Bayern eine Nummer zu groß für Barça – doch erste zarte Ansätze sind da

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Der FC Barcelona verlor gegen den FC Bayern München mit 0:3, wodurch der Gang in die Europa League angetreten werden muss. Der FC Bayern München zeigte sich am Mittwochabend ausgefuchster, doch Xavi kann auf von seiner Mannschaft gezeigte Ansätze aufbauen. Mut dürfte den Culés zudem die Herangehensweise der La-Masia-Talente machen. Die Brennpunkte.

Ansätze der Spielphilosophie zu erkennen

“Ich fühle mich jetzt als der Verantwortliche, für mich als Trainer ist es ein harter Schlag”, erwähnte Xavi Hernández nach dem 0:3 gegen den FC Bayern München und dem damit verbundenen Ausscheiden aus der Königsklasse gegenüber der Presse.

Dem FC Barcelona gelang es zwar nicht, in der Champions League zu überwintern, doch ein Matchplan war zumindest in Ansätzen zu erkennen. Ansätze, auf die Xavi in dieser Saison unter anderem in der Europa League gegen vermeintlich schwächer einzuschätzende Gegner aufbauen kann, aber die auch Raum für Verbesserungen zulassen.

Vor allem im Spiel gegen den Ball war die Marschroute Barças früh zu erkennen: Ein möglichst offensives und aggressives Anlaufen sollte ein kontrolliertes Aufbauspiel beim bereits feststehenden Gruppensieger aus der bayrischen Landeshauptstadt verhindern, doch Bayern zeigte sich davon unbeeindruckt. Dabei wechselten sich die Akteure der Blaugrana ab, wenn es darum ging, neben Memphis Depay in der ersten Linie die Hintermannschaft der Bayern zu stören. Bis auf die Verteidiger und Sergio Busquets übernahm jeder Spieler situativ diese Rolle während der Partie.

Busquets sollte auch beim Spiel mit dem Ball als defensivster Mittelfeldspieler agieren. Er fungierte so als Schaltzentrale mit seinen Seitenverlagerungen. Auch seine Mitspieler fielen durch ein ansprechendes Positionsspiel aus. Vor allem um den gegnerischen Strafraum herum besetzten die Offensivkräfte der Katalanen die Räume durchdacht, so prallte das Spielgerät häufig nach abgeblockten Schüssen wieder zu einem Barça-Spieler.

Bei eigenen Umschaltmomenten waren Ansätze einer klugen Raumbesetzung in der gegnerischen Hälfte zu sehen, doch zu spät erkannten Memphis und Co. diese Räume. In der 20. Minute machte Barças Nummer 9 in der Zwei-gegen-Zwei-Situation zwar das Feld breit, verpasste jedoch den Lauf hinter die beiden absichernden Bayern-Spieler, wodurch der direkte Zug zum Tor verhindert wurde. Zuvor verpasste es Landsmann Frenkie de Jong in der 9. Spielminute bei einer flachen Hereingabe Dembélés rechtzeitig am zweiten Pfosten aufzutauchen. Der Laufweg war gut durchdacht; wurde aber eben die entscheidende Sekunde zu spät angesetzt. Den entscheidenden Schritt zu spät kam der Niederländer auch beim 0:3, als er das Zuspiel auf Jamal Musiala nicht mehr verhindern konnte. Auch wenn dies der als letzter Teil der Fehlerkette zu betrachten ist.

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Um in der eigenen Hälfte auf das hohe Anlaufen des deutschen Rekordmeisters zu reagieren, setzte der FC Barcelona teilweise sogar auf lange Bälle in die Spitze. Doch Ousmane Dembélé kam gegen Benjamin Pavard und dessen energische Zweikampfführung kaum in die Sprintduelle, während Memphis mit Dayot Upamecano im Nacken selten lange Bälle festmachen konnte. Wie man die eigenen Offensivkräfte am besten in Szene setzt, demonstrierte dafür die Truppe von Julian Nagelsmann.

Bayern inspiriert, Barça ungestüm

Der FC Bayern München schaffte es, den FC Barcelona mit Steilpässen in die Tief  vor enorme Probleme zu stellen. Auch dem ersten Treffer des Abends ging so ein Ball voraus, als Lewandowski sich gegen Piqué, der nicht in den Zweikampf kam, durchsetzte. Ein Tor, das sich in der Entstehung andeutete. Schließlich schickte die Mittelfeldzentrale der Roten die Akteure der Offensivabteilung ein ums andere Mal in Eins-gegen-Eins-Duelle gen Grundlinie, in denen die Tempovorteile stets bei den Gastgebern lagen. Sogar Ronald Araujo bekam auf diese Weise seine Probleme in Sprintduellen mit Alphonso Davies.

Der FC Bayern München entpuppte sich vor allem für die noch auf internationalem Boden unerfahrenen Youngster der Katalanen als eine zu große Hürde, was sich vor allem in diesen direkten Duellen zeigte. Um nochmal bei Araujo und Davies zu bleiben: Die Gelbe Karte, die Barças Verteidiger bereits nach 16 Minuten sah, resultierte aus einer Grätsche bei einer Aktion, die Araujo im Ligaalltag schon häufiger souverän zu lösen wusste, indem er standhaft blieb. Nach diesem Foul blieb der Uruguayer in weiteren Zweikämpfen mit dem Kanadier auf den Beinen. Es sah wie ein schneller Lerneffekt auf höchstem Niveau aus.

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Dass dieses Niveau auch für den 17-jährigen Nationalspieler Spaniens, Gavi, noch längst keine Gewohnheit ist, zeigten seine Begegnungen mit den Mittelfeldspielern der Bayern. Gavi wurde in der Regel sofort gedoppelt, was dem technisch versierten La-Masia-Sprössling die Leichtigkeit im Spiel nahm. Er selbst riss Kilometer auf dem Spielfeld ab und war sich nie zu schade, jedem Bayern-Akteur hinterherzurennen und in Zweikämpfe zu verwickeln; am Ende ging es natürlich auf auf Kosten des eigenen Offensivspiels in Ballbesitz – und der Kraft.

Thomas Müller zog nach dem Spiel ein Fazit und legte den Finger in die Wunder der Blaugrana: “Das sind alles super Spieler, vom Technischen und Taktischen her. Aber sie können aktuell scheinbar diese Intensität, die im Spitzenfußball aktuell herrscht, nicht mitgehen”.

Barça war bemüht vom Läuferischen mit dem deutschen Rekordmeister mitzuhalten, doch es fehlt weiterhin noch einiges. Die jungen Akteure der Blaugrana agierten gegen die gestandenen Profis des FC Bayern oft ungestüm, zeigten sich aber stets hungrig – unabhängig des Spielstands. Es sind gute Ansätze, doch Xavi hat noch viel zu tun, auch im physischen Bereich.

Die Einstellung der Jugend stimmt

Was man den jungen Talenten aus La Masia keineswegs abstreiten konnte, war der Wille, für den Klub alles zu geben. Egal, wie aussichtslos die Lage erschien. Gavi attackierte bis zu seiner Auswechslung die Gegenspieler und der zur Halbzeit eingewechselte Nico Gonzalez setzte auch beim Stand von 0:2 noch zu dynamischen Läufen in Richtung Grundlinie an, statt sich mit seiner Zweikampfstärke auf das Spiel gegen den Ball zu fokussieren.

Auch Eric Garcia, der von den Kameras eingefangen wurde, auch wenn sie eigentlich auf Xavi gerichtet waren, fieberte von der Bank aus sichtlich mit und steigerte sich in alle möglichen Situationen (sofern von der Regie gezeigt) hinein. Die Giftigkeit der La-Masia-Absolventen zeigte sich wohl am deutlichsten in der 75. Minute, als ein Vorstoß Niklas Süles unterbunden wurde, indem erst Riqui Puig zur Grätsche ansetzte, bevor es ihm eine Sekunde später Gavi gleichtat, um so das Spielgerät zu erobern. Beim Spielstand von 0:3 wohlgemerkt.

Diese Situationen dürften Xavi klarmachen, dass er – auch in der Europa League – mit motivierten, wenn auch noch ungeschliffenen Juwelen arbeiten darf, um langfristig mit den Katalanen erfolgreich zu sein.

Benjamin König
Fútbol, Calcio, Fotball - in Spanien, Italien, Skandinavien. Redakteur bei Barçawelt, Podcaster bei Polarlichtspiel - dem skandinavischen Fußballpodcast
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6 Kommentare

  1. Die Europa League enthält keine großen Kaliber wie Bayern, Liverpool etc, aber dennoch sind da einige gute Teams dabei wie Dortmund, Sevilla (Rekordmeister der EL) und neu West Ham. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich aufgeregt und freue mich, jetzt wo ich mich mit der Lage abgefunden habe, auf die Europa League. Finanziell ist das natürlich schlecht, aber sportlich schlussendlich das Beste. Wir haben in der CL derzeit nun mal nichts verloren. Selbst die Europa League ist mehr als nur ein Geschenk, wenn man sich vor Augen führt, dass wir in 6 Spielen gerade mal 2 (!!) Treffer gelandet haben. Im Achtelfinale hätte uns ein Liverpool/City etc. erwartet und wir wären eventuell wieder krachend raus geflogen. In der Europa League werden wir es viel leichter haben, aber dennoch schwer genug. Auch winkt Barça durch den Gewinn Geld, welches sie dringend benötigen. Außerdem ist die EL eine weitere Chance, sich direkt für die CL zu qualifizieren. Eine gute Erfahrung auch für die Youngsters wie Pedri, Gavi etc. Mit einem vollständigen Kader bzw. vollständiger top Elf, kann da durchaus was gehen.

    Wichtig ist, dass wir unbedingt mit Araujo, Gavi und Dembélé verlängern und im Winter Torres holen. Im Sommer sind zahlreiche interessante Spieler ablösefrei zu haben; Christensen, Zakaria etc. Wenn Torres als falscher 9 genauso scheitert wie Depay, muss man sich im Sommer dringend nach einem 9er umsehen. Aber erst mal ist wichtig, dass die Spieler die wir derzeit haben, auch im Verein bleiben. Bei Araujo habe ich gelesen, dass er den Verein wohl verlassen will und kürzlich, dass er sich bereits mit Chelsea geeinigt hätte. Hoffe da ist nichts dran und wir verlängern mit ihm.

    Neben den üblichen Namen wie Coutinho, Umtiti, Roberto usw, würde ich mich im Sommer auch von Puig, Pique und Alba trennen! Araujo tritt in Pique’s Fußstapfen und als Partner kriegt er Beispiel Christensen. Busquets nur noch Backup, hier tritt De Jong in seine Fußstapfen. Durch Puig’s Verkauf könnten wir mit Zakaria ein ganz anderes Profil an 8er unter Vertrag nehmen. Diese Transfers wären machbar.

    Ich glaube weiterhin fest daran, dass wir NOCH IN DIESER SAISON deutliche Besserungen sehen werden. Ich vertraue Xavi weiterhin und verteufle ihn ganz bestimmt nicht nach nur einem Monat und erst 4 gespielten Spielen, wo er in keins davon mit der top 11 spielen lassen konnte. Wir haben eine gute Truppe mit großem Potenzial. Es mag aktuell zwar nicht für ganz oben reichen, aber mit der Zeit kommt das noch. Sollen sie Barça ruhig alle verspotten. Sie kommen wieder!

  2. Hallo,
    Bin hier neu)
    Ich finde Barca braucht einen Mittelstürmer, der die Bälle wie Saurez seiner Zeit ankern und schließend verteilen kann.
    Da können auch gleichzeitig Flügelstürmer besser ins Spiel kommen, weil Räume frei werden. Das Bayern Spiel habe ich nicht gesehen. Aber gegen Betis sah Delay sehr ratlos aus und war überhaupt nicht zweikampfstark. Er ist auch kein klassischer Mittelstürmer und sollte mehr am Flügel spielen.
    Daher hoffe ich, dass Barca einen bissigen Stürmer findet, der die Bälle vorne erobert.

    • erstens willkommen bei der barca family.
      hm… hast schon recht. aber warum hat man suarez, messi, griezmann und andere aus barcelona regelrecht vertrieben?
      hausgemachte probleme. kein mitleid.
      die guten mittelstürmer sind doch alle unter vertrag.
      es sind leider nur noch 2 weltklasse torjäger zu haben. beide könnten den fcbarcelona aus der krise schiessen.
      Lothar Matthäus und Mario Basler aus der bundesliga.
      senor laporta sollte sich endlich bewegen. die konkurrenz schläft nich !!!

      • Ich denke man muss sich für die nächsten 2-3 Jahre von möglichen internationalen Titeln verabschieden. In der Zeit sollte man die Schulden in den Griff bekommen und an der Jugend arbeiten. Das kostet weniger als alle möglichen Fehlkäufe seit 2015. Unglaublich was dem Klub Griezmann, Dembele & co. gepostet haben.
        Messi Ära ist vorüber und vll. auch gut so. Klub muss sich als Klub entwickeln und nicht als Ein-Spieler Mannschaft.
        Barca Probleme liegen beim Top Management. Dort wurde seit Jahren falsche strategische Entscheidung getroffen.
        Man hatte Messi alles Heilmittel für alles. Aber er ist auch nur ein Mensch und hat seine Grenzen.
        Man sieht jetzt ganz genau, dass ohne Messi Barca kein Plan hat.

  3. ich hatte -wenn ich barca manger wäre- die reisekosten nach münchen gespart.
    wie gut dass die bayern nicht wirklich ernst gemacht haben… in der mannschaft ist kein charakter mehr zu erkennen. xavi hin. xavi her.
    hab mir das spiel mit meine 2 freunde und barca fans angeschaut. aber nur bis zum 1: 0 der bayern dann TV aus und ab in die stadt.
    6 barca spieler im strafraum. alle schauen auf lewandowski zu wie er mit ball und gegner tanzt.
    müller wartet auf den pass. es hat fast eine woche gfedauert bis lewa den ball abgibt. der rest nur noch kinderspiel.
    barca gehört erstmal in die 2 liga dann sehen wir weiter.
    meine freunde aus barcelona bzw. portbou sehen das auch so.

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