PK | Koeman kritisiert beleidigende Barça-Fans: „Ist ein soziales Problem“

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Ronald Koeman kritisiert diejenigen Fans des FC Barcelona, die ihn nach dem Clásico bedrängten, spricht dabei aber von einem generellen sozialen Problem. Wie man im Falle des Scheiterns einer Vertragsverlängerung mit Ousmane Dembélé umgeht, sei nach Aussage des Trainers noch offen. Memphis Depay nimmt er in die Pflicht.

Nach dem am Sonntag mit 1:2 verlorenen Clásico gegen Real Madrid bietet sich dem FC Barcelona zügig die Gelegenheit, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Bereits am Mittwoch gastieren die Katalanen bei Rayo Vallecano (19 Uhr, live im Ticker bei Barçawelt). Die Pressekonferenz mit Trainer Ronald Koeman im Vorfeld des 11. Spieltags.

Ronald Koeman…

…über das Duell mit Rayo Vallecano: „Es ist ein Aufsteiger, der eine bislang großartige Saison spielt. Es ist eine aggressive Mannschaft. Letzte Saison haben wir in der Copa gegen sie gespielt, da war es schwer. Wir erwarten ein schweres Spiel. Aber wenn wir so weitermachen wie die letzten drei Heimspiele, wo wir es gut gemacht haben, haben wir Chancen auf den Sieg. Bei Barça herrscht immer die Notwendigkeit zu Siegen, nach verlorenen Spielen umso mehr. Wir wissen genau, was wir zu tun haben. Wir müssen gut spielen, Chancen kreieren und effektiv sein.“

…über die Beleidigungen von Fans ihm gegenüber nach dem Clásico: „Ich glaube nicht, dass es dafür eine Lösung gibt. Für mich ist es mehr ein soziales Problem – ob es nun Culés sind oder nicht. Für mich haben sie Verhaltensprobleme. Sie wissen nicht, was Normen und Regeln sind. Im Stadion war die Atmosphäre bis zum 0:2 das komplette Gegenteil. Man sollte sich nicht auf diese Leute fokussieren. Es scheint, dass es nur gegenüber mir so war. Aber man muss wissen, dass viele Spieler das genauso erlebten – in Begleitung ihrer Familien. Kann sein, dass es bei mir so war, weil ich der Schuldige bin und dass es dann übertrieben wurde. Aber es ist allen passiert, selbst Carles Puyol. Es darf sich nicht wiederholen. Mehr Aufmerksamkeit darf man dem aber nicht schenken. Es ist ein soziales Problem, das es überall gibt, nicht nur hier. Angst hatte ich in dem Moment nicht. Es gab einen Moment, in dem ich sagte: ‚Ich gehe raus.‘ (lacht) Dann sagte ich mir aber: ‚Lieber nicht.'“

Koeman nach Clásico von Fans bedrängt und beleidigt – Barça verurteilt Vorfall

…über den scheinbaren Rückfall beim verletzten Pedri: „Wir sind bei allen Verletzungen besorgt. Es stimmt, dass es bei Pedri so sein könnte, dass er länger ausfällt. Wir setzen uns bei Dembélé, Araújo oder Pedri kein Datum, was ihre Rückkehr angeht. Es kann immer etwas passieren, sodass es länger dauert.“

„Gestern war in der Presse zu lesen, dass wir eine Sitzung [mit den Ärzten Barcelonas] abgehalten haben, ich war sehr verärgert über diese Angelegenheit. Denn wir analysieren jede Situation und jede Verletzung eines jeden Spielers und entscheiden, was die beste Art und Weise ist, wie der Spieler sich davon erholen kann. Wir sprechen jeden Tag [mit den Ärzten] darüber.“

…über das grüne Licht, das bei Pedri vor dem Benfica-Spiel gegeben worden war, in dem er sich dann wieder verletzte: „Ich spreche mit dem Spieler, den Physios, den Ärzten. Ein Trainer kann meiner Meinung nach nie entscheiden, ob jemand bereit ist, um zum Einsatz zu kommen, wenn der Arzt meint, dass er das nicht ist. Ich höre immer auf den Arzt, weil er mehr weiß als ich. Wir hatten eine Entscheidung getroffen, als wir darüber sprachen. Bei einem Finale kannst du immer ein Risiko eingehen. Es hängt auch von der Art der Verletzung und dem Alter des Spielers ab. Am Ende hat der Arzt aber das Sagen.“

…über Ousmane Dembélé, dessen nach wie vor offene Vertragsverlängerung und eine daher vielleicht mögliche Tribünen-Degradierung: „Am Wichtigsten ist, dass wir wollen, dass Ousmane bei uns bleibt. Er ist ein wichtiger Spieler, hat offensiv auf den Außen andere Qualitäten. Unser primäres Ziel ist, den Vertrag zu verlängern. Wenn er nicht verlängern will, müssen wir mit dem Klub sprechen, wie man das dann am besten angeht. Wir glauben noch daran, dass wir verlängern können. Wir haben noch nicht darüber gesprochen, was unsere Strategie ist, wenn er nicht verlängert.“

…über den Druck und die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, bei Barça weiterzumachen: „Es stimmt, mir gefällt die Situation nicht. Lieber als das ist es mir, wenn Applaus fällt. Doch man darf sich nicht auf ein Ergebnis berufen. Wir verbessern uns. Ich verstehe es, denn es ist sehr enttäuschend, gegen Madrid zu verlieren. Doch es gab genug Dinge, um zufrieden mit dem Weg zu sein, den wir gehen. Ich will es genießen und bin an einem Ort, an dem ich sein muss. Ich weiß, dass viel von den Ergebnissen abhängt, das akzeptiere ich. Wenn es noch acht weitere Jahre sind, genieße ich acht weitere Jahre. Wenn es ein Jahr ist, wenn es drei Monate sind, dann gibt es kein Problem. Wenn ich es eines Tages nicht mehr genieße, gehe ich und widme mich fünf Tage in der Woche dem Golfen. Ich verstehe, dass es eine empfindliche Situation ist, aber in diesem Klub steckt Zukunft.“

Dünnes Mittelfeld, Ansu Fati fraglich: Das ist Barças Kader gegen Rayo Vallecano

…über Sergio Agüero: „Er ist seit zweieinhalb Wochen im Training und hat sich körperlich sehr gesteigert. Wir haben ihm in den Spielen Minuten gegeben. Noch ist er nicht bereit für 90 Minuten, aber er ist in der Verfassung, um von Anfang an zu spielen oder in der zweiten Halbzeit eingewechselt zu werden.“

…über die Trainer als Sündenböcke und ein kurzes Gespräch mit Carlo Ancelotti darüber: „Es hängt davon ab, ob du gewinnst oder verlierst. Gerade bei den großen Klubs ist der Druck noch größer. Ancelotti ist ein sehr erfahrener Trainer, war bei vielen großen Vereinen und kennt das daher perfekt. Es stimmt, dass wir darüber gesprochen haben.“

…über Yusuf Demir und Riqui Puig: „Demir ist ein junger Spieler, der seine Minuten hatte. Es ist nicht einfach, sich auf einem Level von einer Mannschaft wie Barcelona zu befinden. Er steigert sich und muss auf seine Chancen warten. Für Riqui Puig ist die Konkurrenz im Mittelfeld sehr groß und wir wählen das Beste für die Mannschaft.“

…über Ansu Fati: „Ansu hatte einige Beschwerden, nicht aber wegen der Verletzung, die er hatte. Er ist noch fraglich. Wir haben ihn mit in den Kader aufgenommen, am morgigen Morgen werden wir entscheiden, ob er mitreisen kann.“

…über Memphis Depay: „Ich kenne Memphis gut. In den letzten Spielen konnte er kein entscheidender Spieler sein, anders als zuvor. Er weiß das aber und ist selbstkritisch. Er weiß genau, dass er sich steigern muss.“

Filip Knopp
Redakteur und Sportjournalist mit großem Fokus auf Spaniens La Liga.

3 Kommentare

  1. Ich würde so aufstellen:

    Depay,,,Aguero
    Coutinho
    Gavi,,,,,,,,Nico
    Busquets
    Alba Dest
    Garcia Pique
    ter Stegen

    Das wäre eine 4-1-3-2 Formation. Gavi und Puig wären natürlich ein spannendes Duo, aber Rayo ist gut in Form und mit den beiden fehlt mir einfach die Physis im Mittelfeld. Mit Nico sehe das schon besser aus. Oder Koeman lässt Gavi auf der Bank und stellt Puig und Nico auf. Wäre auch in Ordnung. Aber leider wird es wohl Roberto neben Gavi….
    Coutinho ganz klar mal starten lassen. Zeigt in seinen bisherigen Auftritten, dass er immer besser in Fahrt kommt. Soll Depay und Aguero vorne bedienen. Fati kommt dann in Halbzeit zwei für Aguero rein.
    Hinten würde ich das eingespieltes Duo Garcia und Pique lassen. Umtiti kann man immer noch im Camp Nou seine Chance geben.

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