Atlético Madrid – FC Barcelona: Spielanalyse zum Meisterstück von Barça

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Am vorletzten Spieltag der Primera División stand für den FC Barcelona der erste Matchball auf den Ligatitel an, der wenig überraschend in Person von Lionel Messi verwertet wurde. Damit ist Barça die Revanche für die gewonnene Meisterschaft von Atlético Madrid im Camp Nou vor einem Jahr gelungen. Wir haben den 1:0-Triumph der Blaugrana wie immer für euch taktisch unter die Lupe genommen.

  

Atlético erst aktiv, dann passiv

Das Team von Diego Simeone begann sehr druckvoll und presste bereits zu Beginn der Partie auf die Innenverteidiger von Barça. So gelang es ihnen, in den ersten Minuten auch das Spiel in der Hälfte der Blaugrana stattfinden zu lassen. Nach einem Eckball kamen sie zudem zu der ersten richtig guten Chance der Partie, die Claudio Bravo jedoch sehr stark vereiteln konnte. Nach ungefähr zehn Minuten fand die Blaugrana jedoch besser ins Spiel, weshalb sich Atlético ein wenig zurückzog, um nicht zu viele Räume preiszugeben. Sie pressten nun nur noch gelegentlich im letzten Drittel des Spielfelds. Bei Einwürfen schoben sie beispielsweise hoch auf, auch in der Hoffnung, durch ihre physische Überlegenheit, zu Ballgewinnen zu kommen. Dieses situativ hohe Pressing führte dazu, dass der FC Barcelona einige Male versuchte, mit langen Bällen nach vorne zu kommen, was durch die Abwesenheit von Luis Suárez aber deutlich schlechter funktionierte.

Offensiv kam Atlético zwar früh zu Chancen, ließ danach aber stark nach. Ähnlich wie das Team von Luis Enrique wollten auch die Madrilenen nichts überstürzen. Von daher agierten beide Teams sehr geduldig und wollten nicht zu früh, zu viel Risiko gehen. Meistens griffen die Rojiblancos über Außen an, was die Blaugrana aber im Laufe des Spiels immer besser in den Griff bekam. Die Gastgeber hatten zwar noch ein paar Abschlüsse, so richtig gefährlich wurde es aber – auch dank einer sehr starken Abwehrleistung des FC Barcelona – nicht mehr.

Barça zeigt alles

Barça hatte zu Beginn der Partie einige Probleme, bekam diese dann aber schnell in den Griff. Interessant zu sehen war die Positionierung der Katalanen. Da Pedro auf dem Flügel gegen die Bayern enttäuschte und dort bereits ins Zentrum gezogen wurde, begann er auch diesmal zentral. Dadurch hatte Messi gegen die Deutschen wieder die Möglichkeit, auf außen zu spielen, wodurch man auf einstudierte Automatismen zurückgreifen konnte. Gegen Atlético war der Argentinier aber nur bedingt auf der Außenbahn zu finden, da er sich zumeist hinter Pedro positionierte. Es war also eine sehr asymmetrische Anordnung der Blaugrana. Dani Alves und Ivan Rakitić besetzten immer wieder den rechten Flügel, sodass Messi im Zentrum verweilen konnte. Neymar war gewohnt links außen zu finden, zog aber auch gelegentlich ins Zentrum. Dadurch agierte Messi situationsbedingt als Zehner hinter den beiden Neunern Neymar und Pedro. In etwa dieses Szenario führte dann auch zum Siegtreffer. ‚La Pulga‘ kam in zentraler Position vor dem Strafraum an den Ball, spielte einen Doppelpass mit dem vor ihm postierten Pedro und verwandelte sensationell zum 1:0.

Darüber hinaus zeigten die Katalanen in diesem Spiel extrem viel von dem, was sie im Jahr 2015 so stark machte. Sie standen defensiv hervorragend, verteidigten Standardsituationen in der Regel sicher (mit Ausnahmen), waren physisch äußerst präsent im Mittelfeld, pressten intelligent, konterten gut und kontrollierten das Spiel. Dieses große Arsenal an Fähigkeiten machte das Team von Luis Enrique diese Saison schwer auszurechnen und sorgte dafür, dass der FC Barcelona zum 23. Mal spanischer Meister wurde. Die Darbietung im Vicente Calderón war nur eine weitere Demonstration einer äußerst flexiblen und vielseitigen Mannschaft. Vor allem wenn man die Auftritte der vergangenen Saison gegen die Colchoneros bedenkt.

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