Noten zum 3:3 bei Celta | Unsicherheitsfaktoren ter Stegen und Lenglet

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Der FC Barcelona spielte eine gute und eine fürchterliche Halbzeit gegen Celta Vigo – folgerichtig endete das Spiel 3:3. Besonders Clement Lenglet und Marc-André ter Stegen waren in der fahrigen zweiten Hälfte Unsicherheitsfaktoren. Die Spielerkritik und Noten.

 Marc-André ter Stegen

Marc-André ter Stegen war bei der Aufholjagd Celtas beteiligt – denn sein kapitaler Fehler vor dem 1:3 initiierte diese und hauchte Celta erst Recht Leben und Selbstvertrauen ein. Ein unerklärlicher Fehler des Deutschen, der zwar anschließend bei den anderen beiden Toren machtlos war, aber eben letztlich entscheidenden Anteil am bitteren Remis hatte. Barçawelt-Punkte: 2

 Oscar Mingueza

Oscar Mingueza hatte im ersten Durchgang eher einen entspannten Samstagnachmittag in Galicien – bei Barça lief alles, die Tore kamen über die linke Seite, er musste nur gut stehen. Nach der Pause änderte sich das schlagartig – denn die meisten gefährlichen Angriffe kamen über Minguezas rechte Seite. Letztlich fielen alle drei Tore über diese, auch wenn Mingueza schwerlich ein Vorwurf gemacht werden kann, einen wirklich eklatanten Fehler leistete sich der gelernte Innenverteidiger nicht. Aber wenn alle Tore des Gegners über deine Seite kommen, ist das schon auch ziemlich aussagekräftig. Barçawelt-Punkte: 4

 Eric Garcia

Mit Eric Garcia in der Innenverteidigung führte Barça zur Pause 3:0, ohne ihn verlor Barça 0:3 – denn Garcia blieb zur Pause in der Kabine. Ganz so einfach sollte man sich die Rechnung natürlich nicht machen, aber vielleicht hätte ein unversehrter Garcia dabei geholfen, den Sieg über die Zeit zu retten. Zur Wahrheit gehört natürlich, dass Barças Hintermannschaft um den Ex-ManCity-Akteur vor dem Seitenwechsel schlicht wenig gefordert wurde. Fehler leistete sich der 20-Jährige jedenfalls in den 45 Minuten Einsatzzeit keine, was von seinem Partner Lenglet nicht behauptet werden kann. Barçawelt-Punkte: 6

 Clément Lenglet

Lenglet ersetzte Gerard Piqué wieder als vermeintlicher Abwehrchef – schon nach zwei Minuten machte der Franzose aber überhaupt keine gute Figur: Ließ Aspas laufen und hob bloß den Arm, um Abseits zu signalisieren – Abseits war es aber keines. Zum Glück für Lenglet und Barça schoss Aspas frei vor ter Stegen daneben (2.). Wesentlich wacher präsentierte sich Lenglet unmittelbar nach dem Wiederanpfiff, als er sich stark in einen Schuss warf und so den möglichen frühen Anschlusstreffer verhinderte. In der 72. war es wieder der Schlendrian-Lenglet, der auftrat, als er gegen Aspas die Kugel vertändelte – auch hier rächte sich die Unzulänglichkeit aber nicht. Vor dem 2:3 ging seine Zögerlichkeit aber nach hinten los. Eigentlich stand er erst bei Nolito, war sich dann mit Alba uneins, wer Nolito deckt – dieser bedankte sich per freiem Kopfballtreffer. Lenglet bekommt einfach keine Konstanz in seine Leistungen – und war so in Durchgang zwei ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Barçawelt-Punkte: 3

 Jordi Alba

Für seinen Gang nach vorne ist Jordi Alba sowieso bekannt, so wie bei Celta (jedenfalls in Hälfte eins) zeigte er das zuletzt aber eher selten. Schickte Ansu Fati mit einem Tiefenpass beim 1:0 auf die Reise – der erste Assist Albas, auch wenn Ansu letztlich bei dem Treffer der Löwenanteil gehört. Wesentlich mehr Anteil hatte Alba bei seinem zweiten Assist, als er mustergültig auf den Schädel von Memphis Depay flankte. All der Offensivgeist war aber nach der Pause verflogen, dann hatte der Nationalspieler fast nur in der Defensive zu tun, und hierbei auch seine Probleme, wie das 2:3 verdeutlicht. 19 Ballverluste als Defensivspieler sind auch eine Ansage, allerdings keine gute. Barçawelt-Punkte: 6

 Sergio Busquets

Sergio Busquets als Torschütze – allzu häufig kommt das nicht vor, bei Celta ließ der Mittelfeldanker die Zuschauer staunen, denn für einen präzisen Schuss aus der Distanz, der im Netz zappelt, ist der Sechser eher nicht bekannt. Man könnte sagen: Busquets hat die Kugel einfach nur genau in die Maschen gepasst. Leider baute auch er wie der Rest des Teams nach der Halbzeit komplett ab – stellvertretend dafür war die Szene, als er vor dem 2:3 den Ball am Strafraum vertändelte, weil er nicht entschlossen genug agierte. Auch der Kapitän konnte das wankende Schiff nach der Pause nicht stabilisieren und ging letztlich so mit unter. Barçawelt-Punkte: 5

 Frenkie de Jong

Frenkie de Jong reihte sich halblinks ein – mit wie gewohnt einigen Freiheiten im Spiel. Um ein Haar wäre dem Niederländer vor der Pause ein Assist geglückt, doch Fati schoss im Rutschen vorbei. Auch an einem eigenen Tor schlitterte de Jong nur knapp vorbei, nach energischem Run ging sein strammer Linksschuss nur an die Oberkante der Latte – es wäre das 4:2 und die Entscheidung gewesen. In einem ansonsten überforderten Mittelfeld nach der Pause noch der entschlossenste der Blaugrana, seine Stats (12 von 17 gewonnene Bodenzweikämpfe, 92 Prozent Passquote) verdeutlichen das auch. Barçawelt-Punkte: 7

 Nico Gonzalez

Nach erfrischenden Leistungen in den letzten Wochen ist Nico weiterhin gesetzt – und allmählich kaum mehr wegzudenken aus Barças Elf. Der 19-Jährige zeigte erneut eine forsche Leistung, war überall im Mittelfeld zu finden: Gewann Zweikämpfe, initiierte Angriffe, war ball- und passsicher und durchsetzungsfähig – so wie beim 2:0, als er sich auf links durchtankte und in den Rückraum auf Busquets ablegte. Leider verließen den Youngster nach einer Stunde die Kräfte, der Körper streikte – nach seiner Auswechslung ging es mit Barça dann bergab. Barçawelt-Punkte: 7

 Gavi

Gavi begann wie in Kiew in Ermangelung eines Flügelspielers auf der rechten Außenbahn, wobei er seine Rolle eher als rechter Mittelfeldspieler interpretierte. Arbeitete und rackerte somit gut gegen den Ball und nach hinten mit, doch bei Ballbesitz sah man vom 17-Jährigen wie schon in Kiew nur sehr wenig. Nahm selten am Spiel teil, die ungewohnte Rolle auf rechts führte dazu, dass er oftmals isoliert war. 25 mickrige Ballaktionen verdeutlichen dies, 71 Prozent Passquote ist für einen Barça-Akteur sogar äußerst schwach. War erneut kein Faktor. Barçawelt-Punkte: 4

 Ansu Fati

Ansu Fati trat nach fünf Minuten das erste Mal in Erscheinung – mit seinem ersten Schuss aufs Tor zappelte die Kugel (wenn auch leicht abgefälscht) direkt im Netz. Ansu war aktiv, gut im Spiel, strotze vor Selbstvertrauen – bis der Muskel zu machte und er nach 45 Minuten verletzt vom Feld musste. Ansu Fati wird Barça in den nächsten Wochen fehlen, ein bitterer Ausfall für die Blaugrana. Barçawelt-Punkte: 7

 Memphis Depay

Memphis Depay war nicht wirklich groß involviert in Barças Spiel – seine beste Szene war das Kopfballtor zum 3:0, bei dem sich der Neuzugang endlich wieder eiskalt und abschlussstark vor dem Tor präsentierte. Ansonsten eher wenig eingebunden, vor allem in Durchgang zwei nahm er kaum noch am Spiel teil, was aber natürlich auch an Barças großen Probleme im Mittelfeld und mit Celtas Pressing zu tun hatte. Barçawelt-Punkte: 6

 Alejandro Balde (ab 46.)

Balde kam nach dem Seitenwechsel für den verletzten Ansu Fati ins Spiel und ging auf den offensiven linken Flügel. Rannte auf diesem zwar auf und ab, aber die meiste Zeit nur hinterher. Ballverluste, verlorene Zweikämpfe – in offensiverer Rolle auf links fühlte sich der 18-Jährige nicht wohl. Konnte Barça keinerlei Entlastung geben, im Gegenteil. Barçawelt-Punkte: 3

 Ronald Araujo (ab 46.)

Auch Ronald Araujo kam nach der Pause, er ersetzte den leicht lädierten Eric Garcia. Mühte sich nach Kräften, Barcelonas schwimmende Defensive zusammenzuhalten, wie der (gescheiterte) Rettungsversuch auf der Torlinie vor dem 1:3 nach ter-Stegen-Patzer zeigt. Hatte wahrlich alle Hände voll zu tun, Schuld an den Gegentreffern kann man dem Uruguayer keine geben. Barçawelt-Punkte: 6

 Riqui Puig (ab 59.)

Riqui Puig ersetzte Nico Gonzalez in der letzten halben Stunde. Wie gewohnt rannte Puig viel umher, oftmals aber auch kopflos. Ballkontrolle und so die dringend benötigten Verschnaufpausen in Ballbesitz konnte er der schwimmenden Blaugrana im Mittelfeld keine geben. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Abde (ab 79.)

Abdessamad „Abde“ Ezzalzouli kam als rechter Flügelspieler für die letzten zehn Minuten aufs Feld, um Barça Schnelligkeit und Kontergefahr zu verleihen. Trat ab und zu in Erscheinung – vor allem durch eine Schwalbe im Strafraum, die ihm Gelb einbrockte. Barçawelt-Punkte: keine Bewertung

 Trainer Sergi Barjuan

Trainer Sergi Barjuan vertraute der gleichen Elf wie gegen Dynamo Kiew – das sollte sich auszahlen. Abgesehen von dem frühen Schockmoment bei der Aspas Chance (2.) hatte Barça in Durchgang eins alles im Griff, wirkte besonders nach dem frühen Führungstor durch Ansu wieder selbstbewusst, in der Folge ballsicher und spielfreudig. Barça in Cruise Control – bis die Verletzungen zuschlugen und wichtige Stützen wegbrachen. Barças junge und völlig durchgewürfelte halbe Jugendtruppe ging dann nach der Pause unter – Sergi Barjuan ist hierbei noch der geringste Vorwurf zu machen. Denn die Gründe sind eher bei den Veteranen ter Stegen, Lenglet und Busquets zu suchen – dass diese patzen, dafür kann Barjuan am wenigsten. Barçawelt-Punkte: 7

 Erklärung zur Punktevergabe

10 Punkte: Weltklasse
9 Punkte: sehr gute Leistung
8 Punkte: gute Leistung
7 Punkte: ansprechende Leistung
6 Punkte: durchschnittliche Leistung
5 Punkte:
unterdurchschnittliche Leistung
4 Punkte: unbefriedigende Leistung
3 Punkte: schwache Leistung
2 Punkte:
ungenügende Leistung
1 Punkt: Totalausfall

Barça verspielt Sieg bei Celta: Wer war da noch euer Man of the Match?

Alex Truica
Freier Sportjournalist, Podcaster und Chefredakteur Barçawelt

4 Kommentare

  1. Ich finde die Bewertungen gut getroffen!

    ter Stegen bereitet mir seit Monaten große Sorgen, habe es bereits vor Wochen erwähnt, dass er irgendwie nicht mehr diese „unhaltbaren“ Bälle hält. Zudem auch im Spielaufbau immer wieder mit Fehlpässen und äußerst riskanten Zuspielen!
    Hoffentlich fängt er sich unter Xavi schnell wieder!

    Nico war gestern wieder ein Monster! Ich liebe wieder er sich immer Richtung Tor aufdreht und das vertikale Spiel sucht!
    Tolle Performance, getrübt durch die Verletzung!

    Möchte auch noch einen Satz zu Puig verlieren, man weiß, dass ich nicht allzuviel von ihm halte und gestern wurde ich in meiner Meinung bestätigt!
    Dieser Auftritt war Wasser auf den Mühlen aller Puig-Skeptiker! Auch in den sozialen Medien wurde der Mann scharf kritisiert.
    Ich glaube, dass er auch unter Xavi keine signifikante Rolle spielen wird und das völlig zurecht!
    De Jong, Pedri, Gavi und zuletzt Nico sind alle vor Puig anzusiedeln, zudem liest man mehr und mehr von einer Xavi-Wunschliste, auf der der ablösefreie Kessie ganz oben zu stehen scheint!

  2. Lenglet hat wieder einmal bewiesen, dass er untauglich ist für Barca. Mehrere dicke Schnitzer und völlig von der Rolle. Der hat ein vernünftiges Spiel gemacht und Barca Fans sind der Meinung, Lenglet wäre ja doch ein toller Verteidiger. Ich verstehe Barca Fans einfach null.

    Garcia hat zuletzt gut gespielt aber auch nur weil er defensiv nicht wirklich gefordert worden ist. Der hat in seiner bisherigen Saison genau so viele dicke Schnitzer drin gehabt wie Lenglet in einer Saison macht.

    Beide glänzen, wenn sich der Gegner einigelt und sie dann Konter mit einem Mann spielen. Die sind beide extrem stark im Spielaufbau aber das war es dann schon.

    Mingueza tut mir leid ist aber im Moment einfach nur ein kopfloses Hühnchen. Der läuft so planlos durch die Gegend.

    Alba ist noch am stabilsten und das soll schon was heißen.

    Im Mittelfeld glänzt nur Nico.

    Frenkie hab ich zuletzt öfters gesagt, ist mir zu ungestüm im Moment und er hat nur den Blick nach links.

    Gavi baut leider von spiel zu spiel ab und man muss ihn ein weniger kürzer treten lassen, damit er nicht wie Pedri verbrannt wird. Er spielte zuletzt aber auch eine Position, die ihn nicht unbedingt liegt.

    Memphis macht immerhin seine Tore aber aus dem Spiel heraus kommt so gut wie nix. Wenn dann Ballverluste und das ganz extrem zuletzt. Der kann sicherlich mehr als nur den Ball reinschieben aber das muss er zeigen.

  3. Salud, bei Barcawelt brauchts halt immer den Sündenbock bzw die Böcke. Meistens sinds die Gleichen. Diesmal hats halt Mats erwischt. Lenglet und Busquets sind das schon gewohnt. Wenn man sich die Sache etwas reflektierter anschaut könnte man doch sagen, dass sich durch die Verletzungen von Ansu und dem starken Eric Garcia das Gleichgewicht völlig verändert hat und Vigo zu Überzahlsituationen kam, die vorher nicht da waren. Als sich dann der bis dahin starke Nico Gonzalez verletzte und auch Gabi runter ging ist es dann völlig gekippt. Vorne und im Mittelfeld konnte kein Ball mehr gesichert werden und in der Abwehr entstehen dann halt Lücken, die nicht mehr zu kitten sind. Das führt dann eben auch zu individuellen Fehlern. Man muss schon auch sehen, dass Alex Balde längst noch nicht so weit ist und Riqui vermutlich nie dann hin kommen wird. Enttäuschend für mich zum wiederholten Mal Memphis. Schön, dass wir ein paar Talente aus La Masia haben. Die sind aber noch meilenweit davon weg den Laden zu halten. Ich traue Xavi viel zu kann aber im Moment nicht sehen, dass wir Platz 4 ohne Verstärkungen schaffen werden.

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