Clásico-Noten | Aktivposten Alba, Piqués Pannen, Dest spielt sich fest

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Bei Barcelonas Clásico-Pleite gegen Real Madrid fielen besonders die Innenverteidiger Gerard Piqué und Clement Lenglet ab, wohingegen die Außenverteidiger Jordi Alba und Sergiño Dest gute Leistungen zeigten. Die Spielerkritik und Noten.

Neto

Neto war beim 0:1 machtlos, sah dann in der 23. Minute bei einer Ecke alles andere als gut aus und hatte hier Glück, dass Real kein Kapital daraus schlagen konnte, als er im Niemandsland herumstolperte. War dann lange wenig beschäftigt, parierte am Ende der Partie zweimal gegen Kroos, den ersten Schuss ließ er nach vorne klatschen, die zweite Parade war dann stark. Kurz darauf mit einer sensationellen Fußabwehr gegen den Volley von Ramos. Doch das 1:3 geht dann auf die Kappe des Brasilianers, hier muss er die Kugel einfach festhalten. Barçawelt-Punkte: 5

Sergiño Dest

Der Lichtblick bei der Clásico-Pleite. Dest durfte erstmals von Beginn an auf rechts ran und zeigte direkt, warum ihn Barça von Ajax Amsterdam verpflichtet hat. Sein Speed und seine Beweglichkeit taten der Hintermannschaft enorm gut, was besonders bei Reals Kontern in der Schlussphase deutlich wurde. Zudem ist der Holland-Amerikaner sehr trickreich, seine technischen Fähigkeiten werden der Blaugrana in der Zukunft noch oft zugute kommen. Hob einmal in Hälfte eins unnötig das Abseits auf, jedoch folgenlos. Ansonsten zeigte der Neuzugang eine sehr vielversprechende Leistung. Barçawelt-Punkte: 7

Gerard Piqué

Der Abwehrchef sah beim frühen Rückstand nicht gut aus, die Abstimmung zwischen Piqué, Busquets und Lenglet stimmte bei Valverdes Tor zum 0:1 überhaupt nicht, als der Uruguayer völlig ungestört durchlaufen und einschießen konnte. Hier war der komplette Defensiverbund der Katalanen indisponiert. Beim 1:3 grätschte Piqué ins Leere, ließ Gegenspieler Vinicius Jr. so in den Strafraum entwischen und setzte auch anschließend bei Modric nicht nach. Unter der Woche haute Piqué in einem Interview forsche Aussagen heraus, auf dem Platz ließ er aber keine Taten für sich sprechen. Barçawelt-Punkte: 3

Clément Lenglet

Lenglet hatte seine auffälligste Szene beim Elfmeter – der letztlich die Vorentscheidung im Clásico bedeutete. Genauso wie Gerard Piqué am Dienstag gegen Ferencvaros zupfte der Franzose Gegenspieler Ramos viel zu deutlich und völlig unnötig im Strafraum am Trikot – auch wenn es nicht viel war und recht handelsüblich bei Standardsituationen ist, der Trikottest war schlicht unklug und zu auffällig. In Zeiten des VAR wird so ein Vergehen oftmals mit Elfmeter bestraft, das sollten Lenglet und Piqué in den letzten beiden Spielen nun gelernt haben. Barçawelt-Punkte: 4

Jordi Alba

Jordi Alba bekam am Freitag das medizinische Grüne Licht und stand schon am Samstag direkt in der Startelf – welch wichtige Impulse er auf links Barça gibt, stellte er beim 1:1 direkt unter Beweis. Mit einem bärenstarken Lauf samt anschließender Ablage in die Mitte bereitete der Linksverteidiger den Ausgleich vor. In der 24. Minute ließ er Benzema jedoch entwischen und hatte Glück, dass Neto in der Aktion auf dem Posten war und den erneuten Rückstand verhinderte. Ein steter Aktivposten, seine Tiefensprints tun der Blaugrana gut – er spielte so, als wäre er nie weg gewesen. Barçawelt-Punkte: 6

Sergio Busquets

Sergio Busquets sah bei zwei Tiefenläufen der Madrilenen nicht gut aus: Beim 0:1 ließ er Mittelfeld-Gegenspieler Valverde in die Spitze ziehen, in der 24. Minute verfolgte er Toni Kroos nicht – in beiden Aktionen war Busquets gedanklich nicht auf der Höhe. Gab der Blaugrana an diesem Abend weder mit noch gegen den Ball die nötige und gewohnte Stabilität, auch wenn seine Passquote erneut über den magischen 90 Prozent lag. Barçawelt-Punkte: 3

Frenkie de Jong

War diesmal weniger auffällig als zuletzt – womöglich lag das auch daran, dass Frenkie de Jong das dritte Spiel binnen einer Woche absolvieren musste und ihm so die letzte Spritzigkeit fehlte. Der niederländische Nationalspieler war wie immer sehr engagiert, aber der letzte Biss oder die entscheidenden Ideen fehlten auch ihm in diesem Clásico. Konnte keine Glanzpunkte setzen, agierte aber immerhin fehlerfrei. Barçawelt-Punkte: 6

Pedri

Pedri startete gegen Real Madrid überraschenderweise anstelle von Antoine Griezmann, hatte in den Anfangsminuten aber so seine Probleme, die Bindung zum Spiel zu finden. Dies lag jedoch auch daran, dass der FC Barcelona vermehrt seine Angriffe über die linke Seite ausspielte. Nichtsdestotrotz blieb der 17-Jährige stets konzentriert und zog über seine Außenbahn ein sicheres Passspiel auf. Zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigte er sich ballsicher, tauchte aber mit dem fortschreitenden Verlauf des Spiels immer mehr unter. Hatte diesmal keine gefährlichen Offensivaktionen. Barçawelt-Punkte: 6

Philippe Coutinho

Coutinho durfte diesmal auf links ran und war darum bemüht, durch klare kurze Pässe – speziell auf Messi – seinen Spielrhythmus herzustellen. Machte dann schnell Nacho Fernández als Schwachstelle Madrids aus, weswegen er häufiger die direkten Duelle mit dem Außenverteidiger suchte. Der Brasilianer provozierte somit eine Gelbe Karte und zwang Zinedine Zidane, schnellstmöglich darauf zu reagieren. Nacho wurde kurz vor der Halbzeit ausgewechselt. Coutinhos auffälligster Moment nach der Pause war seine große Gelegenheit, die Katalanen in der 54. Minute per Kopf in Führung zu bringen, doch er setzte Ansu Fatis Flanke nur ans Außennetz. Nachdem Ousmane Dembélé in der 81. Minute das Spielfeld betrat, agierte Coutinho unauffällig als Achter. Barçawelt-Punkte: 6

Ansu Fati

Ansu Fati spielte diesmal hauptsächlich in vorderster Front – und erzielte in der 8. Minute in echter Mittelstürmermanier und -position das 1:1. Auch sonst konnte Fati in der ersten Hälfte Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen; schließlich leitete er Umschaltmomente ein und lief die Gäste dauernd relativ hoch an, was zu Balleroberungen führte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte er einen Flachschuss knapp am Tor vorbei, ehe er eine herausragende Flanke auf Coutinho zirkelte, die dieser aber vergab. Im Anschluss rieb sich der Youngster häufig in Zweikämpfen auf und wurde in der 81. Minute von Antoine Griezmann ersetzt. Barçawelt-Punkte: 7, MOTM

Lionel Messi

Messi begann auf der Zehn und war schon früh darauf bedacht, das Spielgeschehen aktiv zu gestalten. La Pulga zog ein ums andere Mal mehrere Gegenspieler auf sich, um seine Teamkollegen dann mit Steckpässen zu bedienen. Gerade in Halbzeit eins diente der Argentinier als Anspielstation auf dem ganzen Feld, arbeitete überraschend viel nach hinten mit und führte verbissen seine Zweikämpfe. Vor dem zwischenzeitlichen Ausgleichtreffer ließ er sich tief ins Mittelfeld fallen, um Alba mustergültig zu schicken. Nach dem 1:2-Rückstand verblassten seine Aktionen jedoch und es schien so, als ob Messi mehr mit sich selber als mit dem Spiel beschäftigt war. Symbolisch dafür steht seine Gelbe Karte in der Nachspielzeit nach einem kleinen Disput mit dem Schiedsrichter. Barçawelt-Punkte: 5

Antoine Griezmann

Der Franzose stand für viele Culés überraschenderweise nicht in der Startelf und wurde auch erst in der 81. Minute von Koeman aufs Feld gebracht. In den neun Minuten, welche der Franzose auf dem Platz verbrachte, kam er lediglich auf einen Ballkontakt. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

Ousmane Dembélé

Dembélé kam ebenfalls erst in Minute 81. aufs Feld und blieb ohne auffällige Aktion. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

Francisco Trincão

Trincão wurde in der 81. Minute für Sergio Busquets gebracht, fand sich dann wenig überraschend auf dem rechten Flügel wieder. Auch sein Spiel war in der kurzen Zeit unauffällig. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

Martin Braithwaite

Der Däne kam in der 87. Spielminute für Jordi Alba in die Partie und sollte im Angriff als Zielspieler fungieren. Braithwaite konnte von seinen Teamkollegen jedoch nicht in Szene gesetzt werden. Stattdessen suchte er in den Schlussminuten Zweikämpfe mit den Madrilenen und kämpfte um jeden Ball, der sich in seiner Nähe befand. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

Trainer Ronald Koeman

Koeman überraschte mit seiner Startformation für den Clásico. Mit Pedri auf rechts, Philippe Coutinho auf links und Ansu Fati in der Spitze als falsche Neun kam erneut Rotation ins Offensivspiel der Blaugrana. Zudem feierte Jordi Alba nach der kurzen Verletzungspause sein Comeback und verwies Sergi Roberto auf die Bank, da Sergiño Dest als Rechtsverteidiger startete. Die beiden Außenverteidiger wussten dabei mit solidem Abwehrverhalten und erfrischendem Flügelspiel zu überzeugen. Anders sah es im Offensivspiel Barças aus. An das Niveau des Angriffsspiels aus der ersten Halbzeit konnte die Truppe Koemans in Durchgang zwei nicht mehr anknüpfen, nach dem 1:2 gaben die Gastgeber keinen einzigen Torschuss ab. Fast schon panisch entschied sich Koeman zehn Minuten vor dem Schluss dazu, jegliche Offensivkräfte von Barcelonas Bank aus zu bringen. Doch auch diese Wechsel konnten nicht für den gewünschten Ausgleich sorgen und dürften angesichts der bis dahin schon fortgeschrittenen Spielzeit zu spät gekommen sein. Hier muss er sich die Fragen gefallen lassen, wieso er beispielsweise Dembélé erst so spät in die Partie brachte. Barçawelt-Punkte: 5

Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

 

Benjamin König
Fútbol, Calcio, Fotball - in Spanien, Italien, Skandinavien. Redakteur bei Barçawelt, Podcaster bei Polarlichtspiel - dem skandinavischen Fußballpodcast
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