Real Betis Sevilla gegen FC Barcelona: Mannschaftsanalyse

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Bildquelle: fcbarcelona.com

Durch einen hart erkämpften 2-1 Sieg konnte der FC Barcelona seinen Vorsprung auf die beiden Verfolger aus Madrid halten. Zudem gelang es Lionel Messi den Uraltrekord von Gerd Müller zu brechen und einen neuen Weltrekord aufzustellen. 86 Tore für Verein und Nationalmannschaft in einem Jahr, das gab es noch nie!

 Folgenden elf Spielern schenkte Trainer Tito Vilanova sein Vertrauen:

Nach neun Minuten musste Vilanova den verletzten Cesc Fàbregas auswechseln, was auch zu einer taktischen Umstellung führte. Iniesta rückte zurück ins Mittelfeld und Alexis Sànchez, der für Fàbregas kam, wich auf den linken Flügel aus.

Defensivleistung

Die Gastgeber spielten ein hohes Pressing, was Vilanova so auch erwartet hatte. Man versuchte Barcelona von Beginn an zu stören, angefangen bei den Abwehrspielern. Barςa ist so eine Spielweise jedoch gewohnt und verfügt gerade mit Piqué oder Busquets über Spieler, die sich aus solchen Situationen spielerisch befreien können. Dies zeigten sie auch über weite Strecken im Spiel gegen Real Betis Sevilla. Dasselbe gilt auch für die restlichen Defensivspieler der Katalanen, Victor Valdés eingeschlossen.

Gleich zu Spielbeginn kam Betis zu der ersten Torchance: Drei Spieler von Barcelona umzingelten den Betis-Angreifer an der Strafraumkante, ließen ihm aber zu viel Platz, wodurch er eine Flanke in den Strafraum bringen konnte. In der Mitte stahl sich Sevilla durch die Lücke zwischen Adriano und Piqué und köpfte den Ball, letztlich ungefährlich, auf das Tor. Danach kam Barcelona insgesamt besser ins Spiel, wodurch die Offensive von Betis fast komplett abgemeldet war. Barςa störte früh und konnte sich den Ball so auch schnell wieder zurückerobern, wenn man ihn verlor. Umso überraschender war es dann, dass Betis noch vor der Pause zum Anschlusstreffer kam. Vadillo marschierte in Richtung Strafraum und es schien, als wolle er es mit einem Distanzschuss selbst versuchen – weshalb Piqué herausrückte um ihn mit Busquets zu stellen. Vadillo spielte aber einen Pass genau in die Lücke zwischen Piqué und dem auf Abseits spielenden Adriano auf Rubén Castro. Dass es kein Abseits war, lag daran, dass Jordi Alba zu spät herausrückte. Castro behielt alleine vor Valdés die Nerven und erzielte das 2-1.

Im zweiten Durchgang war Betis dann deutlich stärker und setzte Barcelona im Spielaufbau noch energischer unter Druck. Dies führte dementsprechend zu einigen Ballgewinnen, unter anderem gegen Mascherano (kam für den angeschlagenen Puyol zur Pause) und Jordi Alba, auch wenn beiden Situationen möglicherweise ein Foulspiel vorausging. Sie schossen einige Male in Richtung Tor, doch wirklich gefährlich wurde es nur drei Mal, dafür aber so richtig!

Die erste Gefahrenszene entstand aus einer eigentlich ungefährlich wirkenden Flanke genau auf Valdés. Dieser ließ den Ball aber fallen und konnte ihn noch gerade so vor dem heranstürmenden Rubén Castro klären. Aber wieso ließ Valdés den Ball fallen? Es war kein normaler Torwart-Blackout, wie man in der Wiederholung gut sehen konnte. Valdés sprang hoch und fing den Ball ab, jedoch berührte der Ball dabei die Latte und durch diesen Gegendruck ließ der Barcelona-Keeper den Ball los – vielleicht auch aus Angst gemeinsam mit dem Ball ins Tor zu fallen. Möglicherweise hätte er den Ball einfach über das Tor fausten sollen, aber auch das wäre bei dessen Flugkurve nicht allzu einfach gewesen. Es war eben ein sehr unhandlicher Ball für einen Torhüter, aber letztlich sollte diese Szene keine Folgen haben.

Die zweite nennenswerte Chance von Betis entstand nach einer Ecke. An die fällige Flanke kam jedoch kein Andalusier, sondern Gerard Piqué, der um ein Haar ein Eigentor erzielt hätte, aber am Pfosten scheiterte. Der Abpraller landete genau in den Händen von Valdés, welcher sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte.

Die letzte Großchance von Betis gab es in der 80. Minute. Nachdem Barcelona eine Ecke nicht richtig klären konnte, kam der Ball zu einem Betis-Angreifer, der einfach mal abzog und am Lattenkreuz scheiterte. Auch hier hatten die Katalanen mächtig Glück, nicht das 2-2 zu kassieren.

Alles in allem waren es zwei völlig verschiedene Halbzeiten, was die Leistungen von Barcelonas Defensive angeht. Im ersten Durchgang stand man sehr sicher und ließ nur zwei gegnerische Chancen zu, kassierte aber ein Tor. In der zweiten Halbzeit wackelte man deutlich öfter und hatte zweimal Glück, dass das Gehäuse des eigenen Tores den Ausgleich verhinderte.

Offensivleistung

Barcelona brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu kommen. Zunächst war man vor allem auf Kontrolle aus und holte sich über viel Ballbesitz Selbstvertrauen. Pässe in die Tiefe oder Torabschlüsse gab es erst einmal keine. Bis zur 15. Minute, dann nahm Lionel Messi den Ball, umkurvte ein paar Gegenspieler und traf humorlos in die lange Ecke. Damit sorgte er nicht nur für die Führung der Katalanen, sondern egalisierte auch den Torrekord von Gerd Müller. Nur neun Minuten später stellte er dann einen neuen Rekord auf und erhöhte gleichzeitig auf 2-0 für Barςa. Nach schönem Zusammenspiel mit Iniesta legt dieser für Messi ab und der trifft wieder in die lange Ecke.

Das waren eigentlich die beiden gefährlichsten Offensivaktionen von Barcelona im ersten Durchgang, was auch zeigt, dass Barcelona sehr effektiv spielte. Man versuchte nicht auf Teufel komm raus zu Chancen zu kommen, man spielte geduldig, dafür waren dann aber die Chancen, die man bekam, hochkarätig. Die letzte gute Chance in Halbzeit eins hatte Xavi mit einem Distanzschuss, den Adrian aber parieren konnte.

In der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber – wie bereits erwähnt – deutlich stärker, was auch dazu führte, dass Barcelona die Kontrolle des Spiels entglitt. Man war nur noch phasenweise dazu in der Lage das Spiel zu beruhigen und koordiniert nach vorne zu spielen. Dennoch kamen die Gäste aus Katalonien zu einigen guten Chancen, welche man aber nicht nutzen konnte. Gerade über die rechte Seite lief viel, da Adriano und Pedro/Sánchez hier immer wieder viel Platz hatten. Besonders Xavi spielte einige Male gute öffnende Pässe auf die rechte Seite, aber die Hereingaben waren zu unpräzise, weshalb keine Gefahr aufkam.

In den letzten Minuten hatte Barcelona dann mehrfach die Möglichkeit das Spiel zu entscheiden, aber auch diese Chancen konnte man nicht nutzen. Die erwähnenswerteste war wohl jene von Jordi Alba: Thiago kommt im Strafraum an den Ball und lupft ihn präzise zu Messi. Dieser verarbeitet den Ball gut und schießt auf das Tor. Adrian lenkt den Ball an den Pfosten, von wo aus er Jordi Alba vor die Füße springt. Eigentlich ein sicheres Tor, doch Alba schafft es, den Ball an die Latte zu schießen und die Hoffnung von Betis am Leben zu erhalten.

Auch Thiago hatte in der Nachspielzeit noch eine Riesenchance. Er und Messi befanden sich in einer Überzahlsituation gegen lediglich einen Gegenspieler. Messi legte quer zu Thiago, spielte den Pass aber zu steil, weshalb er Thiago nicht genau auf den Fuß kam. Thiago ging ins Eins-gegen-Eins – was er auch gewann – aber den Schuss verzog er dann völlig.

Insgesamt war es offensiv von Barcelona keine allzu gute Leistung, wenngleich man in der ersten Halbzeit durch Geduld und Effektivität überzeugen konnte. Im zweiten Durchgang kam man zwar auch zu Chancen, hatte aber keine Kontrolle mehr über das Spiel. Dennoch hätte Barςa das Spiel im Laufe der zweiten Halbzeit entscheiden müssen, was aber aufgrund der mangelnden Effektivität nicht gelang.

Fazit

Es war das erwartet schwere Spiel für Barcelona bei Real Betis Sevilla. Die Gastgeber boten eine kämpferisch ausgezeichnete Leistung und konnten auch taktisch glänzen. Die Idee, die Katalanen früh zu stören, ging im ersten Durchgang nicht wirklich auf, dafür umso mehr im zweiten. Die Gastgeber hatten zweimal Pech mit Aluminiumtreffern, aber auch Glück, dass Barςa das Spiel nicht schon frühzeitig entschied. Dies gelang Barcelona nicht, weil es in der zweiten Halbzeit die im ersten Durchgang gezeigte Effektivität vermissen ließ.

Am Ende steht ein insgesamt vielleicht etwas glücklicher Sieg für Barcelona zu Buche, der aber sicherlich nicht unverdient ist. Die Katalanen bleiben somit weiterhin sechs Punkte vor Atlé tico und elf Punkte vor Real Madrid.

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