper Joel schon früh nur noch zu zehnt agierten. Auch sie hatten im Laufe ihrer Partie Schwierigkeiten, Chancen herauszuspielen. Vor allem Neuzugang Nabil Fekir blieb dabei blass. Mittelstürmer Borja Iglesias, der erst vor kurzem von Espanyol verpflichtet wurde, musste dann zur Halbzeit das Spiel auch noch verletzt verlassen.

Nun kommt es am zweiten Spieltag also zum direkten Aufeinandertreffen (Sonntag, 21 Uhr, Camp Nou). Ein Punktgewinn ist dabei für beide Seiten Pflicht, will man einen Fehlstart und die damit einhergehende Unruhe im Klub vermeiden. Wobei für Barça ein Punkt naturgemäß natürlich zu wenig wäre.

Die Notwendigkeit personeller Veränderungen

Trainer Ernesto Valverde dürfte diese Unruhe bereits jetzt schon spüren. Die Kritik vonseiten der Fans und der Medien lies nach dem dürftigen Auftritt im San Mamés nicht lange auf sich warten. Es wird personelle Veränderungen in der Startelf geben müssen. Die Frage ist nur, inwieweit Valverde dabei aus dem Vollen schöpfen kann.

Ein Mittelfeld bestehend aus Carles Aleñá, Sergi Roberto und Frenkie de Jong dürfte der Barcelona-Coach so schnell nicht noch einmal aufstellen. zu schwach agierten die drei zusammen in Bilbao. Ob Sergio Busquets, Arthur oder der am Freitag nach seiner Einwechslung stark aufspielende Ivan Rakitic in die Anfangself rotieren werden, werden wir erst am Sonntag erfahren.

Eine Konsequenz daraus wäre hoffentlich, dass de Jong etwas offensiver agieren darf. Die Rolle des alleinigen Sechsers barg für den Anfang wohl noch zu viel Verantwortung für den 22-Jährigen. Seinen Drang, sich bei Ballbesitz ins Offensivspiel einzuschalten, musste der Niederländer zum Wohle der defensiven Absicherung dabei immer wieder unterdrücken. Dennoch wirkte er im Umschaltverhalten auf die Defensive stellenweise etwas auf verlorenem Posten beziehungsweise besetzte nicht immer die richtigen Räume.

Dabei dürfte uns am Wochenende gegen Betis ein ähnliches Spiel wie gegen Athletic erwarten. Im Gegensatz zur letzten Saison unter Quique Setien sind die Grün-Weissen nun nicht mehr ganz so sehr darauf aus, das Spiel selbst zu gestalten. Die defensive Absicherung fehlte den Verdiblancos in der abgelaufenen Spielzeit trotz eines dominanten Spielstils und kostete sie am Ende oftmals Punkte. Unter Neu-Coach Rubi, der von Espanyol zu Betis gewechselt ist, genießt diese defensive Absicherung nun eine höhere Priorität.

So wird Betis sich im Camp Nou aller Wahrscheinlichkeit nach vornehmlich aufs Kontern konzentrieren. Mit ihren schnellen Offensivakteuren, bestehend beispielsweise aus Ex-Barça-Flügelflitzer Cristian Tello, könnten sie damit durchaus Erfolg haben. Und mit gut getimten langen Bällen hinter die Abwehrkette hatten Piqué und Co. schon gegen Bilbao ihre Probleme. Ein Punkt, an dem Betis ansetzen könnte.

Offensive Alternativen? Mangelware!

Viel interessanter wird jedoch zu sehen sein, auf wen Valverde in der Offensive setzt, bzw. auf wen er setzen kann. Ousmane Dembélé fällt mit einer Muskelverletzung erst einmal die nächsten Wochen aus. Ebenso wird auch Luis Suárez nicht mit von der Partie sein. Derweil ist der Einsatz von Lionel Messi, der unter der Woche wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist, nach wie vor fraglich. So würde ganz vorne möglicherweise lediglich Antoine Griezmann übrig bleiben.

In seinem Pflichtspieldebüt für Barça wirkte der Franzose noch wie ein Fremdkörper. Nun könnte es so kommen, dass die gesamte Offensivverantwortung des Teams auf seinen Schultern lasten wird – immerhin ist dies eine Situation, die er aus seinen Tagen bei Atlético Madrid bestens kennt.

4-5-1 mit Griezmann und Junior Firpo?

Es wird sich zeigen, ob Valverde auf einen Doppelsturm bestehend aus Griezmann und Rafinha, der nach seiner Einwechslung der mit Abstand beste Barça-Akteur in Bilbao war und früher bei Barça B als Trequartista eingesetzt worden ist, oder auf eine 4-5-1-Variante setzen wird.

Lineup1

 

Zwei mögliche 4-5-1-Aufstellungsoptionen Ernesto Valverdes in Absenz von Messi, Suárez und Dembélé.

Unabhängig von der Formation wird Griezmann aller Voraussicht nach im Zentrum beginnen. Für die Besetzung der Flügel wird Valverde hingegen Kreativität aufbringen müssen, denkbar wäre bei dieser Variante Roberto auf dem rechten und Rafinha oder gar Junior Firpo auf dem linkel Flügel. Oder er lässt Alba und Semedo die Flügel alleine beackern, und setzt auf Rafinha und Aleñá als offensive Mittelfeldspieler auf den Halbpositionen hinter Griezmann.

Zweifelsohne ist dies nicht die beste Ausgangssituation vor solch einem wichtigen Spiel. So zeigt sie aber zeitgleich die dünne Personaldecke in der Offensive – und dies immerhin zu einem Zeitpunkt, an dem der Transfermarkt noch geöffnet ist. Handlungsspielraum besteht also noch, doch erst einmal ist Handlungsbedarf auf dem Feld gefragt. Los geht es am Sonntag mit einem ersten kleinen Endspiel.

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